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Sprint-Weltmeister Coleman : Verschwindibus!

Nicht immer aufzufinden: Christian Coleman. Bild: dpa

Nicht ein, zwei oder drei, gleich vier Mal verpasst der amerikanische Sprint-Weltmeister Christian Coleman einen Doping-Test – und deswegen wohl auch Olympia. Bleibt die Frage: Gibt es einen Zusammenhang zwischen seinen guten Leistungen und nicht absolvierten Tests?

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          Einen unprofessionellen und verantwortungslosen Idioten und Schreiberling schimpfte Seth Coleman vor anderthalb Jahren, im April 2019, einen Journalisten, der gefordert hatte, sein Sohn Christian solle jeden Tag einer Doping-Kontrolle unterzogen werden. Coleman Junior, 2017, 2018 und 2019 schnellster Sprinter der Welt, war da gerade wegen dreier verpasster Doping-Tests vor dem Verbandsgericht angeklagt worden. Er hatte Glück. Weil der erste dieser Regelverstöße ein sogenanntes „filing failure“ war, eine falsche Adressangabe, die dazu führte, dass ein Doping-Kontrolleur ihn nicht finden konnte, wurde er entsprechend der Regeln auf Anfang des Quartals vordatiert, um gut zwei Monate, auf den 1. April 2017. Der dritte Verstoß datierte vom 1. April 2018 – einen Tag außerhalb der Frist. Die amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada zog ihre Klage zurück, Coleman wurde im Oktober in Doha Weltmeister im Sprint.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Man fragt sich, wen Vater Coleman nun einen unprofessionellen und verantwortungslosen Idioten nennen mag. Seinem Sohn, 24 Jahre alt und mit einigen hunderttausend Dollar dotierter Werbeträger des Sportartikelherstellers Nike, ist ein vierter Regelverstoß nachgewiesen worden, diesmal ein „missed test“ im Dezember 2019. Gemeinsam mit den beiden vom Januar und April 2019 sind dies drei Regelverstöße innerhalb eines Jahres. Der Champion, mit seiner Bestzeit von 9,76 Sekunden sechstschnellster Sprinter der Geschichte, wird bis 13. Mai 2022 gesperrt und damit nicht bei den Olympischen Spielen von Tokio starten dürfen.

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