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Serbische Staatsanwaltschaft : Umstrittene PCR-Tests von Djokovic sind gültig

  • Aktualisiert am

Novak Djokovic bekam kein Visum und verpasste die Australian Open. Bild: Reuters

Um die abgelehnte Einreise von Novak Djokovic nach Australien gab es viel Aufregung. In den Fokus gerieten dabei auch die vorgelegten Corona-Tests. Nun reagiert die serbische Staatsanwaltschaft.

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          Die serbische Staatsanwaltschaft hat eine Anzeige zurückgewiesen, wonach der Tennis-Weltranglistenerste Novak Djokovic falsche PCR-Tests auf das Coronavirus für seine Einreise nach Australien benutzt habe. Die Ergebnisse der Tests seien authentisch, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung der Behörde. „Es wurde festgestellt, dass Novak Djokovic mehrfach getestet wurde und dass die Bescheinigungen über die Testergebnisse vom 16.12.2021 und 22.12.2021 gültig sind.“

          Der nicht gegen Covid-19 geimpfte Djokovic hatte versucht, über eine Ausnahmegenehmigung an den Australian Open teilzunehmen. Er verwies darauf, dass er von einer Infektion genesen sei und führte dabei einen positiven Test vom 16. Dezember und ein negatives Zertifikat sechs Tage später an. Daran gibt es Zweifel.

          Einige Medien, darunter die BBC, hatten die Gültigkeit der Tests aufgrund der Seriennummer infrage gestellt. Zudem hatte Djokovic am 17. Dezember an einer Veranstaltung mit jungen Tennisspielern teilgenommen und einen Tag später einem Interview mit der französischen Sportzeitung L'Equipe zugestimmt. Djokovic versicherte später, dass er erst nach der Veranstaltung am 17. Dezember von dem positiven Ergebnis erfahren hatte und räumte „eine Fehleinschätzung“ im Bezug auf das Interview ein.

          Letztlich wurde ihm das Visum annulliert. Nach einem zehntägigen Rechtsstreit wurde Djokovic letztlich von der australischen Regierung vor Beginn des Turniers ausgewiesen, da er ein „Gesundheitsrisiko“ dargestellt hatte. Der Tennis-Star musste kurz vor Turnierbeginn abreisen. In Australien gelten strenge Corona-Regeln. Grundsätzlich dürfen nur vollständig geschützte Menschen einreisen.

          „Ich kann immer noch nicht laufen“

          Der Schweizer Tennisstar Roger Federer ließ derweil einen genauen Zeitpunkt für sein Comeback offen. Bei einem Sponsorentermin bekräftigte der 40-Jährige am Mittwoch aber, dass er auf jeden Fall noch einmal auf die Tour zurückkehren möchte. „Ich kann immer noch nicht laufen. Aber ich arbeite täglich im Fitnessstudio. Ich hoffe wirklich, dass ich mein Knie in zwei bis drei Wochen wieder belasten kann“, sagte Federer. „Dann werden wir sehen, wie der Körper reagiert, damit wir im April oder Mai wieder den Ball schlagen können.“

          Die langjährige Nummer eins der Welt war im August zum dritten Mal am rechten Knie operiert worden. Zuletzt stand er beim Viertelfinal-Aus in Wimbledon im Juli 2021 bei einem Match auf dem Tennisplatz. „Natürlich würde ich mir wünschen, dass alles schneller gehen könnte. Aber die Ärzte wollen nicht, dass ich alles überstürze. Sie wissen, wie sie mich bremsen können“, sagte Federer.

          Nach seinem historischen Triumph bei den Australian Open fasste Grand-Slam-Rekordsieger Rafael Nadal bereits die nächsten Ziele ins Auge. Der in Melbourne gewonnene 21. Major-Titel sei „nicht genug“, um im Wettstreben mit seinen Konkurrenten Djokovic und Federer als erfolgreichster Spieler in die Tennis-Geschichte einzugehen, sagte der Spanier am Mittwoch auf Mallorca. Natürlich wolle er „von uns dreien der Spieler mit den meisten Trophäen seien“, ergänzte der 35-Jährige: „Ich würde es lieben, aber ich bin nicht besessen von der Vorstellung.“

          Bereits bei den French Open im Mai und Juni, die Nadal schon 13 Mals gewonnen hat, könnte er seinen 22. großen Titel holen und damit sein Polster auf Djokovic und Federer (jeweils 20) ausbauen. „Ich weiß nicht, wie viele Titel ich am Ende meine Karriere haben werde“, sagte Nadal: „Es ist nicht lange her, da wäre ich glücklich gewesen, einfach wieder Tennisspielen zu können.“

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          Großes Tennis für alle : Die Geheimnisse hinter den Schlägen der Stars Bild: picture alliance, Bearbeitung: F.A.Z.

          Nach Monaten mit Fußschmerzen, einer Corona-Infektion und sogar Rücktrittsgedanken hatte Nadal am vergangenen Sonntag überraschend in Melbourne triumphiert. Gegen den Russen Daniil Medwedew drehte er einen 0:2-Satzrückstand und gewann erstmals seit 2009 die Australian Open.

          „Dass ich diese Fünf-Satz-Matches gespielt und gewonnen habe und mein Körper mitgespielt hat, gibt mir viel Selbstvertrauen und Energie, um weiterzumachen“, sagte Nadal: „Also ja: Ich habe die Hingabe und, noch viel wichtiger, die Motivation und Leidenschaft, die nächsten Schritte zu machen.“

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