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Radsport : Belgier Demoitié stirbt nach Unfall mit Motorrad

  • Aktualisiert am

Antoine Demoitié (1990-2016) Bild: Picture-Alliance

Der Radsport trauert um Antoine Demoitié. Der Belgier kollidiert mit einem Motorrad und erliegt seinen Kopfverletzungen. Ein Landsmann kämpft nach einem Herzstillstand noch ums Überleben.

          Der Radsport trauert um den 25 Jahre alten belgischen Profi Antoine Demoitié. An einem für das radverrückte Land traurigen Oster-Wochenende starb der Sprinter nach einer Kollision mit einem Begleitmotorrad beim Frühjahrs-Klassiker Gent-Wevelgem. Sein Rennstall Wanty-Gobert twitterte am Montag ein Foto des Fahrers in schwarz-weiß mit seinem Namen, die Homepage des Rennstalls brach zusammen. In Ajaccio kämpft unterdessen Demoitíes drei Jahre jüngerer Landsmann Daan Myngheer nach einem Herzstillstand zum Auftakt des Critérium International auf Korsika ums Überleben.

          Demoitiés Tod wurde in der Nacht zum Montag von der Gendarmerie Nord-Pas-de-Calais bestätigt. Ermittlungen zum genauen Unfallhergang seien aufgenommen worden, sagte Gendarmerie-Sprecher Frédéric Evrard der Deutschen Presse-Agentur. Demnach hatte Demoitié unter anderem schwere Kopfverletzungen bei dem Unfall erlitten. „Antoine wird uns sehr fehlen“, sagte Weltverbands-Präsident Brian Cookson in einer Mitteilung am Montag.

          Der Belgier Demoitié war während des Rennens nach rund 150 Kilometern zunächst mit vier weiteren Fahrern gestürzt und danach mit einem Motorrad zusammengestoßen. Laut der französischen Sportzeitung „L’Équipe“, die sich auf Aussagen von Augenzeugen berief, soll Demoitié nicht einmal Zeit gehabt haben aufzustehen, bevor das nachfolgende Begleitmotorrad in die kleine Gruppe krachte und ihn am Kopf traf. Auf der Intensivstation des Universitätskrankenhauses von Lille kämpften die Ärzte noch vergeblich um sein Leben. Nach Angaben des Rennstalls waren Demoitiés Ehefrau und seine Familie bei ihm in der Klinik.

          „Ich habe keine Worte“, twitterte der italienische Profi Daniel Oss, „ich bin so wütend“. „R.I.P. Demotié“, schrieb das Team Lampre. Der Unfall dürfte auch die Sicherheits-Diskussionen wieder neu entfachen. Noch vor der schrecklichen Todesnachricht hatte der niederländische Profi Bas Tietema via Twitter kritisiert: „Es gibt Protokolle für die Räder, fürs Wetter, fürs Doping. Aber wie viele Unfälle müssen passieren, bis etwas für die Sicherheit der Fahrer getan wird.“ Die UCI versicherte, mit allen Behörden zusammenzuarbeiten, „um die Umstände dieses tragischen Zwischenfalls“ zu klären.

          Auch der spanische Radstar Alberto Contador fordert Konsequenzen. „Wir brauchen eine Kontrolle der Motorräder bei den Rennen“, schrieb der 33-Jährige am Montag bei Twitter und drückte sein Mitgefühl für die Familie von Demoitié aus. „Es fühlt sich unwirklich an zu lesen, dass Antoine Demoitié den gestrigen Unfall nicht überlebt hat“, schrieb Deutschlands Sprint-Ass Marcel Kittel. „Ich bin geschockt“, meinte der frühere Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin. „Lieber Antoine, als deine Teamkollegen werden wir die Zeit mit Dir niemals vergessen“, betonte Björn Thurau – der Sohn der deutschen Radlegende Dietrich Thurau war im Oktober vergangenen Jahres zu Wanty-Gobert gewechselt.

          Daan Myngheer erlitt einen Herzstillstand.

          Bereits im vergangenen Jahr war es auch wieder zu Zwischenfällen mit Begleitfahrzeugen und -motorrädern gekommen. Ende Februar war Stig Broeckx bei Kuurne-Brüssel-Kuurne dann von einem Motorrad zu Fall gebracht worden und hatte sich unter anderem einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Demoitié war erst zu dieser Saison zum Team Wanty Gobert gewechselt. Der in Lüttich geborene Sprinter war zuvor von 2013 bis einschließlich 2015 für Wallonie-Bruxelles gefahren. Sein größter Erfolg bleibt nun der Gewinn der Tour du Finistère 2014.

          Auf Korsika befindet sich Myngheer weiterhin in einem sehr ernsten Zustand. Etwa 25 Kilometer vor dem Ziel hatte der 22 Jahre alte Profi des französischen Zweitliga-Teams Roubaix ML nach Aussagen seiner Teamkollegen über Unwohlsein geklagt und sich aus einem abgeschlagenen Fahrerfeld zurückfallen lassen. Als er stoppte, brach er zusammen und musste vom medizinischen Dienst reanimiert werden. „Wir sind sehr beunruhigt“, zitierte die „L’Équipe“ am Sonntag Myngheers Teammanager Daniel Verbrackel. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Am Samstag waren die Teamfahrzeuge und die Hotelzimmer von der Polizei durchsucht worden.

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