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Wechsel zu Bora-hansgrohe : Schachmann komplettiert das deutsche Dreigestirn

  • -Aktualisiert am

Maximilian Schachmann streift das Trikot seines bisherigen Rennstalls Quick-Step ab und wechselt ins Team Bora-hansgrohe. Bild: dpa

In seiner zweiten Saison im Profiradsport hat Maximilian Schachmann mit einigen Erfolgen auf sich aufmerksam gemacht. Im Trikot von Bora-hansgrohe soll der Berliner nun eine neue Ära prägen.

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          Nun sind die drei „Manns“ des deutschen Radsports in einem Rennstall vereinigt. Ackermann, Buchmann und Schachmann – Namen, die auf Sicht eine neue deutsche Welle im Peloton starten sollen. Junge Profis, denen gemeinhin zugetraut wird, eines Tages bei den großen Rennen auf Sieg fahren zu können. Das Team Bora-hansgrohe hat am Mittwoch den Wechsel von Maximilian Schachmann zur neuen Saison bekanntgeben. Der 24-Jährige, dessen Stern in diesem Jahr in den Reihen der starken belgischen Equipe Quick-Step aufgegangen ist, unterschrieb für die kommenden zwei Jahre bei der Raublinger Radsportunternehmung.

          Schachmann hat in dieser Saison, erst seiner zweiten im Profizirkus, mit dem Gewinn einer schweren Bergetappe beim Giro d’Italia für Aufsehen gesorgt. Zusätzlich gewann er je ein Teilstück der Katalonien-Rundfahrt und der Deutschland-Tour, holte Bronze bei den Europameisterschaften im Zeitfahren und zeigte auf verschiedenen Terrains seine Qualitäten. „Ich finde es cool, als aufstrebender deutscher Fahrer für das Team zu fahren, das hierzulande im Radsport viel bewegen will“, sagte Schachmann der F.A.Z.. Er war in den vergangenen Wochen heiß begehrt in der Branche, gleich mehrere Teams buhlten um dessen Dienste für die kommenden Jahre. Schachmann konnte also seinen Marktwert taxieren und aus dieser „schönen und komfortablen Situation, in der mir viel Wertschätzung entgegengebracht worden ist“, wie er sagte, nach seinem Gusto entscheiden. Neben der deutschen Herkunft und guten finanziellen Ausstattung von Bora-hansgrohe hat auch die Perspektive eine Rolle gespielt, dass Schachmann in dem bayrischen World-Tour-Team seine Entwicklung fortsetzen kann hin zu einem Rundfahrer, der eines Tages womöglich die Sehnsucht stillt nach einem neuen deutschen Profi, der in den Gesamtklassements der großen Rennen reüssieren kann. „Jetzt liegt es an mir“, sagte der Berliner.

          Inwieweit sich Schachmanns Ambitionen mit denen von Emanuel Buchmann in die Quere kommen, wird sich weisen. Bis zu diesem Sommer galt der 25 Jahre alte Ravensburger bei Bora-hansgrohe als der kommende Rundfahrer. Bei der am vergangenen Sonntag beendeten Vuelta führte Buchmann, der seine Saison komplett auf die Spanien-Rundfahrt ausgerichtet hatte, das Team als Kapitän an und sollte in der Gesamtwertung eine Top-10-Platzierung heimbringen. Die Bewährungsprobe misslang mit Rang zwölf, zumal viele Stars der Branche nicht am Start waren. Schachmann wird freilich registriert haben, welche Chancen sich bei Bora-hansgrohe für junge Leute auftun können. „Der Weg, den das Team in den letzten Jahren beschritten hat, ist sehr vielversprechend, besonders für die Zukunft des deutschen Radsports“, sagte er.

          In der Raublinger Teamzentrale, wo man auch Weltstar Peter Sagan beschäftigt, spricht man nach der Neuverpflichtung von einem „deutschen Dreigestirn“. Dazu gehört neben Schachmann und Buchmann mit Pascal Ackermann ein endschneller Mann, der auf eine starke Saison blickt. Dem 24-Jährigen wird zugetraut, die deutsche Domäne im Sprint fortzuführen, die durch die Platzhirsche Marcel Kittel (Formkrise und gesundheitliche Probleme) und André Greipel, der ab Januar nur noch für ein zweitklassiges Team unterwegs ist, zuletzt nicht mehr siegreich repräsentiert worden ist. „Ich bin unglaublich glücklich, mit Ackermann, Buchmann und Schachmann nun drei der wichtigsten Talente des deutschen Radsports zu vereinen und unsere deutsche Herkunft zu unterstreichen“, sagte Teammanager Ralph Denk. „Maximilian wird bei uns die Gelegenheit bekommen, sich langsam zu entwickeln. Er hat großes Potential auf allen Terrains.“ Dieses möchte Schachmann auch bei den an diesem Sonntag beginnenden Weltmeisterschaften in Innsbruck mit der deutschen Nationalmannschaft beweisen. Der bergige Kurs im Straßenrennen liegt ihm, zudem ist er auch für einen Start im Zeitfahren nominiert.

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