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Wasserspringer Hausding : Die Katze, die Luft und Wasser liebt

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Runter kommen sie immer: „Es ist mit viel Adrenalin verbunden, wenn man kurzzeitig schwerelos ist“ Bild: dpa

Sein Orientierungssinn in der Luft erinnert seinen Trainer an eine Katze, „die immer auf den Füßen landet“. Patrick Hausding ist der beste Wasserspringer Europas und gibt Einblicke in seine Luft- und Wasser-Welt.

          Patrick Hausding ist Wasserspringer, der Wasserspringer - zumindest auf europäischer Ebene. Bei den Europameisterschaften, die derzeit in Rostock über die Bühne gehen, ist der 26-Jährige der herausragende Akteur. Bei den Europameisterschaften 2010 in Budapest gelang ihm das Kunststück, in allen fünf Disziplinen eine Medaille zu gewinnen, insgesamt wurde er schon elf Mal Europameister. Chefbundestrainer Lutz Buschkow verglich ihn mit einer „Katze, die man aus dem Fenster wirft. Die sind nie orientierungslos und landen immer auf den Füßen“.

          Seine EM-Erfolge relativieren sich allerdings auf weltweiter Ebene, denn gegen die übermächtigen Chinesen, die starken Mexikaner und die besten Amerikaner haben es die Europäer bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen schwer, sich durchzusetzen. Doch auch hier hat die „Katze“ Hausding schon Klasse bewiesen: 2008 gewann er als 19-Jähriger bei den Spielen von Peking an der Seite von Sascha Klein Olympia-Silber im Synchronspringen vom Turm. Und 2013 wurde das Duo sogar Weltmeister.

          Übergang von Luft zu Wasser: Makellose Eintauchphase Bilderstrecke

          Sein Saisonziel in diesem Jahr richtet Patrick Hausding, der Betriebswirtschaft in Berlin studiert, auf die WM in Kasan (ab 24. Juli). Deshalb wird er in Rostock auch nicht alle Wettbewerbe angehen - zumal ihn Knieprobleme plagen. Sein Fokus liegt auf den olympischen Disziplinen Drei-Meter-Brett und Synchronspringen vom Turm.

          Zum EM-Auftakt der Meisterschaften startete er dennoch im neuen Team-Wettbewerb. Gemeinsam mit Maria Kurjo gewann er hinter den russischen Titelverteidigern Nadeschda Baschina/Victor Minibajew die Silbermedaille, es war seine EM-Medaille Nummer 25. „Gold wäre super gewesen, aber Silber ist erstmal ein guter Auftakt“, sagte Hausding nach seinem „Jubiläum“. Vor der EM hatte er Einblicke in sein Springerleben gegeben.

          Die Suche nach der perfekten Sprung-Serie

          Faszination Wasserspringen: „Es ist mit viel Adrenalin verbunden, wenn man kurzzeitig schwerelos ist. Man kann seinen Körper so sehr beherrschen wie 95 Prozent der anderen Menschen nicht.“

          Perfekter Sprung: „Seine ganze Karriere ist man auf der Suche nach dem perfekten Sprung. Ab und zu gelingt es mal. Aber im Wasserspringen gab es noch nie sechs perfekte Sprünge. Ich bezweifle, dass es das auch mal geben wird.“

          Größte Stärke: „Ein guter Orientierungs-, Variations- und Improvisations-Sinn, und ich kann aus vielen Situationen, die verloren zu sein scheinen, noch etwas herausholen.“

          Größte Angst: „Wenn man aufgrund von Verletzung die Karriere abbrechen muss. Da haben viele Angst vor, wenn der Lebenswandel darauf absolut nicht vorbereitet ist.“

          Größte Gefahr: „Gefährlich ist der Sport immer, wenn man unsauber springt und sich so in Gefahr begibt. Wenn man zu nah am Brett und Turm springt.“

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