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Radsport : Schachmann steigt auf bei Bora-hansgrohe

  • -Aktualisiert am

Die Zukunft von Maximilian Schachmann liegt beim Team Bora-hansgrohe. Bild: dpa

Ein Kontrakt mit solch einer Laufzeit kommt im Profiradsport selten vor. Maximilian Schachmann verlängert bis Ende 2024 beim Team Bora-hansgrohe. Doch es drohen Interessenkonflikte.

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          Die Lehrjahre hat Maximilian Schachmann übersprungen – und sich stattdessen direkt zum Hoffnungsträger im deutschen Radsport aufgeschwungen. Seit Mittwoch steht fest, dass dem Berliner die Zukunft gehören soll beim größten und erfolgreichsten deutschen Team Bora-hansgrohe, für das er seit Anfang 2019 fährt. Der Raublinger Rennstall und der 26-Jährige haben sich auf eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages um gleich vier Jahre bis Ende 2024 geeinigt.

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          Ein Kontrakt mit solch einer Laufzeit kommt im Profiradsport selten vor. Zum einen gewährt Bora-hansgrohe Schachmann damit einen Vertrauensvorschuss, zum anderen hat die ambitionierte Equipe ihr Juwel dem Zugriff anderer interessierter Mannschaften entzogen. Und Schachmann, der neben guten Beinen und einer offensiven Fahrweise auch über einen klaren Kopf verfügt, war sich seines Marktwertes bewusst. So dürfte er trotz der pandemiebedingten Gefährdungen des Radsports zu einem Großverdiener bei Bora-hansgrohe aufgestiegen sein.

          Spätestens mit seinem Gesamtsieg bei der prestigeträchtigen Rundfahrt Paris–Nizza im März in überzeugender Manier – er trug das Gelbe Trikot vom zweiten bis zum letzten Tag – hat Schachmann sich in die erste Riege des Pelotons befördert. Weil Paris–Nizza das letzte große Sportevent vor dem Lockdown war, hatte es noch an Strahlkraft gewonnen. „Mit diesem Sieg hat er sich auch als Rundfahrer etabliert“, sagt Teamchef Ralph Denk. „Wir werden sehen, wie weit man ihn auf diesem Weg entwickeln kann, aber Max hat definitiv auch viele andere Qualitäten. Wir möchten ihm dabei helfen, in den kommenden Jahren seinen Platz zu finden.“

          Schachmann hat schon auf verschiedenen Terrains mit Topresultaten geglänzt – und soll sich auch in dieser nun anlaufenden Saison weiter ausprobieren dürfen. Das toskanische Eintagesrennen Strade Bianche an diesem Samstag bedeutet für ihn den Saisonauftakt. Bei der Tour de France soll er den Teamkollegen und Vorjahresvierten Emanuel Buchmann unterstützen. Und dabei nicht nur in den Bergen ein verlässlicher Helfer sein, sondern herausfinden, ob die großen Landesrundfahrten künftig auch sein bevorzugtes Metier sein könnten. Im Erfolgsfall drohten freilich bei Bora-hansgrohe Interessenkonflikte zwischen Buchmann und Schachmann.

          Doch so weit ist es noch nicht, da Schachmann, der von der Statur her kein klassischer Rundfahrer ist, auch bei den Klassikern auf Sieg fahren darf. Geplant ist, dass der Berliner in diesem Herbst Paris–Roubaix und die Flandern-Rundfahrt in Angriff nehmen soll. „Im Augenblick bin ich recht vielseitig als Fahrer. Wir wollen in den nächsten Jahren gemeinsam herausfinden, bei welchen Rennen ich das größte Potential habe“, sagt Schachmann. „Das wird spannend.“

          Bora-hansgrohe, das bei der zweitklassigen Sibiu Tour in Rumänien sowie bei der Burgos-Rundfahrt einen äußerst erfolgreichen Wiedereinstieg ins Renngeschehen hatte, hat noch zwei weitere Vertragsverlängerungen bekanntgegeben. Der Italiener Cesare Benedetti und der Österreicher Lukas Pöstlberger tragen zwei weitere Jahre die Farben des Raublinger Teams.

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