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Ole Bischofs Judo-Diät, Tag 1 : Fünf Kilo abnehmen in vier Tagen

Ole Bischofs größter Erfolg: Olympiasieger 2008
          2 Min.

          Ole Bischof ist ein gut gebauter, voll austrainierter Leistungssportler, der auf 180 Zentimeter Körpergröße im Normalfall 86 Kilogramm auf die Waage bringt. Der Reutlinger kämpft allerdings im Mittelgewicht bis 81 Kilogramm. Wie geht das? Vor dem Judo Grand-Prix in Düsseldorf begleitet FAZ.NET den Olympiasieger von 2008 beim „Gewicht machen“ und erfährt erstaunliche Details einer Ernährungswissenschaft der besonderen Art. Stichtag ist Sonntag früh, 6 Uhr 30, dann muss Bischof „über die Waage gehen“, und darf kein Gramm zu schwer sein.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          „Gewicht machen gehört beim Judo unbedingt dazu, da man als Judokämpfer durch mehr Substanz deutlich höhere Siegchancen hat“, sagt der 31-Jährige: Die Kraft wird im Körper des Athleten durch das „abkochen“ konzentriert. Bischofs Körperfettanteil liegt an diesem Mittwoch, dem Beginn der intensiven Wettkampfvorbereitungsphase, bei etwas über acht Prozent. Ein Wert, den nur absolute Topathleten erreichen. Normalsterbliche seines Alters können froh sein, wenn ihr Körperfettanteil bei 18 Prozent liegt. Die meisten liegen weit jenseits der 20.

          Ole Bischof hat dagegen ganze 7,3 Kilogramm Fett in seinem Körper verteilt - und die wird er im Lauf der kommenden vier Tage auf unter fünf Kilogramm abbauen (sechs Prozent). „Obwohl auch hier die Fettmasse reduziert wird, unterscheidet sich das Abnehmen eines Judokas aber sehr stark von Diäten aus Frauenzeitschriften“, sagt Bischof: „Richtiges Abnehmen besteht aus Wissen und Willen.“

          Der Ofen muss weiter brennen

          Im Alltag trainiert Bischof bis zu 14 Mal pro Woche, in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung dagegen reduziert er das Training enorm, „um am Wettkampftag ausgeruht und bei den Techniken explosiv“ zu sein. An diesem Mittwoch lässt er es deshalb bei einem kurzen, aber intensiven Krafttraining von 45 Minuten und einem einstündigen Techniktraining beruhen. Stattdessen achtet er auf ausreichend Schlaf.

          Die großen Mahlzeiten fallen für den Judokämpfer aus. Allerdings „muss der Ofen weiter brennen“, deshalb nimmt er mehrere kleinere Zwischenmahlzeiten ein. Um 15 Uhr gibt es eine kleine Portion bunten Salat mit Putenbruststreifen. Um 18 Uhr warmen Schafskäse mit Sesam. Wem das zu wenig vorkommt, der sei beruhigt: mehrere Vollkornbrotscheiben mit Quark und Gurkenscheiben sind ebenfalls erlaubt und insgesamt zwei Äpfel. Bischof isst ballaststoffreich, damit sich der Magen-Darmtrakt entleeren kann. Wichtig sind auch Proteine, dafür nutzt er standardisierte Powerbar-Riegel, sowie die Zufuhr von Aminosäuren - um zu vermeiden, dass der Körper für die Sicherstellung der Energiezufuhr die eigenen Muskeln angreift und „auffrisst“.

          Im Verlauf des Mittwochs trinkt Bischof außerdem etwa sechs Liter Wasser. Dadurch stellt sich der Körper darauf ein, mehr Wasser als üblich wieder abzugeben - was in den kommenden Tagen noch von Bedeutung sein wird.

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