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PGA Championship : Tiger Woods ist wieder da – und wie!

  • -Aktualisiert am

Wieder in Form: Tiger Woods glänzt bei der PGA Championship. Bild: dpa

Mit einer starken Schlussrunde bei der PGA Championship sichert sich der Golf-Star fast den Titel. Spätestens jetzt gilt es als ausgemachte Sache, dass Tiger Woods auch beim Ryder Cup spielt.

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          Martin Kaymer hat es als Schritt in die richtige Richtung gewertet. Nachdem er bei seinen letzten drei Turnieren jeweils den Cut verpasst hatte, schaffte der Golfprofi aus Mettmann bei der 100. PGA Championship im Bellerive Country Club in St. Louis (Missouri) die Qualifikation für die beiden Schlussrunden – und das nach einer fulminanten Aufholjagd. Als am Freitagnachmittag das letzte Major des Jahres wegen eines Gewitters unterbrochen werden musste, schien der Rheinländer mit drei Schlägen über Par weit vom Cut entfernt. Doch als er am Samstagmorgen um 7.00 Uhr Ortszeit seine Runde fortsetzte, erinnerte er mit einem Eagle am 11. Loch und einem Birdie am 16. Loch an seine Glanzzeiten, die ihm zwei Major-Siege beschert und ihn im Frühjahr 2011 für acht Wochen auf den ersten Weltranglistenplatz befördert hatten.

          Mittlerweile ist der beste deutsche Golfer in der Hackordnung auf Rang 130 abgerutscht. Da war es schon ein Erfolg, dass er mit 140 Schlägen genau die Schlagzahl nach 36 Löchern erreichte, die nötig war, um nicht schon wieder bei einem Turnier vorzeitig abreisen zu müssen. Die dritte Runde gilt bei Profigolfern als „Moving Day“, als der Tag, an dem es gilt, sich für das Finale am Sonntag in Stellung zu bringen. Kaymer gelang mit 67 Schlägen eine vorzügliche Runde, aber zu mehr als auf einen Sprung auf den geteilten 36. Rang mit insgesamt 207 Schlägen reichte das nicht. „Es hätten noch ein paar Birdies mehr sein können“, kommentierte Kaymer seine Runde auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

          Mit dem Kampf um die Wannamaker Trophy und den Siegesscheck von 1,98 Millionen Dollar hatte der PGA Champion des Jahres 2010 nichts mehr zu tun. Sein Rückstand auf den führenden Brooks Koepka (198 Schläge/12 unter Par) war mit neun Schlägen schon vor der letzten Runde gewaltig. Am Ende fehlten Kaymer (277 Schläge) 13 Schläge auf den Amerikaner, der sich mit 264 Schlägen den Titel im letzten Majorturnier des Jahres sicherte.

          Hoffnung, den zweimaligen US-Open-Sieger noch einzuholen, hatten sich vor der finalen Runde andere gemacht, vor allem Adam Scott (200 Schläge), der australische Masters-Sieger von 2013, der Spanier Jon Rahm sowie die Amerikaner Rickie Fowler und Gary Woodland (alle 201 Schläge). Letztlich war es jedoch Altmeister Tiger Woods, der dem Weltranglisten-Zweiten Koepka nach vier Runden nochmal gefährlich nahe kam. Bloß zwei Schläge auf seinen Landsmann fehlten Woods am Ende, um sein Comeback in der letzten Runde mit dem Titel zu krönen. Der Australier Adam Scott sicherte sich mit 267 Schlägen den dritten Platz. „Ich war bei den letzten beiden Majors nah dran. Das hätte ich vor einem Jahr nie gedacht“, sagte Woods, der am Sonntag (Ortszeit) eine beeindruckende 64er-Runde auf dem Bellerive Country Club hinlegte.

          Unabhängig vom Ausgang des Turniers galt es für fast alle Beobachter als ausgemachte Sache, dass Woods beim Ryder Cup vom 28. bis 30. September neben seinem Job als einer der Vice Captains von Jim Furyk auch als einer der sogenannten vier „Captain’s Pick“ im Golf National in Saint-Quentin-en-Yvelines im Duell als Aktiver gegen die besten Europäer antreten wird.

          Nach anderthalb Jahren sportlicher und privater Talfahrt darf sich Tiger Woods wieder im Licht des Erfolges sonnen.

          Während die Europäer noch vier Turniere spielen, ehe die acht automatisch Qualifizierten feststehen, sind die amerikanischen Titelverteidiger schon einen Schritt weiter. Bryson DeChambeau verpasste nach drei Putts auf dem 18. Loch wie Phil Mickelson am Samstag in St. Louis den Cut – und damit auch den Sprung unter die acht Profis, die seit dem 1. Januar 2018 die meisten Punkte sammelten. Für diese Wertung wird gewonnenes Preisgeld nach einer Formel, die Siege und Bedeutung der Turniere berücksichtigt, in Punkte umgerechnet. So standen die ersten acht Amerikaner fest, die ihr Land vertreten: Dustin Johnson, Brooks Koepka, Justin Thomas, Patrick Reed, Bubba Watson, Jordan Spieth, Rickie Fowler und Webb Simpson. Die vier „Captain’s Picks“, die der Kapitän nach eigenem Gutdünken vergeben kann, wird Furyk in zwei Etappen wählen: Drei Spieler, neben Woods gilt Mickelson als gesetzt, wird er am 3. September verkünden. Den letzten wird Furyk nach dem dritten Play-off-Turnier des FedExCups sechs Tage später benennen.

          Wenige Tage zuvor, am 5. September, wird der europäische Kapitän Thomas Björn in einer eigenen Fernsehshow auf dem Bezahlsender Sky seine vier „Captain’s Picks“ verkünden. Eines dürfte allerdings schon feststehen: Kaymer kann sich kaum Hoffnung machen, zu den Auserwählten zu zählen. Die Europäer führen zwei Listen für die acht automatisch Qualifizierten. Vier werden nach dem seit dem 31. August 2017 gewonnenen Preisgeld ins Team kommen (European Points), vier weitere nach den in diesem Zeitraum erspielten Weltranglistenpunkten (World Points). In beiden Rankings taucht Kaymer mit den Positionen 32 und 37 nur unter ferner liefen auf – keine Empfehlung für einen Platz im Team.

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