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Gefährliches Pferde-Virus : Aus der Seuche lernen

Wegen der Herpes-Seuche gab es zuletzt mehrere Todesfälle bei Tieren im Pferdesport. Bild: dpa

Der Ausbruch einer aggressiven Variante des Herpesvirus hält den Pferdesport in Atem. Ein strenger Lockdown hat wohl Schlimmeres verhindert. Doch ein allgemeines Aufatmen reicht nicht.

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          Beruhigende Nachrichten von der Seuchen-Front: Es gibt Anzeichen, die darauf hindeuten, dass die schnellen und harten Maßnahmen erfolgreich waren und eine Pandemie verhindert werden konnte. Solche Sätze hätten wir im vergangenen Jahr alle gern gelesen. Immerhin gelten sie dieser Tage für die Pferdekrankheit EHV-1 in ihrer neurologischen und besonders aggressiven Form, die im Februar bei einer internationalen Springturnierserie in Valencia ausbrach und enormen Schrecken verbreitet und erheblichen Schaden angerichtet hat.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Nun beschloss die Deutsche Reiterliche Vereinigung, den Turnier-Lockdown, der noch bis zum 28. März und international in Europa bis zum 11. April gilt, auf nationaler Ebene zu lockern. Theoretisch jedenfalls, je nach Verordnungen der Bundesländer. Zwar sollen immer noch keine Veranstaltungen stattfinden, bei denen Pferde in einen Stall gestellt werden oder gar übernachten müssen. Aber der vom Coronavirus beeinträchtigte Minimalbetrieb geht weiter. Der Grund: Es sieht so aus, als könnten alle Infektionen, die in deutschen Ställen festgestellt wurden, auf den ursprünglichen Herd zurückverfolgt werden.

          Es scheint also, als wäre die besonders gefährliche Variante des Herpes-Virus nicht weiterverbreitet worden, weil man die betroffenen Pferde sofort isoliert hat. Besonders schlimm wütete die Krankheit im Stall des Schwaben Sven Schlüsselburg, der zwei erwachsene Pferde und eine dramatische Zahl von Fohlen verlor. Auch dieser Stall blieb streng isoliert. Und auch der Weltverband hat bisher noch von keinem Fall berichtet, bei dem eine Infektion nicht bis zum Ursprung hätte zurückverfolgt werden können.

          Verhaltene Entwarnung also im Olympia-Jahr? Zumal die Herpes-Saison im Stall insgesamt bald zu Ende ist? Erst einmal steht zu hoffen, dass die Entwicklung so weitergeht. Und dass bei den Pferdebesitzern in Tokio nicht die Angst vor Einschleppung umgeht. Doch hat das Geschehen vor Augen geführt, wie exzessiv Turnierpferde durch die Lande transportiert werden, im Hänger und im Flugzeug, manchmal von einem Kontinent zum anderen.

          Das steigert nicht nur das Infektionsrisiko. Der ständige Reisestress kann den Pferden nicht gut tun. Zudem hat sich durch die Globalisierung das millionenschwere Geschäft mit dem Spitzensport immer mehr von der traditionellen Basis entfernt, wo eigentlich der Umgang des Menschen mit dem Pferd seinen wahren Segen entfaltet. Auch im günstigsten Fall ist es jetzt mit einem allgemeinen Aufatmen also nicht getan.

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