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Radsport : Rick und Erik

  • -Aktualisiert am

Der Sohn: Rick Zabel kommt mit der Bürde zurecht Bild: dpa

Erik Zabels Sohn Rik will in Vaters Fußstapfen treten. Bei der Radsport-WM in Valkenburg startet das 18 Jahre alte Talent im Nachwuchsrennen.

          2 Min.

          Unverwechselbar - ein Zabel. Die Mimik, die Sprache: All das erinnert an den Vater, an Erik Zabel. Aber von ihm hat Rick Zabel noch wesentlich mehr übernommen. Zum Beispiel die Leidenschaft für den Radsport. Vermutlich wird Zabel junior, 18 Jahre alt, in einigen Jahren sogar selbst Profi werden. Das ist auf alle Fälle sein fester Wille. Das Talent ist längst zu erkennen. Vor kurzem wurde der Filius des Mannes, der sechsmal das Grüne Trikot bei der Tour de France gewann, deutscher Straßenmeister - in der U 23-Kategorie. In dieser Klasse startet der junge Zabel an diesem Samstag auch bei den Weltmeisterschaften in Valkenburg. Ohne sich jedoch als einen aussichtsreichen Kandidaten zu bezeichnen. Sein vordergründiges Ziel: sich an einer „guten Mannschaftsleistung“ zu beteiligen.

          Rainer Seele
          Sportredakteur.

          Sohn eines bekannten Sportlers: Das kann zu einer schweren Hypothek werden. Doch die Last des Namens scheint Rick Zabel nicht zu spüren. „Natürlich“, sagt er, „werde ich ganz anders wahrgenommen.“ Anders als die übrigen deutschen Rennfahrer seiner Altersstufe. Das gilt für das Peloton und die Öffentlichkeit. Vorläufig aber macht Zabel nicht den Eindruck, als würde ihn das hemmen. Er ist entschlossen, alles auf die Karte Radsport zu setzen. Mit einem Realschulabschluss suchte er sein Glück in den Niederlanden, beim Continental-Team von Rabobank. Er betont, dass dies eine sehr gute Schule sei für Rennfahrer. Und dass er dort die Basis legen könne für eine Karriere als Berufssportler. „Ich habe im vergangenen Jahr einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich bin als Rennfahrer stärker geworden.“

          Ricks Ratgeber: Erik Zabel, im Bild bei seinem Dopinggeständnis im Jahr 2007
          Ricks Ratgeber: Erik Zabel, im Bild bei seinem Dopinggeständnis im Jahr 2007 : Bild: AP

          Und er glaubt zu wissen, dass deutsche Fahrer wieder sehr interessant seien für Profirennställe. „Wir haben das Radfahren nicht verlernt“, sagt Rick Zabel, „wir sind wieder richtig im Kommen.“ Er nennt als Beispiele Marcel Kittel und John Degenkolb, die bei niederländischen Teams unter Vertrag stehen. Und es gibt auch noch Björn Thurau, ebenfalls Spross einer ehemaligen Radsport-Größe: 24 Jahre alt, längst Profi, untergekommen im vergangenen Jahr beim Team Europcar. Kapitän der zweitklassigen Equipe ist der Elsässer Thomas Voeckler, Träger des Gelben Trikots bei der Tour. Björn Thuraus Laufbahn fehlt es allerdings an Kontinuität. Es gab Zwist in der Familie, weil Dietrich Thurau seinem Sohn mangelnden Trainingseifer vorwarf.

          Papa als Ratgeber

          Bei den Zabels ist von solchen Dingen nicht die Rede. „Papa ist die beste Person, an die ich mich wenden kann“, sagt Rick Zabel. Er hat in ihm einen Trainingspartner, einen Ratgeber - und ein Idol. Trotz Erik Zabels Doping-Vergangenheit. „Für mich bleibt er ein Vorbild“, betont der Sohn. Und er sagt, dass er „ganz großen Respekt“ empfinde, weil der Vater ein Doping-Geständnis abgelegt habe. „Das hätte sich nicht jeder getraut.“ Radsport und Doping: Dieses Thema scheint Rick Zabel nicht sonderlich zu beunruhigen, er spielt seine Brisanz herunter, vielleicht aus jugendlicher Naivität. In dem harten Gewerbe will er mit Willenskraft bestehen. Und dazu der Empfehlung seines Vaters folgen, „alles mit Spaß zu machen“.

          Erik Zabel ist immer noch im Radsport tätig, derzeit beim russischen Team Katjuscha. An einer gemeinsamen Sache ist Rick Zabel aber nicht interessiert. „Ich will es aus eigener Kraft schaffen.“ Und nicht hören müssen, „dass mein Vater mich geholt hat“. Er grenzt sich zudem als Fahrertyp ab: Rick Zabel tendiert in Richtung Allrounder, „das ist meine größte Stärke“. Die Farbe Grün, die den Sprint-Spezialisten Erik Zabel kennzeichnete, hatte es ihm trotzdem schon mal angetan. Der Knirps Rick Zabel hatte sich einst bei einer Siegerehrung in Paris von seiner Mutter zu Ehren seines Vaters die Haare grün färben lassen. In einer Dixi-Toilette.

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