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Radprofi Rutsch : Von null auf hundert

  • -Aktualisiert am

WM-Kandidat: Jonas Rutsch Bild: dpa

In seiner noch jungen Karriere als Radprofi hat sich Jonas Rutsch einen Namen als kampfstarker Fahrer gemacht. Nun steht für ihn das nächste Großereignis bevor.

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          Jonas Rutsch ist seit gut anderthalb Jahren professioneller Radfahrer. Hätte man ihm zu Beginn seiner Karriere als Berufsfahrer 2020 gesagt, was er in diesen Monaten alles erleben und leisten wird, er hätte es kaum für möglich gehalten. Nämlich einen Start nach Maß, als er sich in seinen ersten Rennen gleich einen Namen als kampfstarker Fahrer machte; einen Lockdown, während dessen er ungestüm und wie eine Besessener trainierte – quasi für nichts; dann im zweiten Vertragsjahr bei seinem Team EF Education-Nippo gleich die Nominierung für die Tour de France, die er trotz Sturzblessuren mit starken Leistungen in Serie rechtfertigte. Und nun, ausgangs der Saison 2021, fällt der Name des Odenwälders wie selbstverständlich, wenn es um die Teilnahme an den verbleibenden Radsport-Großereignissen geht.

          Am letzten Septembersonntag finden in Belgien, in Flandern, quasi in der Herzkammer des europäischen Radsports, die Weltmeisterschaften statt. Rutsch ist als Ersatz-Kandidat nominiert. „Wenn es für die WM-Teilnahme langt, wäre es ein besonderes Highlight für mich“, sagt der Klassikerexperte, der seine Fähigkeiten auf flandrischem Terrain bewiesen hat und sich in den Dienst der Mannschaft stellen würde.

          Nach der Pause im Anschluss an die Frankreich-Rundfahrt hat er sich mit der Deutschland-Tour und dem Europameisterschaftsrennen in Trento wieder in den Rennmodus begeben. „Ich bin sehr positiv gestimmt. Ich bin gut in Form, gefühlt genau dort, wo ich sein will“, sagt Rutsch, der in den vergangenen Wochen seine Tage nicht nur auf dem Rad, sondern auch mit Lernstoff am Schreibtisch verbrachte. Der 23-jährige Student ist Mitglied der Sportfördergruppe der hessischen Polizei. Und ein Radprofi, der seinen Marktwert in dieser Saison erheblich erhöht hat.

          Noch gibt es keine Neuigkeiten, ob der 1,97 Meter große Athlet, dessen Team bei Rutschs Heimrennen Eschborn–Frankfurt an diesem Sonntag nicht gemeldet hat, den auslaufenden Vertrag bei seiner amerikanischen Equipe verlängert, aber die Tendenz ist, dass er bleibt. Eine größere Erwartungshaltung auf seinem Weg vom Jungprofi zur arrivierten Kraft im Peloton spürt er noch nicht, wie er sagt. „Ich mache mich frei von von außen herangetragenen Erwartungen. Ich möchte zunächst meinen eigenen gerecht werden. Und dazu gehört, dass ich bei jedem Wettkampf, bei dem ich antrete, das Beste herausholen will“, so Rutsch.

          Anerkennung hat er sich auch beim erfahrenen Degenkolb verdient – die beiden trainieren regelmäßig gemeinsam. „Jonas ist ein sehr talentierter Rennfahrer. In manchen Situationen ist er noch zu nervös und aufgeregt. Er wird künftig noch mehr aus seinem Potential herausholen, wenn er mehr Coolness und Cleverness hinzugewinnt“, sagt der 31-jährige Degenkolb.

          Mit dem Oberurseler hat Rutsch die Faszination für den ob seiner vielen Kopfsteinpflaster-Sektoren gefürchteten Klassiker Paris–Roubaix gemeinsam. Degenkolb siegte dort 2015, Rutsch wird wohl am ersten Oktobersonntag debütieren in der sogenannten „Hölle des Nordens“. Das Rennen sei „im wahrsten Sinne des Wortes ein gutes Pflaster, um Leistung zu zeigen. Mir wurde immer gesagt, dass meine Art, auf Kampf zu fahren, dort belohnt werden könnte“, so der Hesse. Nun sei es an der Zeit, dies herauszufinden.

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