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Schachmann weit abgeschlagen : Alaphilippe wird Weltmeister in Imola

  • -Aktualisiert am

Neuer Weltmeister: Julian Alaphilippe Bild: AP

Nach 18 knüppelharten Anstiegen und rund 5000 Höhenmetern ist das deutsche Team um Geheimfavorit Maximilian Schachmann geschlagen. Zum Weltmeister krönt sich stattdessen der Franzose Julian Alaphilippe.

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          23 Jahre lang hatte der französische Radsport darauf gehofft, nach Laurent Brochard wieder einen Straßenweltmeister feiern zu dürfen, seit Sonntag hat das Warten ein Ende. Julian Alaphilippe holte sich den WM-Sieg in Imola dank eines beherzten Antritts auf der letzten von neun Runden um den berühmten italienischen Formel-1-Kurs samt einiger Schlenker in die Landschaft. Alaphilippe nutzte den letzten Anstieg zum entscheidenden Angriff und kämpfte sich als Solist ins Ziel.

          WM-Silber gewann im Sprint der Belgier Wout van Aert vor dem Schweizer Marc Hirschi. „Ein Karrieretraum ist wahr geworden“, sagte Alaphilippe nach einem schweren Rennen, das die Fahrer über 258 Kilometer und 5000 Höhenmeter führte.

          Vierzig Kilometer vor dem Ziel hatte Tadej Pogacar das Rennen scharf gemacht. Der Sieger der Tour de France ließ sich von seinem slowenischen Team in eine von zwei giftigen Steigungen, den Sektor Cima Gallisterna, ziehen. 2,8 Kilometer ist der Anstieg lang, die durchschnittliche Steigung beträgt sechs Prozent, auf einer Rampe sind gar 14 Prozent zu überwinden. Pogacar trat an, und das Loch, das er ins Feld riss, konnte zunächst keiner stopfen.

          Schachmann weit abgeschlagen

          Als es in die neunte und letzte Runde ging und noch rund 28 Kilometer zu fahren waren, hatte er einen Vorsprung von 26 Sekunden herausgefahren, doch weil auch der Tour-Sieger offenbar nicht immer und überall über Superkräfte verfügt, schmolz der Vorsprung ganz schnell dahin. 21 Kilometer vor dem Ziel hatte das Feld Pogacar geschluckt, und nun folgte Angriff auf Angriff. Das Tempo immer höher, die Favoriten in heller Aufregung: Nibali, Landa, Uran, Carapaz, van Aert – alle versuchten es und wurden wieder eingefangen. Dann ging es in den letzten Anstieg, wieder den Cima Gallisterna hinauf, als Alaphilippe am steilsten Stück attackierte und sich über die Kuppe in die Abfahrt stürzte.

          Er gilt als einer der besten Abfahrer der Welt, das war seine Chance. Fünf Fahrer machten sich auf die Verfolgung, darunter der Slowene Primoz Roglic, der die Tour de France so dramatisch gegen Pogacar verloren hatte. Fünf Kilometer vor dem Ziel hatte Alaphilippe zehn Sekunden Vorsprung, und er baute ihn sogar auf 24 Sekunden aus, weil sich die Verfolger hinten nicht einig wurden. Bester Deutscher wurde Maximilian Schachmann, der Rang neun belegte.

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