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Bei Lombardei-Rundfahrt : Der nächste schwere Sturz im Radsport

  • Aktualisiert am

Die belgische Radsport-Hoffnung Remco Evenepoel wird nach seinem Unfall bei der Lombardei-Rundfahrt von Sanitätern abtransportiert. Bild: AFP

Wenige Wochen nach dem Horrorsturz in Polen, kommt es bei der Lombardei-Rundfahrt wieder zu einem schweren Unfall. Der Belgier Remco Evenepoel überschlägt sich. Auch Maximilian Schachmann erlebt einen Schreckmoment.

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          Radsport-Wunderkind Remco Evenepoel ist bei der Lombardei-Rundfahrt am Samstag schwer gestürzt. Der 20 Jahre alte Belgier kollidierte bei einer Abfahrt mit einer kleinen Mauer, überschlug sich und fiel einen Abhang hinunter. Genaue Informationen zu seinem Gesundheitszustand lagen zunächst nicht vor.

          Wie sein Team Deceuninck-Quick-Step am Abend mitteilte, ergaben die Untersuchungen im Krankenhaus einen Bruch des Beckens sowie eine Quetschung der rechten Lunge. Wie lange Evenepoel, der die ganze Zeit bei Bewusstsein gewesen sei, nicht mehr fahren kann, blieb zunächst offen. Bis Sonntag werde er zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben und dann in seine Heimat fliegen. In seinem Heimatland wird der Nachwuchsstar bereits mit der Radsport-Ikone Eddy Merckx verglichen, er gewann zuletzt die Polen-Rundefahrt.

          Für einen Schreckmoment sorgte zudem eine Kollision des deutschen Meisters Maximilian Schachmann kurz vor dem Ziel mit einem Auto, bei der sich der 26-Jährige das Schlüsselbein brach. Schachmann konnte nach dem Zusammenstoß dennoch wieder auf sein Rad steigen und die Rundfahrt zu Ende bringen, er wurde am Ende Siebter mit 4:31 Minuten Rückstand. „Nach so einem harten Rennen“ bevorzuge er ein kaltes Bier im Bus statt eines warmen Wassers im Krankenwagen,schrieb Schachmann unter ein Bild bei Instagram, das ihn lächelnd in Behandlung zeigt. Die Diagnose gab sein Team Bora-hansgrohe am Samstagabend bekannt. Sieger nach 231 Kilometern wurde der Däne Jakob Fuglsang (Astana Pro Team) in 5:23:54 Stunden.

          Schon Anfang August war es bei der Polen-Rundfahrt zu mehreren folgenschweren Stürzen gekommen. Beim Zielsprint der ersten Etappe wurde der Niederländer Fabio Jakobsen (Deceuninck-Quick Step) vom Lotto-Soudal-Fahrer Dylan Groenewegen in die Absperrgitter gedrückt. Jakobsen lag nach seinem Sturz zwei Tage im künstlichen Koma. Patrick Lefevere, Manager von Deceuninck-Quick Step, bezeichnete den Unfall als „kriminell“. Zwei Tage nach Jakobsens Sturz verunglückte, ebenfalls bei der Polen-Rundfahrt, der französische Fahrer Mickael Delage vom Team Groupama-FDJ. Delage musste mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.

          Kämna gewinnt Etappe bei Dauphiné-Rundfahrt

          Nach dem verletzungsbedingten Ausstieg der deutschen Tour-Hoffnung Emanuel Buchmann hat Radprofi Lennard Kämna bei der Dauphiné-Rundfahrt den bislang größten Erfolg seiner Karriere errungen. Der 23-Jährige vom Buchmann-Team Bora-hansgrohe gewann am Samstag die vierte Etappe mit dem komfortablen Vorsprung von 41 Sekunden vor dem Spanier David de la Cruz und Julian Alaphilippe (Frankreich/0:56 Sekunden zurück).

          „Ich bin super stolz. Das ist eine wirklich große Sache für mich“, sagte Kämna, der seinen ersten Profisieg feierte, bei Eurosport. Wegen des Sturzes von Buchmann sei der Tag aber „bittersüß. Ich hoffe das Beste, dass es ihm schnell wieder bessergeht.“ Enrico Poitschke, der sportlicher Leiter der Mannschaft, äußerte: „Schwieriger Tag und gemischte Gefühle für uns. Großartig was Lennard gezeigt hat, ein beeindruckender Sieg.“ Die Stürze von Buchmann und auch von dessen Teamkollegen Gregor Mühlberger seien aber „bitter“.

          Buchmann steigt bei Dauphiné-Rundfahrt aus

          Der 27 Jahre alte Buchmann war nach Angaben der Organisatoren auf einer Abfahrt vom Col de Plan Bois nach 29 Kilometern gestürzt. Buchmann wurde ins Krankenhaus gebracht, er hatte tiefe Abschürfungen, wie sein Team via Twitter mitteilte. Am Samstagabend gab Buchmanns Team Entwarnung: Er habe ein großes Hämatom erlitten, gebrochen sei aber nichts. Zuvor hatte Buchmann auf dem dritten Platz in der Gesamtwertung gelegen. Auch sein Teamkollege Mühlberger aus Österreich und der Niederländer Steven Kruijswijk gaben die Rundfahrt auf der vorletzten Etappe auf.

          „In der Abfahrt, nachdem die Gruppe weg war, waren wir im Feld eigentlich gut positioniert, aber der Asphalt war rutschig und es gab einen Sturz“, sagte Poitschke. „Einige Fahrer gingen vor Emu und Gregor zu Boden, die konnten nicht mehr ausweichen. Beide mussten ins Krankenhaus und wir hoffen das Beste.“

          Tour-de-France-Sieger Egan Bernal war bereits nicht mehr an den Start im französischen Ugine gegangen. Das Ineos-Team bestätigte den Ausstieg des 23 Jahre alten Radstars aus Kolumbien. „Er hat Rückenprobleme, deshalb ist es das Beste für ihn, es locker angehen zu lassen. Ich denke nicht, dass es ein großes Problem ist“, sagte Teamkollege Geraint Thomas. Bernal hatte am Vortag bei der Bergankunft in Saint-Martin-de-Belleville neun Sekunden auf den Gesamtführenden Primoz Roglic aus Slowenien verloren.

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