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Rad : T-Mobile verzichtet bei der Tour auf Erik Zabel

  • Aktualisiert am

Ullrich in Gelb, Zabel in Grün - das Bild aus dem Jahr 1997 wird sich nicht wiederholen Bild: picture-alliance / dpa

T-Mobile setzt bei der kommenden Tour de France voll auf seinen Star Jan Ullrich und verzichtet auf Sprinter Erik Zabel. Das gab der Bonner Radrennstall bekannt. Als Entschädigung bekommt Zabel eine Vertragsverlängerung angeboten.

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          Die Geheimniskrämerei hat ein Ende: T-Mobile setzt bei der kommenden Tour de France voll auf Jan Ullrich und verzichtet auf Sprinter Erik Zabel. Das gab der Bonner Radrennstall am Donnerstag bekannt. Das neun Fahrer starke Aufgebot für die Frankreich-Rundfahrt (2. bis 24. Juli) soll am 22. Juni in der Konzernzentrale in Bonn präsentiert werden.

          Zabel wurde am Morgen unterrichtet, daß er aus dem Kader gestrichen wurde, der vorerst noch 13 Namen umfaßt. Der Profi aus Unna, der am 7. Juli seinen 35. Geburtstag feiert, fehlt zum ersten Mal in seiner Karriere bei der Großen Schleife, die er von 1994 bis 2004 elfmal in Serie bestritt. Er gewann zwölf Etappen, ein deutscher Rekord, und holte sechsmal das Grüne Trikot. T-Mobile will Zabel, dessen Vertrag Ende 2005 ausläuft, als Entschädigung langfristig an sich binden. Die Verhandlungen darüber sollen noch vor der Tour abgeschlossen sein. Zabel kam 1993 als Neuprofi zu Telekom (Siehe auch: F.A.Z.-Interview Jan Ullrich: „Ich würde mich unterordnen“).

          Platz für einen Wasserträger

          Der Sprinter Erik Zabel mußte seinen Platz für einen „Wasserträger“ räumen. Das Team, so hieß es, solle ganz auf die optimale Unterstützung für Ullrich ausgerichtet werden. „Wenn man die Tour gewinnen will, braucht der Kapitän, wie Lance Armstrong, acht Helfer nur für sich.“ Zabel aber sei kein Domestike fürs Gelbe Trikot. Teamchef Walter Godefroot war am Mittwoch zur Tour de Suisse gereist, um diesen Sachverhalt vorab intern mit seinem designierten Nachfolger Olaf Ludwig und mit dem Sportlichen Leiter Mario Kummer zu klären.

          Die Tour verliert einen ihrer erfolgreichsten Sprinter
          Die Tour verliert einen ihrer erfolgreichsten Sprinter : Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

          „Alle für Jan“

          Überhaupt setzt das T-Mobile-Team auf klare Verhältnisse und hat bezüglich der Teamordnung Ullrich bereits zum alleinigen Kapitän ernannt: „Wir gehen nicht mit einer Doppelspitze an den Start, das weiß auch Alexander Winokurow“, stellte Kummer während der Tour de Suisse klar.

          Der Kasache, der 2003 hinter Lance Armstrong und Ullrich Tour-Dritter geworden war, betonte ebenfalls: „Wir fahren alle für Jan, das gilt auch für mich.“ Ullrich selbst bekräftigte jedoch einmal mehr: „Wenn Wino stärker sein sollte, werde auch ich für ihn fahren. Es ist gut für uns, wenn wir zwei Eisen im Feuer haben.“

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