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Oscar De La Hoya : Der „Golden Boy“ will das Berufsboxen revolutionieren

  • -Aktualisiert am

Will nun als Promoter Karriere machen: Oscar De La Hoya Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Oscar De La Hoya war Olympiasieger in Barcelona und während seiner besten Zeit der „Golden Boy“ im Ring. Nach mehreren Niederlagen wechselte der 32jährige die Seiten und will den Boxsport revolutionieren. Die Chancen stehen gar nicht so schlecht.

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          Es gehört schon etwas dazu, einen abgeklärten Manager der Anschutz Entertainment Group zum Lächeln zu bringen. Besonders an einem regnerischen Samstagabend in Los Angeles, wenn die meisten ohnehin unter gedämpfter Stimmung leiden. Aber davon war bei Tim Leiweke, als er im vergangenen Februar durch das riesige Staples Center lief, nichts zu spüren. Es war drei Stunden vor dem Kampf zwischen Mittelgewichtler Bernhard Hopkins und einem unbekannten Gegner aus Großbritannien.

          Aber die für ihn wichtigste Nachricht stand bereits fest: Mehr als 11.000 Zuschauer hatten Eintrittskarten gekauft. Eine Zahl, die ihn rundum zufriedenstellte. Leiweke wußte, wem er das Resultat zu verdanken hatte. Und er sparte denn auch nicht mit Lob über den Promoter, der die Veranstaltung auf die Beine gestellt hatte. Der sei eine „neue Sorte“ in der von allerlei merkwürdigen Figuren durchsetzten Branche - „der reine Geschäftsmann, kein Sprücheklopfer“. Und was noch besser sei: „Man kann ihm komplett vertrauen.“

          „Ich habe das Ziel, die Sportart zu revolutionieren“

          Der Mann, dem diese Worte gelten, heißt Oscar De La Hoya, ist 32 Jahre alt, war Olympiasieger in Barcelona und während seiner besten Zeit der „Golden Boy“ im Ring. Im vergangenen Jahr hat er nach mehreren Niederlagen erkennen müssen, daß es für ihn, selbst in einer Zeit, in der es manchen Profiboxern gelingt, ihre Karriere bis jenseits der 40 auszudehnen, im direkten Schlagabtausch nichts mehr zu gewinnen gab. Und so wechselte er die Seiten. „Unsere Mission ist es, das Profiboxen zu verbessern, es zu organisieren und es zu säubern“, sagte er im Februar. Und dann legte er nach: „Ich habe das Ziel, die Sportart zu revolutionieren.“

          Neuer Job: De La Hoya (l.) freut sich über den Sieg seines Schützlings Bernard Hopkins

          Solche Worte klingen selbst aus dem Mund eines ehemaligen Weltmeisters, der irgendwann alle Titel zwischen Superfedergewicht und Mittelgewicht innehatte, übertrieben. Aber man muß das verstehen. Ganz ohne verbale Schwinger gegen Leute, die bislang das Boxgeschäft in Amerika dominiert haben, gegen den bereits mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geratenen Don King, den der Korruption verdächtigten Verbandspräsidenten Bob Lee und den ausgebufften Rechtsanwalt Bob Arum, geht es nicht. Und eine kleine Revolution bedeutet De La Hoyas Unternehmen, genannt „Golden Boy Promotions“, womöglich doch. Denn nur zwei Monate nachdem er im letzten Jahr von Bernhard Hopkins ausgeknockt worden war, nahm er den Mann aus Philadelphia in seiner Firma als Partner unter Vertrag. Hopkins, der am 3. Dezember mit 40 Jahren in Las Vegas gegen Jermain Taylor noch einmal in den Ring klettern will, ist Präsident der Abteilung „Golden Boy East Coast“.

          Offene Tür für Boxer von Rang und Namen

          De La Hoya ist auch anderen ehemaligen Gegnern nicht gram. Inzwischen arbeitet auch Shane Mosley, gegen den er 2003 eine höchst umstrittene Punktniederlage erlitten hatte, für ihn. Ebenfalls verpflichtet wurde Super-Federgewichtsweltmeister Marco Antonio Barrera, eine der überragenden Figuren der letzten Jahre in der Welt der Faustkämpfer in der Klasse bis 60 Kilogramm. Mosley soll sich um die Kontakte zu Boxern kümmern. Barrera ist Präsident von „Golden Boy Mexico“. De La Hoya gab jedem der drei einen Anteil von fünf Prozent. „Wir haben das Gefühl, das ist sehr großzügig“, meint Richard Schäffer, ein ehemaliger Banker, der Golden Boy Promotions managt und sich um De La Hoyas Immobiliengeschäfte kümmert.

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