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Kanurennsport-WM : Deutsche starten mit Doppel-Gold und Doppel-Silber

  • Aktualisiert am

Jubel über Gold: Tom Liebscher sichert sich den WM-Titel über 1000 Meter im Kajak-Einer Bild: DIVISEK/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Auftakt nach Maß für die erfolgsverwöhnten deutschen Kanuten: Sebastian Brendel und Tom Liebscher sichern am ersten Finaltag gleich am Morgen zwei Goldene – und es sollen noch weitere folgen.

          Kanu-König Sebastian Brendel genoss im heftigen Platzregen die deutsche Nationalhymne, wenige Meter entfernt strahlte Überraschungs-Weltmeister Tom Liebscher über beide Ohren: Mit zwei Goldmedaillen in nur sieben Minuten haben Routinier Brendel und Einer-Neuling Liebscher dem Deutschen Kanu-Verband (DKV) einen Traumstart in die WM im tschechischen Racice beschert.

          "Viel besser geht es nicht. Das war ein super Auftakt", sagte DKV-Sportdirektor Jens Kahl nach drei Medaillen in den sechs olympischen Booten. Silber gab es für die London-Olympiasiegerinnen Franziska Weber und Tina Dietze im Kajak-Zweier. "Dafür, dass wir uns wenig vorgenommen haben, läuft es ziemlich gut", sagte Verbandspräsident Thomas Konietzko.

          Titelverteidiger Brendel (Potsdam) setzte sich auf seiner Paradestrecke in einem starken Schlussspurt vor seinem tschechischen Dauerkonkurrenten Martin Fuksa durch und holte zum dritten Mal in Folge den WM-Titel. "Das ist ein super Gefühl, auch wenn ich völlig fertig bin. Ich war mir vorher nicht sicher, das Einfahren lief eher bescheiden", sagte Brendel: "Am Ende war es wieder der Zweikampf mit Fuksa. Schön, dass ich ihn wieder schlagen konnte. Ich wusste, dass ich ein super Finish habe."

          In der fast 80-jährigen WM-Geschichte war ein Gold-Hattrick im Canadier-Einer zuvor nur dem Neubrandenburger Andreas Dittmer (2001 bis 2005) und der lettischen Legende Ivan Klementiev (1989 bis 1994) gelungen. Insgesamt war es WM-Titel Nummer sechs für Brendel, der 2012 und 2016 auch Olympia-Gold gewonnen hatte.

          Völlig unerwartet war die Goldmedaille durch Liebscher, der nahe seiner Heimat Dresden von etwa 100 mitgereisten Fans unterstützt wurde. Für Sonntag hat sich bereits Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert angekündigt. "Das konnte keiner ahnen. Ich habe vor dem Rennen höchstens mit einer Medaille geliebäugelt. Dass es so gut läuft, ist unglaublich. Am Ende hat die große Unterstützung meiner Fans geholfen", sagte Liebscher, der sich ebenfalls in einem starken Schlussspurt noch an den lange führenden Kontrahenten vorbeischob.

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          Für den 24-Jährigen war es der erste Einer-Start bei einer WM, nach dem Rennen fiel er Chef-Bundestrainer Arndt Hanisch um den Hals. "Das ist eine große Überraschung. Er hat das Heft in die Hand genommen, das hätten wir uns so nicht erträumt", sagte Hanisch.

          Weber/Dietze mussten sich auf der 500-m-Distanz einzig den Neuseeländerinnen Lisa Carrington und Caitlin Ryan geschlagen geben. Eine Enttäuschung erlebten dagegen Marcus Groß und Max Hoff (Berlin/Essen) im Kajak-Zweier über 1000 m. Die favorisierten Vierer-Olympiasieger wurden nur Fünfte. Groß hatte mit seinem vorherigen Zweier-Partner Max Rendschmidt sowohl bei Olympia 2016 als auch den Weltmeisterschaften 2013 und 2015 jeweils Gold geholt.

          Knapp an einer Medaille vorbei paddelte Sabrina Hering (Hannover). Die Olympia-Zweite im Vierer, zuletzt mit Pfeifferschem Drüsenfieber lange außer Gefecht gesetzt, landete im Einer über 500 m auf Rang vier. Einen ordentlichen siebten Rang erreichte das junge Potsdamer Duo Ophelia Preller (18) und Annika Loske (19) im künftig olympischen Canadier-Zweier über 500 m.

          Am Sonntag fallen in Racice in den sechs übrigen olympischen Disziplinen die Entscheidungen. Als Gold-Kandidat geht dann vor allem der Kajak-Vierer der Männer ins Rennen.

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