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Radsport : Froome vor dem Double

  • Aktualisiert am

Froome (r.) ist die Führungsfigur im Radsport. Auch bei der Vuelta. Bild: LIZON/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Bis Madrid stehen bei der Vuelta zwar noch drei Bergankünfte auf dem Etappenplan, aber Froome hat bislang alle Rivalen im Griff. Nur Überraschungsmann Lopez könnte ihm gefährlich werden.

          2 Min.

          Schlafen. Einfach nur schlafen. Den ganzen Tag. Ja, Christopher Froome hätte diesen zweiten Ruhetag der 72. Vuelta á Espana am liebsten im Bett verbracht. Aber einer wie der Tour-de-France-Sieger und Spitzenreiter der Spanien-Rundfahrt lässt die Trainingsausfahrt nicht eben mal ausfallen, weil er ein bisschen müde ist. Leisten könnte er es sich vermutlich. Natürlich ist es noch ein weiter Weg bis Madrid, wo die strapaziöse 3297-Kilometer-Rundfahrt am kommenden Sonntag endet, und bis dahin stehen neben dem Einzelzeitfahren noch drei Bergankünfte auf dem Etappenplan, aber nach Lage der Dinge wird der Brite das Rote Trikot des Gesamtführenden wohl kaum noch hergeben. Und sollte es so kommen, hätte Froome etwas geschafft, was bislang nur den französischen Radheroen Jacques Anquetil (1963) und Bernard Hinault (1978) vergönnt war: Das Double aus Tour de France und Vuelta.

          Übergestreift hat er das Rote Trikot schon nach der dritten Etappe, und was die Konkurrenz seitdem auch versucht hat, Froome und seine Leibgarde vom Team Sky haben alle Attacken mit bisweilen frappierender Leichtigkeit abgewehrt, wenn nicht gekontert. So wie am Sonntag auf der Königsetappe mit Ankunft auf dem 2510 Meter hohen Alto Hora de la Mora in der Sierra Nevada. Rang fünf reichte Froome, um seinen Vorsprung in der Gesamtwertung vor dem Italiener Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) auf 1:01 Minute auszubauen. Der Russe Ilnur Sakarin vom Rennstall Katjuscha-Alpecin auf Rang drei liegt schon 2:08 Minuten zurück. „Ich bin glücklich, in dieser Position zu sein“, sagte Froome.

          Sie ist ja auch komfortabel. Den meisten seiner Rivalen um den Gesamtsieg hat der Sky-Kapitän nämlich eines voraus: Er ist ein ausgewiesener Spezialist im Kampf gegen die Uhr. Und es spricht alles dafür, dass der hagere Brite an diesem Dienstag beim 40,2 Kilometer langen Einzelzeitfahren von der Rennstrecke Circuito de Navarra nach Logrono seinen Vorsprung weiter ausbauen wird. Auch wenn er selbst vorsichtig bleibt. „Wir haben bei dieser Vuelta schon alles gesehen. Stürze, Attacken – ich denke, wir müssen uns auf alle Eventualitäten einstellen“, sagte Froome.

          Mit ihm hat keiner gerechnet: Miguel Angel Lopez nimmt die Verfolgung auf

          Eine dieser Eventualitäten heißt Miguel Angel Lopez, fährt für das Team Astana, ist der mit Abstand beste Kletterer dieser Vuelta und hat sich mittlerweile auf Rang sechs vorgearbeitet (Rückstand 2:51 Minuten). Wenn der Kolumbianer seine bislang konstante Form hält, könnte er in der gebirgigen Schlusswoche noch zur ernsthaften Bedrohung werden. „Ich bin nicht überrascht, wie stark er ist“, betonte Froome, aber man habe sich bislang eben mehr auf Nibali, den alten Tour-Rivalen, konzentriert. Schließlich sei der ja Zweiter im Klassement. „Aber wenn Lopez so weitermacht, müssen wir auch für ihn eine Antwort finden.“

          Der Kolumbianer, der die Bergankünfte am Calar Alto und in der Sierra Nevada in eindrucksvoller Manier gewonnen hat und am La Pandera Zweiter wurde, hat mittlerweile sogar seinen höher eingeschätzten Kapitän Fabio Aru auf Rang sieben verdrängt. Und zwei leichtere Bergankünfte plus der schweren auf den Alto de l‘Angliru stehen noch an. Trotzdem denkt man bei Astana offenbar nicht an einen Rollentausch. „Wir wussten, dass sich Miguel Angel gut auf die Vuelta vorbereitet hat, aber Fabio bleibt unser Kapitän für das Rennen“, stellte Astana-Sportdirektor Bruno Cenghialta klar. Froome kann so wenig Flexibilität nur recht sein.

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