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Tom Brady : Der Superheld des American Football

  • -Aktualisiert am

Tom Brady beim Saisonauftakt gegen die Pittsburgh Steelers Bild: USA Today Sports

Quarterback Tom Brady ist einer der besten Spieler in der Geschichte des American Football. Auch mit 38 Jahren ist er noch eine Klasse für sich und stellt weiterhin Bestleistungen auf.

          Dass eine so berühmte Frau sehr offen ihre Gefühle für den Mann an ihrer Seite im Internet bloßlegt, das kommt nicht oft vor. So wie neulich, als Gisele Bündchen ein Foto bei Instagram hochlud, auf dem ein Paar, das zwei Kinder auf den Schultern trug, küssend und knietief in irgendeinem tropischen Ozean stand.

          Man konnte die Personen nicht genau erkennen, sie mit einiger Bestimmtheit aber durchaus erraten: Links im allerknappsten Bikini, das war Gisele, das Model aus Brasilien. Und rechts in der blau-weiß gestreiften Badehose: der Mann, den sie 2009 geheiratet hat, Football-Profi Thomas Edward Patrick Brady, Jr., einer der besten und erfolgreichsten Quarterbacks in der fast hundertjährigen Geschichte der National Football League.



          Der Text verriet den Anlass. „Herzlichen Glückwunsch, mein Liebster!“, schrieb Gisele Bündchen und gratulierte dem Gatten auf diese Weise zu seinem 38. Geburtstag. Die Reaktionen auf den öffentlichen Glückwunsch jedoch waren gemischt. Mehr als 300 000 Instagram-Nutzer klickten auf das Gefällt-mir-Herz unter dem Foto, während sich unter den mehr als 7000 Kommentaren eine ganze Reihe befanden, die ein Gerücht thematisierten. Denke das Ehepaar nicht über Scheidung nach?

          Tatsächlich scheint sich die Öffentlichkeit für so gut wie alles zu interessieren, was Brady treibt, wie es ihm geht und wie sich das womöglich auf sein Leistungsvermögen als Footballprofi auswirkt. Das liegt an seinem Stellenwert als einer der ganz großen Superhelden im amerikanischen Sport, untermauert von seiner Leistung im Februar, als er mit den New England Patriots zum vierten Mal den Super Bowl gewann, den größten aller denkbaren Titel.

          Brady konnte beim Saisonauftakt gegen die Pittsburgh Steelers eine neue Liga-Bestleistung aufstellen.

          Warum er sich mit 38 nicht längst zur Ruhe gesetzt und aus dem Rampenlicht zurückgezogen hat, ist schwer nachzuvollziehen. Es liegt sicher an seiner Einstellung zur Knochenmühle NFL, die er in einem Gespräch mal zu erkennen gab. Man müsse gewiss „halb verrückt“ sein, eine Sportart zu betreiben, „bei der 5000 Pfund Lebendgewicht um dich herumstehen“, Muskelmonster, die bei jedem Spielzug nichts lieber tun würden, als einen mit aller Kraft in den Boden zu spitzen.

          Aber die Sache habe einen ganz besonderen Reiz. „Wir sind Leute, die den Nervenkitzel lieben“, sagt er über die Typen, die sich nach Gladiatorenart mit Helm und Schutzpanzerung ins Getümmel stürzen. „Einen Adrenalinrausch wie im Football erlebst du sonst fast nirgendwo.“

          Brady ist durch den Sport ein steinreicher Mann geworden

          Andere müssen für ihre Räusche teuer bezahlen, egal ob sie Drogen oder Alkohol bevorzugen. Brady kassiert für dieses seltsame Vergnügen. Eine Statistik rechnete neulich zusammen, wie viel Geld ihm die New England Patriots in all den Jahren bezahlt haben, in denen er für sie gespielt hat: knapp 150 Millionen Dollar brutto. Dazu kommen Werbeeinnahmen von geschätzt rund sieben Millionen Dollar pro Jahr. Brady ist durch den Sport ein steinreicher Mann geworden. Addiert man dann noch die Honorare, die Gisele Bündchen einspielt (rund 40 Millionen Dollar im Jahr), kann man nachvollziehen, wie sie ihr teures Leben bestreiten. Mit solchen Latifundien wie der gerade fertiggestellten Villa am Stadtrand von Boston - ein Refugium im Grünen mit einer Wohnfläche von 1500 Quadratmetern mit Swimmingpool, Yoga-Studio und Weinkeller zum Beispiel. Oder mit der ausladenden und ebenfalls sündhaft teuren Wohnung im 47. Stock eines Wolkenkratzers in Manhattan.

          Das viele Geld nützt Brady allerdings wenig, sobald seine Reputation auf dem Spiel steht. So wie in jener Affäre, die unter dem Titel „Deflategate“ Schlagzeile machte. Beim Spiel im Januar gegen die Indianapolis Colts hatte eine Überprüfung der von den Patriots mitgebrachten Ledereier ergeben, dass sie nicht so stark aufgepumpt waren, wie es die Regeln verlangen. Weichere Footbälle sind bei regnerischem, kaltem Wetter griffiger. Hatte Brady etwa darum gebeten, dass jemand die Bälle für ihn manipuliert?

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