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Rad-WM : Schumacher und Ciolek heißen die Hoffnungsträger

  • Aktualisiert am

Siegertyp: Gerald Ciolek Bild: dpa

Im Schatten diverser Doping-Affären findet diese Woche die Straßen-WM der Radprofis statt. Im deutschen Team stehen die beiden Jungprofis Schumacher und Ciolek für einen Neubeginn. Bei den Frauen hat Judith Arndt doppelte Medaillenchancen.

          Die „Jungen Wilden“ Stefan Schumacher und Gerald Ciolek wollen die Zeitenwende im Radsport mit Medaillengewinnen dokumentieren. Aber auch die arrivierten Erik Zabel (36) und Andreas Klöden (31) haben sich für die an diesem Dienstag in Salzburg beginnenden Straßen-Weltmeisterschaften viel vorgenommen. Aus deutscher Sicht geben die Titelkämpfe Anlaß zu einigen Hoffnungen. „Drei Medaillen sind realistisch“, sagte Verbands-Sportdirektor Burkhard Bremer.

          Die Doping-Affäre Fuentes hat auch in Deutschland neue Zeiten eingeläutet. Der 25jährige Schumacher vom Team Gerolsteiner, in dieser Saison bereits Gewinner zweier Etappen beim Giro sowie Gesamtsieger der Benelux- und Polen-Rundfahrt, zählt mit Zabel im Elite-Rennen am Sonntag über 269,5 Kilometer zum Favoritenkreis. Genauso wie im U-23-Rennen am Samstag über 177,2 Kilometer der zukünftige T-Mobile-Profi Ciolek (19) aus Pulheim.

          Klöden will erfolgreichen Abschluß

          Im Einzelzeitfahren über 50,8 Kilometer haben der Tour-Dritte Klöden und Sebastian Lang am Donnerstag das Treppchen im Visier. Der deutsche Meister vom Gerolsteiner-Team aus Erfurt hat sich intensiv im Höhentrainingslager vorbereitet. Klöden (noch T-Mobile) will zum Abschluß der Saison noch ein i-Tüpfelchen setzen. Am Grünen Tisch dürfte der Radprofi nach der bevorstehenden Disqualifikation des unter Dopingverdacht stehenden Floyd Landis auf Platz zwei der Gesamtwertung der Tour de France aufrücken.

          Kämpfertyp: Stefan Schumacher

          Im Kampf gegen die Uhr spekulieren neben Titelverteidiger Michael Rogers (Australien) vor allem der sich nach Ablauf seiner Doping-Sperre auf Resozialisierungs-Kurs bewegende Schotte David Millar und der Schweizer Fabian Cancellara auf Edelmetall.

          Bettini lästert über Boonen

          Auch im Straßenrennen zum WM-Finale ist die Schar der Konkurrenten für die deutschen Radprofis groß: Sowohl Titelverteidiger Tom Boonen (Belgien) als auch Olympiasieger Paolo Bettini (Italien), und die beiden Vuelta-Spitzenfahrer Alexander Winokurow (Kasachstan) und Alejandro Valverde (Spanien) rechnen sich etwas aus.

          Schon vor dem Startschuß ging es hoch her: Bettini hatte seinem Team-Kollegen bei Quick-Step, Boonen, ausgerichtet, der WM-Kurs mit zwei Anstiegen pro Runde sei zu schwer für den Belgier. Der Titelverteidiger - am kommenden Sonntag als Kapitän der belgischen Equipe ausnahmsweise Gegner des kletterfesten Italieners - konterte: Er rechne durchaus wieder mit dem Regenbogen-Trikot. Um das darf sich in den italienischen Farben diesmal auch der Gerolsteiner-Kapitän Davide Rebellin bemühen, der sich 2004 aufgrund seiner Nicht-Nominierung noch um eine Starterlaubnis für Argentinien bemüht hatte.

          Judith Arndt könnte doppelt siegen

          Auch die deutschen Frauen haben in Salzburg Medaillenchancen: Allen voran die Leipzigerin Judith Arndt, die sowohl im Straßenrennen (132,9 Kilometer) am Samstag als auch im Zeitfahren (26,1) am Mittwoch aussichtsreich an den Start geht.

          Nachdem es bei der Weltmeisterin von 2004 im vergangenen Jahr nicht so gelaufen war, spekuliert sie jetzt auf zumindest einem Kurs auf eine WM-Medaille. Für die sprintstarke Titelverteidigerin Regina Schleicher ist der anspruchsvolle Parcours eine hohe Herausforderung.

          Zeitplan Radsport-WM

          Einzelzeitfahren
          20.09., 12:00 Uhr: Elite Frauen (26,1 km)
          20.09., 14:00 Uhr: U23 (39,5 km)
          21.09., 13:30 Uhr: Elite Herren (50,8 km)

          Straßenrennen
          23.09., 09.00 Uhr: U23 (176,8 km)
          23.09., 14.30 Uhr: Elite Frauen (132,6 km)
          24.09., 10.30 Uhr: Elite Herren (265,2 km)

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