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Marathon : Der Schnellste ist auch der Zweitschnellste

Der schnellste Marathon-Läufer – nicht nur in London: Eliud Kipchoge Bild: AP

Kenias Weltrekordhalter und Olympiasieger Eliud Kipchoge gewinnt einmal mehr den London-Marathon. Der lokale Streithahn Mo Farah wird nach einem bizarren Konflikt nur Fünfter.

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          Was tun, wenn man der Größte ist in seinem Sport? Eliud Kipchoge, Olympiasieger und der schnellste Marathonläufer der Welt, macht weiter wie bisher. Am Sonntag gewann er in London in 2:02:37 Stunden seinen elften Marathon. Fünf Jahre nach seinem Debüt auf der klassischen Distanz mit dem Sieg beim Hamburg-Marathon und sieben Monate, nachdem er in Berlin den Weltrekord auf 2:01:39 Stunden verbesserte, ist der 34 Jahre alte Kenianer damit auch den zweitschnellsten Marathon der Geschichte gelaufen – zusätzlich zu seinem nicht rekordwürdigen Versuch, im Mai 2017 auf der Formel-1-Strecke von Monza die 42,195 Kilometer mit Hilfe einer Armada von Tempomachern in weniger als zwei Stunden zu bewältigen. Dabei blieb er lediglich 25 Sekunden über den zwei Stunden.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Am Sonntag hielt der Äthiopier Mosinet Geremew am längsten mit und unterbot in 2:02:55 Stunden den 2014 gelaufenen und vier Jahre gültigen Weltrekord von Dennis Kimetto um zwei Sekunden. Er ist damit der zweitschnellste Marathonläufer der Welt. Sein Landsmann Mule Wasihun etablierte sich mit 2:03:16 als Nummer fünf der Weltbestenliste. „Ich bin glücklich, in den Straßen von London zu siegen und Geschichte zu machen“, sagte Kipchoge im Ziel vor Buckingham Palace, „an einem Tag, an dem die Veranstaltung eine Milliarde Pfund Spenden übertroffen hat.“ Seit 1981 dient der London-Marathon auch der Sammlung für wohltätige Zwecke. Mehr als 43.000 Teilnehmer hatten gemeldet.

          Die Kenianerin Brigid Kosgei siegte in 2:18:20 Stunden. Nur sieben Frauen sind den Marathon je schneller gelaufen; zwei von ihnen erst im Januar beim Dubai-Marathon. Zweite wurde Vorjahressiegern Vivian Cheruiyot (2:20:14). Hinter den Kenianerinnen wurde Roza Dereje aus Äthiopien Dritte (2:20:51).

          Enttäuscht: Mo Farah schien abgelenkt von dem bizarren Streit im Vorfeld des Rennens

          Mo Farah, Doppel-Olympiasieger auf der Bahn von London 2012 und Rio 2016, fiel am Sonntag bereits nach fünfzehn Kilometer aus der Spitzengruppe zurück. In 2:05:39 Stunden wurde er Fünfter. Womöglich hatte er sich bereits verausgabt, als er in der vergangenen Woche einen Streit mit Marathon-Legende Haile Gebrselassie vom Zaun brach. In einem von dessen Hotels bei Addis Abeba, behauptete er, sei er im vergangenen Monat vom Personal bestohlen worden, und Haile unternehme nichts. Die Reaktion war furios.

          Gebrselassie berichtete Journalisten, dass er Farah vor der Festnahme bewahrt habe, als dieser im Fitnessraum des Hotels eine Schlägerei begann, und dass der Star aus London seine Rechnung bis heute nicht bezahlt habe. Vernichtend war die Behauptung, Farahs Wut sei in Wirklichkeit darin begründet, dass er, Gebrselassie, dessen Trainer Jama Aden den Zutritt zur Hotelanlage verweigert habe. Farah bestreitet, mit dem dubiosen Somalier zusammenzuarbeiten.

          Bei der Razzia in einem Trainingslager, das Aden 2016 bei Barcelona abhielt, fand die spanische Polizei Epo und Spritzen. Doping-Kontrollen aller Athleten dort waren negativ. Farah war nicht Teil dieses Camps. Fotos im Internet legen nahe, dass Farah zumindest mit Athleten aus Adens Gruppe trainiert hat. In der vor dem London-Marathon veröffentlichten Autobiografie „Twin Ambitions“ beschreibt der in Somalia geborene und in London aufgewachsene Farah, ein Mann von weniger als sechzig Kilo Gewicht bei 1,75 Meter Körpergröße, dass er sich Weihnachten 2009 in einem Park Londons mit einem Mann prügelte, von dem er sich beim Training behindert fühlte.

          Am Freitagabend war der Kenianer Abraham Kiptum überraschend vom London-Marathon suspendiert worden. Laut Kontroll-Einheit (AIU) des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF habe der 29 Jahre alte Athlet, der vor einem halben Jahr den Weltrekord im Halbmarathon um fünf Sekunden auf 58:18 Minuten verbesserte, im Zusammenhang mit dem Biological Passport, der auf Blutwerten basiert, Regeln verletzt. Renn-Direktor Hugh Brasher reklamierte dies als Erfolg der Zusammenarbeit der sechs großen Marathonläufe der Welt mit der AIU.

          Anfang April wurde der 5000-Meter-Läufer Cyrus Rutto aus dem Trainingslager von Kipchoge ebenfalls wegen Unregelmäßigkeiten bei den Blutwerten suspendiert. Marathon-Olympiasiegerin Jemima Sumgong und Rita Jeptoo, die dreimalige Gewinnerin des Boston-Marathons, sind wegen Epo-Dopings gesperrt.

          Asbel Kiprop, Olympiasieger von Peking 2008, drei Mal Weltmeister über 1500 Meter und ebenfalls Kenianer, reagierte drastisch auf seine in diesem Monat ausgesprochene Sperre für Epo-Doping. „Ich bete, dass die Bundespolizei mich entlässt“, schrieb er am Samstag auf Twitter und fuhr in Anspielung auf seine Dienstwaffe fort: „Bevor ich ihre Maschine benutze, um für mich für Gerechtigkeit zu sorgen. Freundlicherweise. IAAF komm und hol deine Medaillen.“

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