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Rad-WM : Degenkolb enttäuscht über Platz vier

  • -Aktualisiert am

Der starke Mann des Tages: Philippe Gilbert aus Belgien Bild: AFP

John Degenkolb fährt bei der Straßen-WM in Valkenburg auf den undankbaren vierten Platz. Weltmeister in den Niederlanden wird der Belgier Philippe Gilbert.

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          Der Weltmeister des vergangenen Jahres stieg früh aus, schon nach wenigen Runden war für Mark Cavendish am Sonntag Dienstschluss. Als wirklicher Favorit war der egozentrische Brite bei den Rad-Weltmeisterschaften in den Niederlanden ohnehin nicht gehandelt worden. Für John Degenkolb galt das schon eher, und tatsächlich zeigte der Erfurter in Valkenburg eine bemerkenswerte Leistung – ohne letztlich aber Cavendishs Nachfolger werden zu können oder eine Medaille zu holen. So war Degenkolb im ersten Moment sogar verärgert nach dem vierten Platz hinter dem neuen Weltmeister Philippe Gilbert aus Belgien, dem Norweger Edvald Boasson Hagen und dem Spanier Alejandro Valverde. Der aufstrebende deutsche Radprofi sprach von einer verpassten Chance. „Wir haben heute eine Medaille verloren.“

          Rainer Seele

          Sportredakteur.

          Dass ein ausgebuffter Rennfahrer wie Gilbert nach dem Regenbogentrikot greifen würde, war vorauszusehen. Auf dem 267 Kilometer langen anspruchsvollen Kurs in Süd-Limburg waren Klassiker-Spezialisten wie der Belgier im Vorteil. Gilbert nutzte die Gelegenheit konsequent. Beim letzten Anstieg auf den gefürchteten Cauberg, der eine Steigung von bis zu zwölf Prozent aufweist, griff der Belgier beherzt an – und fuhr als gefeierter Solist durch das Ziel. „Wenn man so stark ist wie Gilbert, kann man so etwas machen“, sagte Degenkolb über den entscheidenden Vorstoß des Belgiers auf schwierigem Terrain. Und er betonte: „Gilbert ist ein würdiger Weltmeister.“

          Gilberts entscheidender Antritt am Cauberg
          Gilberts entscheidender Antritt am Cauberg : Bild: REUTERS

          Er selbst steckte als Vierter von Valkenburg in einem Zwiespalt: „Ich bin hin- und hergerissen“, sagte der Thüringer über seine Gefühle, „ob ich enttäuscht sein oder mich freuen soll.“ Degenkolb war zuversichtlich nach Limburg gereist, kein Wunder bei zwölf Saisonsiegen. Und wie sich am Sonntag herausstellte, stand ihm auch eine funktionierende Mannschaft zur Verfügung. Im Finale des Rennens hatte Degenkolb sogar noch zwei Kollegen an seiner Seite, Fabian Wegmann und Paul Martens. Nicht zuletzt für sie, sagte der Erfurter, hätte er gerne eine Medaille gewonnen. „Wir gehörten zu den starken Nationen“, behauptete er. Mochte die deutsche Darbietung in Valkenburg auch nicht mit einer offiziellen Auszeichnung belohnt worden sein, so schöpfte Degenkolb doch frischen Mut: „Wir sollten es als Motivation für die nächsten Jahre ansehen.“ Er bezog das natürlich auch auf seine Entwicklung.

          Jan Schaffrath, der sportliche Leiter des deutschen Nationalteams, war vor allem von der Nervenstärke des 23 Jahre alten Profis beeindruckt. „So jung und schon so abgebrüht, davor kann man nur den Hut ziehen.“ Degenkolb sei, so Schaffrath, als Sprinter souverän mit gestandenen Profis mitgefahren. Den Behauptungswillen des Erfurters beschrieb er salopp so: „Der kann sich die Zunge abbeißen, um dranzubleiben.“ Für Schaffrath steht außer Frage, dass Degenkolb ein „hervorragender Mann für die Zukunft“ ist. Und eigentlich war er für ihn schon am Sonntag ein Champion: „Für ihn als junger Fahrer war es ein Sieg.“

          Grün war die Hoffnung, doch sie wurde enttäuscht: John Degenkolb verpasst eine Medaille als Vierter denkbar knapp
          Grün war die Hoffnung, doch sie wurde enttäuscht: John Degenkolb verpasst eine Medaille als Vierter denkbar knapp : Bild: dapd

          Rad-WM in den Niederlanden

          Männer, Straßenrennen, Maastricht - Valkenburg (267,4 km): 1. Philippe Gilbert (Belgien) 6:10:41 Std.; 2. Edvald Boasson Hagen (Norwegen) + 0:04 Min.; 3. Alejandro Valverde (Spanien) + 0:05; 4. John Degenkolb (Erfurt); 5. Lars Boom (Niederlande); 6. Allan Davis (Australien); 7. Thomas Voeckler (Frankreich); 8. Ramunas Navardauskas (Litauen); 9. Sergio Henao (Kolumbien); 10. Oscar Freire (Spanien); ...27. Fabian Wegmann (Freiburg) alle gleiche Zeit.

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