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Prix de l'Arc de Triomphe : Kleine Stute Danedream erfüllt sich großen Traum

  • -Aktualisiert am

Jubel in Paris: Andrasch Starke siegt auf Danedream beim Prix de l'Arc de Triomphe Bild: REUTERS

1975 siegte Star Appeal, nun gewinnt Danedream sensationell als zweites in Deutschland trainiertes Pferd den Prix de l'Arc de Triomphe. Die Nachmeldegebühr von 100.000 Euro rentiert sich. Der Triumph lässt die Besitzer träumen.

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          Bei solch einem Rennen in Paris auf der Bahn von Longchamp wollten alle dabei sein - da schreckten auch 100.000 Euro Gebühr für eine verspätete Nennung im Qatar Prix de l'Arc de Triomphe nicht. Drei Besitzer machten von der Möglichkeit Gebrauch, ihr Pferd für diese Summe an dem mit vier Millionen Euro fürstlich dotierten Rennen am Sonntag teilnehmen zu lassen.

          Meldet man sein Pferd, wie üblich, einige Monate früher an, bezahlt man 5000 Euro. Wer diesen Termin verstreichen ließ, weil er seinem Pferd einen Start im wohl wichtigsten Galopprennen des Jahres nicht zutraute, konnte dieses Versäumnis teuer nachholen.

          Dazu zählte auch Helmut Volz, Rennstall-Besitzer aus dem badischen Achern. Für 9000 Euro hatte er im Frühjahr 2010 die kleine, eher unscheinbare Stute Danedream als Zweijährige auf der Auktion in Iffezheim gekauft. Doch sie entpuppte sich als wahres Juwel. Knapp 600.000 Euro Preisgeld hatte Danedream bisher bereits zusammengaloppiert; zuletzt gewann sie überlegen den Großen Preis von Baden, das international angesehenste Rennen in Deutschland.

          Nach diesem Sieg entstand auch schnell der Plan, Danedream für den Arc nachzunennen. „Wenn wir ehrlich sind, gibt es eigentlich jetzt nur ein Ziel für sie“, sagte Besitzer Volz damals. „Die Rennen in Japan und den USA sind sicher tolle Aufgaben, aber der Arc ist eine ganz andere Liga. Und da dabei zu sein, wäre schon gigantisch. Wir reden von dem Rennen überhaupt.“

          Und es wurde noch besser: Danedram gewann sensationell. Die drei Jahre alte Stute deklassierte mit ihrem Jockey Andrasch Starke auf der Galopprennbahn von Paris-Longchamp die Konkurrenz und siegte mit großem Vorsprung im mit vier Millionen Euro dotierten Rennen in neuer Bahnrekordzeit. „Das ist der Wahnsinn“, jubelte Starke nach dem Rennen. Auch Trainer Peter Schiergen stellte Danedream, einer Tochter des großen Lomitas, ein Zeugnis der Extraklasse aus. „Sie ist die Beste, die ich je trainiert habe. Dieser Sieg heute stellt alles was ich als Trainer und auch zuvor als Jockey erreicht habe in den Schatten“, sagte der erfahrene Trainer.

          Danedream avancierte im über 2400 Meter führenden Prix de l'Arc de Triomphe zu einem der besten Rennpferde der Welt. 2:24,49 Minuten benötigte Danedream für die Strecke - die schnellste je im „Arc“ gelaufene Zeit. Die beiden Außenseiterinnen Shareta (Thierry Jarnet) und Snow Fairy (Frankie Dettori) belegten die Plätze zwei und drei, die große Favoritin Sarafina wurde nur Siebte.

          Danedream lässt die Besitzer träumen

          Um das Abenteuer Paris finanziell abzusichern, verkaufte der Möbelhändler Volz allerdings 50 Prozent der Stute nach Japan an den Besitzer Teruya Yoshida. Eine Summe wurde nicht genannt, Experten gehen aber von einem Kaufpreis von einer Million bis anderthalb Millionen Euro aus. Danedream läuft weiterhin in den Farben des Gestüts Burg Eberstein. Auch der Reiter wurde nicht gewechselt: Andrasch Starke, der vermutlich beste Jockey in Deutschland, durfte Danedream wie bei ihren Siegen in Rom (Italienisches Stutenderby), Berlin und Baden-Baden auch beim Triumph in Paris reiten. Sie soll zudem bei Peter Schiergen in Köln im Training bleiben.

          Das war zumindest der Plan vor dem Arc, in dem Danedream als zweites in Deutschland trainiertes Pferd lief und in den sie als 200:10-Außenseiter ging. Den bisher einzigen Sieg eines in Deutschland trainierten Pferdes schaffte Star Appeal 1975. Nun ließ Danedream ihre Besitzer träumen. Das sagt nicht nur ihr Name, das hatte die Stute schon mehrfach bewiesen. Doch der Sieg in Paris stellt alles in den Schatten.

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