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Radprofi John Degenkolb : Eine Emotionsexplosion

  • -Aktualisiert am

John Degenkolb am Ziel in Roubaix: „Jetzt oder nie“ Bild: AP

Das Pflaster des Glücks: Erinnerungen des Radprofis John Degenkolb an seinen ersten Tour-Etappensieg im Sommer 2018 nach einer Schaffenskrise – just in Roubaix, im berüchtigten Norden Frankreichs.

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          „Erstaunlicherweise bin ich total cool geblieben. Habe mich auf meine Beine verlassen, meine Power und darauf, dass ich keinen entscheidenden Fehler mehr machen werde. Ich habe komplett ausgeblendet, was passiert, wenn ich tatsächlich diese Tour-Etappe gewinne. Mir war wichtig, dass wir drei auf der Zielgeraden das Tempo nicht zu sehr verschleppen. Ich habe als Nachwuchsfahrer mal die Chance auf einen deutschen Meistertitel versemmelt, weil das Tempo so sehr runtergegangen ist, dass ich mit dem großen Gang, den ich drauf hatte, für den Zielsprint gar nicht mehr in Schwung gekommen bin. Deshalb habe ich das Tempo hoch gehalten.“

          Es war bis zu diesem 15. Juli keine Tour d’Allemagne, keine Frankreich-Rundfahrt also, der die deutschen Pedaleure einen sichtbaren Stempel aufgedrückt haben. Dieser harte Tag mit vielen Kopfsteinpflasterpassagen bis nach Roubaix, Zielort der neunten Etappe, wurde zur Sternstunde des John Degenkolb – kaum jemand, der es ihm nach langer Leidenszeit nicht gegönnt hätte. Die überschwappenden Emotionen und die Ströme von Freudentränen des Oberurselers rührten auch harte Herzen. Vom Sorgenkind zum Strahlemann. An jenem Sonntag in Nordfrankreich endete für Degenkolb eine zweieinhalbjährige Schaffenskrise im Triumph.

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