https://www.faz.net/-gtl-9f2f1

Wahl des Schach-Präsidenten : Sieg für Putins Kandidat

  • Aktualisiert am

Arkadi Dworkowitsch spricht bei der deutsch-russischen Rohstoff-Konferenz im Dezember 2016. Bild: dpa

Der Russe Dworkowitsch ist zum Präsidenten des Schach-Weltverbands Fide gewählt worden. Er löst damit Iljumschinow ab. Dieser war zuletzt höchst umstritten und aus einem bestimmten Grund sogar suspendiert.

          Arkadi Dworkowitsch ist neuer Präsident des Internationalen Schach-Verbands Fide. Der 46 Jahre alte Russe erhielt am Mittwoch auf dem Fide-Kongress im georgischen Batumi die Mehrzahl der Stimmen und setzte sich gegen den Griechen Georgios Makropoulos durch. 103 der 182 Verbände votierten für Dworkowitsch, der damit die Nachfolge seines Landsmanns Kirsan Iljumschinow antritt. Auf Fide-Vizepräsident Makropoulos entfielen 78 Stimmen, eine Stimme war ungültig. Der britische Großmeister Nigel Short hatte seine Kandidatur kurz vor der Abstimmung zurückgezogen.

          „Wir sind gespannt auf die Aktivitäten des neuen Teams und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagte Ullrich Krause, Präsident des Deutschen Schachbunds, der Deutschen Presse-Agentur. Russlands Präsident Wladimir Putin richtete Glückwünsche aus. Sein Sprecher Dmitri Peskow sagte der Nachrichtenagentur Interfax zufolge, Putin hoffe, dass mit der Wahl von Dworkowitsch Schach frei von Einflüssen der Politik bleibe. Der Posten solle allein dem Schachspiel dienen.

          Dworkowitsch – der siebte Präsident der Fide seit 1924 – ist ein politisches Schwergewicht. Der Russe war schon Berater von Präsident Wladimir Putin, Vize-Regierungschef und im Sommer Cheforganisator der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Er beendet die Ära seines umstrittenen Landsmanns Iljumschinow.

          Der frühere Präsident der südrussischen Republik Kalmückien wurde 1995 zum Fide-Chef gewählt. 2015 verhängten die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen Iljumschinow, weil er geschäftliche Kontakte mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad gepflegt haben soll. Sein Stellvertreter Makropoulos führte seither die Amtsgeschäfte des Fide-Präsidenten. Mitte Juli dieses Jahres wurde Iljumschinow suspendiert und zog seine abermalige Kandidatur zurück.

          Weitere Themen

          Deutsche Junioren hellwach zum ersten Sieg

          U-21-EM : Deutsche Junioren hellwach zum ersten Sieg

          Der Auftakt verläuft ein wenig holprig, dann zeigt der Titelverteidiger bei der U-21-EM seine Klasse. Deutschland besiegt Dänemark im ersten Spiel. Beim 3:1-Erfolg ist ein Spieler beim DFB-Nachwuchs überragend.

          Topmeldungen

          Ehemaliger Lebensmittelladen in Loitz: Der Solidaritätszuschlag dient in erster Linie zur Finanzierung der Kosten, die die deutsche Wiedervereinigung verursacht hat. (Archiv)

          Wortbruch der Union : Soli-Schmerzen

          Dass ein Teil des Soli bleibt, dürfte für die Betroffenen finanziell zu verschmerzen sein. Nicht aber der Wortbruch der Union – und das bittere Gefühl, dass ihr Sondereinsatz für das Land nicht einmal wertgeschätzt wird.
          Trotz Sanktionen: Schweißer arbeiten Anfang April im Karosseriebau des Mercedes-Benz Werks im Industriepark Jessipowo bei Moskau

          Russland-Sanktionen : Der Preis des Zurückweichens

          Die Russland-Sanktionen waren ein Signal. Deren Aufhebung wäre es erst recht – die EU würde damit demonstrativ vor Moskaus Politik der Gewalt und Drohung zurückweichen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.