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Pferdesport : Hoch zu Ross gegen das Coronavirus

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Hoch zu Ross ohne Publikum: Eine Absage des Turniers hätte den Veranstalter 600.000 Euro gekostet Bild: dpa

Das Ruhr-Derby zwischen BVB und Schalke 04 ist abgesagt worden. Aber unweit des Dortmunder Fußball-Stadions wird dennoch Spitzensport getrieben: beim internationalen Reitturnier.

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          Während in Deutschland wegen der Ausbreitung des Coronavirus überall Sportveranstaltungen abgesagt worden sind, läuft in Dortmund weiter das internationale Reitturnier. Auch am Samstag fanden Prüfungen statt. Der Veranstalter kann das Turnier nach eigener Aussage durchführen, weil er den Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW berücksichtigt. Demnach sind Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern untersagt. Beim Turnier in der Westfalenhalle sind Reiter, Funktionäre und Mitarbeiter, aber keine zahlenden Zuschauer anwesend, so dass die Zahl nicht erreicht wird. „Eine Absage hätte uns rund 600.000 Euro gekostet“, sagte Turnierleiter Kaspar Funke. „Mit der Möglichkeit unter Auflagen das Turnier durchzuführen, ist der Verlust zumindest zu verringern. Gleichzeitig konnten wir die Auflagen der Behörden guten Gewissens umsetzen.“

          Den Höhepunkt des Samstags gewann der Belgier Gilles Thomas. Der 21 Jahre alte Springreiter setzte sich mit seinem Pferd La Luna im Stechen des Championats von Dortmund durch. Das Paar war schneller als die ebenfalls fehlerfreien Felix Haßmann aus Lienen mit Carreras und Jan Wernke aus Holdorf mit Nashville.

          Zu den Gewinnern des Turniers gehört auch Ingrid Klimke. Die Mannschafts-Olympiasiegerin in der Vielseitigkeit ritt in der Westfalenhalle am Freitagabend eine internationale Dressur. Im Sattel von Franziskus setzte sie sich im Grand Prix durch und sagte anschließend: „Die Zuschauer sind zwangsläufig nicht da, aber die wenigen Leute, die in der Halle waren, haben sich trotzdem gefreut über den Sport.“

          Letzter Absprung Dortmund: Das Weltcup-Finale der Springreiter in Las Vegas fällt aus.
          Letzter Absprung Dortmund: Das Weltcup-Finale der Springreiter in Las Vegas fällt aus. : Bild: dpa

          Einige Reiter, die wegen der Absage des Turniers im niederländischen ’s-Hertogenbosch unverhofft Zeit hatten, meldeten sich kurzfristig für einen Start in Dortmund an. Sie haben „kurzfristig um ihre Teilnahme gebeten“, sagte Funke den „Ruhr Nachrichten“. „Wir haben das Okay gegeben, wenn sie sich an unsere strengen Regeln halten.“

          Das Turnier in ’s-Hertogenbosch, wo die letzten Station des Weltcups in Westeuropa geplant war, sollte ursprünglich ebenfalls ohne Publikum stattfinden. Doch dann wurde die Veranstaltung in den Brabant-Hallen kurzfristig abgesagt.

          Die gesamte Weltcup-Serie ist ebenfalls beendet, das Final-Turnier abgesagt. „Es ist sehr bedauerlich, dass wir das Weltcup-Finale nächsten Monat in Las Vegas absagen mussten“, sagte Ingmar de Vos, Präsident der Internationalen Reiterlichen Vereinigung: „Aber diese Entscheidung lag nicht in unseren Händen. Die globalen Bedenken bezüglich der Verbreitung des Coronavirus und die Reise-Beschränkungen der US-Regierung bedeuten, dass die Finals wie viele andere Sport-Großveranstaltungen diesem Ausbruch zum Opfer fallen.“ Es ist das erste Mal seit dem Beginn des Weltcups 1978, dass es keinen Sieger gibt.

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