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Radsport : Holczer staunt: Schumacher muss nicht zahlen

Keine Klärung in diesem Jahr: Stefan Schumacher muss auf die Cas-Entscheidung auf 2010 warten
          1 Min.

          Hans-Michael Holczer ist enttäuscht, er spricht von einer Niederlage für den Sport. Dieser Tage war Holczer, der einst das Team Gerolsteiner geleitet hatte, seinem ehemaligen Fahrer Stefan Schumacher vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht begegnet – die Auseinandersetzung endete mit bemerkenswerten Ergebnissen. Holczer scheiterte dabei mit seinem Versuch, drei Monatsgehälter von Schumacher aus dem Jahr 2008 zurückzufordern.

          Rainer Seele
          Sportredakteur.

          Der Nürtinger ist von der französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD) sowie vom Internationalen Radsportverband (UCI) wegen Cera-Dopings für zwei Jahre gesperrt worden – Grund genug für Holczer, gegen den Radrennfahrer wegen groben Vertragsbruchs auch in finanzieller Hinsicht vorzugehen. Die Richterin aber, so Holczer, habe ihm unmissverständlich klargemacht, dass es dafür in Deutschland keinerlei Rechtsgrundlage gebe. „Ich habe nicht schlecht gestaunt“, sagte Holczer.

          Immerhin akzeptierte Schumacher nun doch die fristlose Kündigung zum 15. Oktober 2008; sie war von Holczer ausgesprochen worden, nachdem es in nachträglichen Kontrollen zur Tour 2008 positive Doping-Proben von Schumacher gegeben hatte. Außerdem erklärte sich Schumacher nun in Stuttgart bereit, auf 6800 Euro zu verzichten; es handelte sich dabei um Preisgelder vom Team Gerolsteiner aus dem Jahr 2008.

          „Sie haben die Frist bis 11. Januar 2010 verlängert“

          Schumacher behauptete stets, nicht gedopt zu haben. Die Entscheidung von AFLD und UCI hat der Schwabe deshalb vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne angefochten. Die Angelegenheit soll aber nicht mehr in diesem Jahr geregelt werden. „Sie haben die Frist zur Urteilsverkündung bis 11. Januar 2010 verlängert“, sagte Schumachers Anwalt Michael Lehner am Donnerstag.

          Der Sportrechtler aus Heidelberg vermutet, dass die Verschiebung zustande kam, weil „erheblicher Diskussionsbedarf“ im Richterrat bestehe. Nach der Anhörung Schumachers am 4. November in Lausanne vor dem Cas war zunächst ein Ende des Prozesses bis „Mitte Dezember“ terminiert worden.

          Schumacher hat zudem vor dem Cas Einspruch gegen seine Disqualifikation bei den Olympischen Spielen in Peking eingelegt. Er und der Italiener Davide Rebellin, der seine Silbermedaille verlor, wollen erreichen, dass die vor einem Monat vom Internationalen Olympischen Komitee gegen sie verhängten Sanktionen aufgehoben werden. Beiden Profis war die Einnahme von Cera nachgewiesen worden.

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