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Nach schwerem Unfall : Radprofi Jakobsen aus künstlichem Koma erwacht

  • Aktualisiert am

Das Sturz-Finale von Kattowitz hat ein juristisches Nachspiel. Bild: EPA

Nach dem schweren Sturz beim Zielsprint von Kattowitz ist der Radrennfahrer Jakobsen aus dem Koma erwacht. Der Zwischenfall hat mittlerweile ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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          Zwei Tage nach seinem schweren Sturz bei der ersten Etappe der Polen-Rundfahrt ist der niederländischen Radprofi Fabio Jakobsen aus dem künstlichen Koma erwacht. „Wir haben gute Nachrichten aus dem Krankenhaus in Sosnowiec. Fabio Jakobsen ist nach dem Koma jetzt wach. Sein Zustand ist gut“, teilten die Tour-Organisatoren am Freitag per Twitter mit. Vertreter des Krankenhauses wollen sich laut Nachrichtenagentur PAP am Nachmittag bei einer Pressekonferenz zu dem Zustand des Rennradfahrers äußern.

          Inzwischen hat sich die Staatsanwaltschaft von Kattowitz eingeschaltet. „Bis jetzt wurden drei Zeugen befragt, einschließlich eines Veranstalters“, sagte Beata Ksiazek-Nowicka von der Staatsanwaltschaft der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Die Polizei hat bereits Aufnahmen des Unfalls sowie die Räder der verletzten Fahrer gesammelt.

          Am Mittwoch hatte Dylan Groenewegen (Lotto-Soudal) Jakobsen (Deceuninck-Quick Step) im Sprint um den Sieg kurz vor der Ziellinie ins Absperrgitter gedrückt. Jakobsens Zustand sei laut Ärzten „ernst, aber stabil“, er bleibe zunächst aber im künstlichen Koma.

          Patrick Lefevere, Manager von Deceuninck-Quick Step, hatte den Unfall als „kriminell“ bezeichnet und angekündigt, sich bei der Polizei zu melden. „Wir werden das nicht ruhen lassen“, sagte er am Donnerstag laut der belgischen Nachrichtenagentur Belga.

          Harte Strafe gefordert

          Der langjährige Radprofi Jens Voigt hat nach dem schlimmen Crash eine harte Strafe für Groenewegen gefordert. „Ich denke da schon an drei bis sechs Monate. Es müsste etwas sein, was weh tut und auch an alle anderen Profis das Signal sendet: Hier wurde eine rote Linie überschritten, das akzeptieren wir nicht mehr“, sagte Voigt bei Sport1. Man könne nicht mit dem Leben, der Karriere oder Gesundheit eines Kollegen spielen, sagte der 48-Jährige. „Wenn die Linie so offensichtlich verlassen wurde, Leib und Leben willentlich riskiert wurden, muss es eben auch härtere Strafen geben.“

          Voigt gibt aber auch dem Weltverband UCI eine Mitschuld. „Der Veranstalter bittet die UCI um Genehmigung und Klassifizierung des Rennens und der Strecke, und die UCI und die technische Kommission überprüft das. Da sie das genehmigt hat, kann sie im Nachhinein ihre Hände nicht in Unschuld waschen und die Schuld auf den Veranstalter schieben“, sagte der 17-malige Tour-de-France-Teilnehmer.

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