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Radsport in Deutschland : Ein neuer Anlauf

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Zurück ins Peloton: Bald könnte auch wieder ein deutsches Team am Start sein Bild: REUTERS

Jens Voigt, Linus Gerdemann, Andy und Frank Schleck: Einige prominente Namen werden schon gehandelt. In Deutschland soll ein Profiradrennstall erster Klasse entstehen - mit dem Pharma- und Kosmetikkonzern „Alpecin“ als Sponsor.

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          Neulich noch hatte Jens Voigt sich unwissend gegeben, jedenfalls behauptete er: „Mich hat noch keiner konkret angesprochen.“ Allerdings soll auch der Berliner, der seine 15. Tour de France bestreitet, ein Kandidat für ein neues deutsches Radteam erster Klasse sein. Zuletzt hatte es 2010 einen solchen Profirennstall gegeben - das Team Milram. Nun soll es einen neuen Versuch geben, mit der Bielefelder Wolff-Gruppe, einem Pharma- und Kosmetikunternehmen (“Alpecin“), als Sponsor. Und Rennfahrern wie Voigt oder Linus Gerdemann sowie Stars wie den Brüdern Andy und Fränk Schleck. Die beiden Luxemburger sowie Voigt und Gerdemann fahren noch für das Team RadioShack-Nissan-Trek, das jedoch in erhebliche Turbulenzen geraten ist, nicht zuletzt durch die Doping-Ermittlungen in den Vereinigten Staaten gegen Teammanager Johan Bruyneel.

          In Bielefeld blieb man am Montag zurückhaltend. Es gebe nichts zu melden. Stattdessen wurde auf das Engagement im Amateur-Radsport hingewiesen, auf Jedermann-Rennen und den „Botschafter“ Jan Ullrich. Mitte August wird es in Bielefeld einen „Alpecin Cycling Day“ geben, Ullrich soll dabei ein Zugpferd sein. Allerdings nicht auf dem Rad, da er vom Internationalen Sportgerichtshof wegen Blutdopings für zwei Jahre bis zum 21. August 2013 gesperrt worden ist - und dadurch selbst bei Amateurrennen nicht starten darf.

          Aufbau eines großen deutschen Teams

          Aus Luxemburg wurden am Montag jedoch Kontakte auch der Schleck-Brüder nach Bielefeld bestätigt. Ein Sprecher des Bauunternehmers Flavio Becca, einer der Geldgeber von RadioShack, sagte, dass man mit den Schlecks ein großes deutsches Team habe aufbauen wollen. Die Verbindung nach Deutschland sollen der Rechtsanwalt von Andy und Fränk Schleck, Albert Wildgen, sowie der ehemalige Telekom-Chef Ron Sommer hergestellt haben. Zusätzliches Geld werde aus Qatar erwartet; Wildgen, Präsident der Frachtfluggesellschaft Cargolux, hat Beziehungen in dieses Land. Der Becca-Vertraute sagte, dass man auch bei Mercedes-Benz vorstellig geworden sei.

          Jens Voigt will von nichts etwas wissen Bilderstrecke
          Jens Voigt will von nichts etwas wissen :

          Aus Luxemburg wurde bereits auch gemeldet, dass in der möglichen neuen deutschen Mannschaft der Däne Kim Andersen und der frühere deutsche Profi Jörg Ludewig als Sportliche Leiter vorgesehen seien. „Ein neues, deutsches Team wäre auf jeden Fall zu begrüßen. Das ist ein großer Markt, und Deutschland ist in Europa wirtschaftlich am mächtigsten“, ließ Pat McQuaid wissen, der Präsident des Internationalen Radsportverbandes (UCI). Allerdings müsse man sich bei der Neugründung eines Teams sputen.

          „Im September muss alles stehen“, sagte McQuaid. Nach den Richtlinien der UCI müssen im August die ersten Unterlagen mit Finanzplänen - und möglichst auch schon die Fahrer-Verträge - eingereicht werden. Ob, wie kolportiert, der amerikanische Fahrradhersteller Trek bei einem neuen deutschen Projekt einsteigen würde, ist fraglich. RadioShack glaubt, dass Trek bleiben werde - und auch Fränk und Andy Schleck gehalten werden könnten. Sie seien, mutmaßt man in Beccas Umfeld, zuletzt einfach schlecht beraten worden.

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