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Rad-WM auf Rennstrecke : Fast wie Ferraris in der Formel 1

  • -Aktualisiert am

Quälte sich erfolgreich durch die Tour, kann nun auch die WM gewinnen: Tadej Pogacar Bild: AP

Statt Kirmesrennen nun die Weltmeisterschaft: Für viele Spitzenfahrer der Tour de France, darunter auch Sieger Tadej Pogacar, gehen die Strapazen direkt weiter. Dabei steht auch ein ganz besonderes Rennen auf dem Programm.

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          Gäbe es Corona nicht, würden die meisten Radprofis nach der Tour de France mal durchschnaufen. 3470 Kilometer hätten sie in den Beinen, viele, viele Höhenmeter, auch jede Menge Schrammen hätten sie am Leib, aber sie wären auch gut in Form, kein Gramm zu viel auf den Rippen, eine Tour de France zehrt nicht nur an den Kräften, sie wirkt auch wie ein dreiwöchiges extremes Trainingslager.

          In normalen Zeiten würden die Fahrer nun an lauen Sommerabenden auf Kirmesrennen ein bisschen Geld einsammeln. Fünfzigmal um den Kirchturm, Antrittsprämie, Sieger steht vorher fest, gute Stimmung, schnelles Geld, später Lohn für die Strapazen der Tour. Doch in diesem Jahr, in dem das Virus nicht nur die Tour von Juli in den September gedrückt hat und der Rennkalender komprimiert ist wie die Luft in einem Hochdruckreifen, ist alles anders.

          Neun Runden, 5000 Höhenmeter

          Statt Kirmesrennen nun die Weltmeisterschaft. Auch sie hat eine Wanderschaft hinter sich, zeitlich und räumlich. Ursprünglich in der Schweizer Region Aigle-Martigny geplant, findet sie jetzt in Imola in Italien statt, an diesem Sonntag steht das Straßenrennen der Männer auf dem Programm. Ein schwerer Parcours, statt rund um den Kirchturm nun 258 Kilometer rund um den Formel-1-Kurs mit Schlenkern in die Landschaft, bei denen sich am Ende der neun Runden 5000 Höhenmeter angesammelt haben werden.

          Zwei harte Anstiege von insgesamt fünfeinhalb Kilometern Länge samt einer Rampe mit 14 Prozent Steigung laden zum entscheidenden Angriff ein, wohl erst spät im Rennen, denn auf der Formel-1-Strecke werden sich Verfolgergruppen mit Tempo 55 auf die Jagd machen – für Zuschauer ein gewohntes Bild, viel schneller fahren die Ferraris zurzeit ja auch nicht. Das anspruchsvolle Höhenprofil hat dafür gesorgt, dass alle Weltklassesprinter zu Hause bleiben. Gefragt sind bergfeste, druckvolle Fahrer mit Qualitäten, wie man sie bei schweren Eintagesrennen wie der Flandern-Rundfahrt braucht.

          Zu den Favoriten des mit Nationalteams ausgetragenen Rennens zählen der Belgier Wout Van Aert, der bei der Tour zwei Etappen gewann, sein niederländischer Kollege vom Team Jumbo-Visma, Tom Dumoulin. Zu den Gold-Kandidaten zählt natürlich auch der Slowene Tadej Pogacar, der die Tour de France in großem Stil gewann, ihm ist alles zuzutrauen, auch der Doppelsieg aus Tour und Weltmeisterschaft. Die Italiener gehen mit Vincenzo Nibali ins Rennen, dem tempo- und bergfesten Altmeister aus Sizilien. Die deutschen Hoffnungen ruhen auf dem Berliner Maximilian Schachmann, der trotz Schlüsselbeinbruchs eine starke Tour fuhr. Ihm wird zugetraut, an einem guten Tag und bei einem optimalen Rennverlauf um den Titel mitfahren zu können.

          Ein Weltmeister aus Deutschland? Lange ist es her. 54 Jahre. Am 26. August 1966 schlug der Mannheimer Rudi Altig den Franzosen Jacques Anquetil im Sprint. Auf einer traditionsreichen Formel-1-Strecke, dem Nürburgring.

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