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Radsport : Nur am Steilhang zeigt Jan Ullrich noch Defizite

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Jan Ullrich: „An den steileren Stücken war es schwer” Bild: dpa/dpaweb

Jan Ullrich scheint sechs Wochen vor dem Start der Tour de France für das Duell gegen Seriensieger Lance Armstrong gerüstet zu sein. Beim Bergzeitfahren der Aragon-Rundfahrt zeigten sich allerdings noch Defizite.

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          Rudy Pevenage stimmt schon früh Lobeshymnen an. „Jan ist besser drauf als 2003, als er nach 1997 seine wohl beste Tour de France fuhr“, sagte der Ullrich-Betreuer vor dem Finale der Aragon-Rundfahrt in Spanien, der sich für seinen Schützling bis zum Start der Katalonien-Rundfahrt in vier Wochen wieder Trainingstermine vor der Haustür in der Schweiz und in der Toskana anschließen.

          Die Rundfahrt in Nordspanien gewann erwartungsgemäß der einheimische Ruben Plaza. Die 5. und letzte Etappe über 139 km hat der Australier Allan Davis vor Alessandro Petacchi (Italien) gewonnen - Ullrich erreichte das Ziel am Sonntag zeitgleich im Hauptfeld.

          Einbruch am Berg

          Bis zum Tour-Start am 2. Juli in Fromentine an der französischen Atlantikküste liegen noch zwei große Vorbereitungs-Etappen und damit ein entbehrungsreicher Weg vor dem T-Mobile-Kapitän. Jan Ullrichs augenblickliche Form halte laut Pevenage „keinen Vergleich mit dem Vorjahr“ aus, als der Wahl-Schweizer dem Tempo beim Flèche Wallonne Mitte April nicht folgen konnte.

          Auch auf der Waage gibt es von Fortschritten zu berichten. „Er bringt jetzt das Gewicht, das er im vergangenen Jahr im Juni bei der Deutschland-Tour hatte“, meinte der Belgier. Allerdings gibt es auch da wohl noch einiges zu tun. Mit weniger Kilos wäre der 31jährige bei seinem Aragon-Härtetest am Samstag beim 11,2 km langen Bergzeitfahren auf den letzten Kilometern wohl nicht eingebrochen. „Da wurde es sehr schwer“, bekannte Ullrich, der mit Rang 19 und 1:50 Minuten Rückstand auf den Tages- und späteren Gesamtsieger Plaza zufrieden sein mußte.

          Vorbereitung nach Armstrong Manier

          „Nach den ersten 7 Kilometern war er Vierter, die letzten Kilometer hatten bis zu 20 Prozent Steigung - das war noch ein bißchen viel für ihn, zumal das Wetter schrecklich war. Nachdem Jan im Ziel war, gab es einen Schneesturm. Aber jetzt wissen wir auch wieder, woran wir arbeiten müssen“, berichtete Pevenage aus der Sierra de Herrera in Spanien, wo der T-Mobile-Kapitän weiter in Ruhe Wettkampf-Kilometer sammeln konnte, während viele seiner Team-Kollegen bei den Klassikern unter immer größerem Erfolgsdruck stehen.

          Beim 8. ProTour-Rennen der Saison, dem Amstel Gold Race, hielt die schwarze Serie des T-Mobile-Teams, das weiter auf den ersten Sieg 2005 wartet. Eine vergleichbar schlechte Bilanz verbuchten die Bonner 1992. Bester deutscher Profi auf Rang sechs war am Sonntag Patrik Sinkewitz aus Fulda, im Vorjahr Gewinner der Deutschland-Tour. Es gewann Danilo di Luca aus Italien.

          In der kommenden Woche will das Gespann Ullrich/Pevenage den Termin der Tour-Generalprobe festlegen: Entweder wie immer Tour de Suisse (11.-19. Juni) oder Dauphiné Libérée (5.-12. Juni). Beide Rundfahrten bieten ein langes Einzelzeitfahren, 36 km in der Schweiz, 46 km in den französischen Alpen. Ebenfalls im Juni will Ullrich einige Tour-Berge abfahren: Seit zwei Jahren verfährt er in dieser Beziehung nach Armstrong-Manier. Ein Start bei den deutschen Meisterschaften steht noch nicht fest, weil der Kurs in Mannheim ein reines Sprintrennen verspricht.

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