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Radsport-DM : Wiesbadener Dirk Müller fährt allen davon

  • Aktualisiert am

Überraschung Dirk Müller: von der vierten Radsport-Liga zum deutschen Meistertitel Bild: dpa

Sensationell hat sich der Wiesbadener Dirk Müller den Titel der deutschen Meisterschaft im Straßenradsport gesichert. Sechs Tage vor dem Start der Tour de France ließ der 32jährige vor 10.000 Zuschauern die Favoriten hinter sich.

          Sechs Tage vor dem Start der Tour de France ist den beiden deutschen Top-Teams die Generalprobe mißlungen. Die deutsche Meisterschaft im Straßenradsport sicherte sich sensationell der 32jährige Dirk Müller vom Viertliga-Team VC Frankfurt 1883 und produzierte damit eine noch größeren Überraschung als im Vorjahr. Müller, der 2002 eine sechsmonatige Doping-Sperre absitzen mußte und danach mit dem Radsport kurz aufhörte, holte sich am Sonntag nach 206,5 Kilometern im sächsischen Klingenthal den Titel im Alleingang.

          Der Wiesbadener Überraschungssieger düpierte die Favoriten-Teams T-Mobile und Gerolsteiner und verwies die arrivierten ProTour-Stars Matthias Kessler (Nürnberg/T-Mobile/1:09 Minuten zurück) und den Berliner Jens Voigt (CSC) auf die Plätze. „Das war der schwerste Meisterschafts-Kurs der letzten zehn Jahre - Hut ab vor Müller“, urteilte der ehemalige Profi Rolf Aldag, der seine Karriere in der Vorsaison beendet hatte.

          Gerolsteiner-Team als größter Verlierer

          „Dieser Sieg übertrifft alles. Die Konkurrenz hat mich heute sicher etwas unterschätzt. Ich habe mich speziell auf diese Meisterschaften vorbereitet, bin die Strecke vor zwei Wochen abgefahren und habe mein Gewicht reduziert“, erklärte Müller nach dem Rennen. Im Vorjahr hatte der 18jährige Gerald Ciolek (Pulheim) die Prominenz geschockt und sich die deutsche Meisterschaft vor Robert Förster und Erik Zabel geholt. Jan Ullrich hatte am Sonntag auf einen Start und die Chance auf seinen dritten Meisterschafts-Titel verzichtet.

          Der größte Verlierer an diesem schwül-warmen Sonntag war das zuletzt so starke Gerolsteiner-Team. Der zweifache Giro-Etappensieger Stefan Schumacher (Nürtingen) konnte das Rennen nicht beenden. Sein Team-Kollege Fabian Wegmann (Münster), im Gegensatz zu Schumacher bei der in sechs Tagen beginnenden Tour de France dabei, verpaßte den entscheidenden Angriff. Auch der bei der Tour de Suisse starke T- Mobile-Neuling Linus Gerdemann (Münster) hatte mit dem Ausgang des Rennens über insgesamt 4200 Höhenmeter nichts zu tun.

          Vorentscheidung schon in der vierten Runde

          In der vierten von sieben Runden hatte es vor rund 10.000 Zuschauern am Straßenrand die Vorentscheidung gegeben. Auf Initiative des Einzelkämpfers Voigt, der keine Mannschaft hinter sich hatte, bildete sich die entscheidende dreiköpfige Spitzengruppe mit Kessler und Müller. Zu Beginn der letzten Runde attackierte Müller und ließ die verdutzten ProTour-Athleten stehen. Bei den Frauen sicherte sich Claudia Häusler aus Wolfratshausen erstmals den Meistertitel.

          Die Fahrerin des Teams Equipe Nürnberger Versicherung setzte sich am Samstag nach 118 Kilometern mit einem Vorsprung von 1:20 Minuten vor Theresa Senff aus Arnstadt und Tina Liebig aus Frankfurt/Main durch. Auf dem anspruchsvollen 29,5 Kilometer langen Rundkurs mußten die Frauen insgesamt 2400 Höhenmeter bewältigen. Die Weltmeisterin Regina Schleicher aus Würzburg hatte auf dem bergigen Kurs erwartungsgemäß keine Chancen und gab das Rennen in der letzten Runde auf.

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