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Prozesse : Puma verklagt Fifa

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Das Streitobjekt: der Einteiler von Puma Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Der Sportartikelhersteller Puma hat den Weltfußballverband Fifa im Streit um einteilige Trikots auf Schadensersatz von zwei Millionen Euro verklagt. Verhandelt wird der Streit vor dem Nürnberger Landgericht.

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          Der Sportartikelhersteller Puma hat den Weltfußballverband Fifa im Streit um einteilige Trikots auf Schadensersatz von zwei Millionen Euro verklagt. Vor dem Landgericht Nürnberg soll vom kommenden Mittwoch an verhandelt werden, ob die Fifa beim Afrika-Cup 2004 dem Team von Kamerun das Tragen der modischen Leibchen zu Recht verboten habe, sagte Puma-Anwalt Reinhard Stünkel am Donnerstag.

          Nach Ansicht von Puma hatte die Fifa auf Druck des Konkurrenten adidas gehandelt. Adidas wies die Vorwürfe zurück. Nach Stünkels Angaben hatte die Fifa das einteilige Trikot zunächst „abgesegnet“ und sogar positiv auf die Neuerung reagiert, da es damit nicht mehr möglich sei, den Gegner festzuhalten oder das Trikot beim Torjubel über den Kopf zu ziehen.

          Blatter im Zeugenstand

          Als Kamerun beim Afrika-Cup mit den Leibchen gespielt habe, habe der Verband seine Meinung jedoch geändert und das Team zunächst sogar mit dem Abzug von sechs Punkten in der WM-Qualifikation bestraft. Nach Stünkels Ansicht kam der Meinungsumschwung auf Druck des langjährigen Fifa-Partners adidas zu Stande. Man habe dafür handfeste Beweise und werde im Prozeß entsprechende Zeugen aufbieten.

          Auch Fifa-Präsident Sepp Blatter solle in den Zeugenstand gerufen werden. Der Weltverband habe rechtswidrig in das Geschäft von Puma eingegriffen. Stünkel sprach von „Verfilzung“. Ein fairer Konkurrenzkampf der Ausrüster werde auf diese Weise unterbunden.

          „Vorwürfe falsch“

          „Das läßt sich Puma nicht mehr bieten“, sagte er. Der Schadensersatz werde für die Aufwendungen bei der Entwicklung des Trikots gefordert. „Kein Team wagt es mehr, damit zu spielen.“ Puma will vor dem Landgericht zudem die Wiederzulassung des Einteilers erreichen.

          Adidas-Sprecher Jan Runau sagte, die Vorwürfe seien falsch. Das Unternehmen habe keinen Einfluß genommen. Man mische sich grundsätzlich nicht in Verbandsangelegenheiten ein. Adidas rüstet seit langem die Fifa-Mitarbeiter und Schiedsrichter bei Weltmeisterschaften aus und liefert auch den offiziellen WM-Ball.

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