https://www.faz.net/-gtl-8budw

Tennis-Star Novak Djokovic : Der Dominator des Jahres

  • -Aktualisiert am

Hier kommt die absolute Nummer ein: Novak Djokovic dominierte das Tennis-Jahr 2015. Bild: dpa

Novak Djokovic gewann 2015 die Australian Open, Wimbledon und die US Open. Obwohl er sportlich alle überragt, wird der Schützling von Boris Becker nicht von allen geliebt. Warum nur?

          5 Min.

          Die letzte Ehrung des Jahres trudelte kurz vor Toresschluss ein. Wie allgemein erwartet worden war, kürte der Internationale Tennis-Verband (ITF) Novak Djokovic zum Weltmeister anno 2015. Die Entscheidungen der ITF unterscheiden sich selten von der Wahl der ATP, der Regierung des Tennis, zum Spieler des Jahres, aber diesmal hätte die Sache wirklich nicht anders ausgehen können.

          In der besten und erfolgreichsten Saison seiner Karriere gewann der Serbe drei Grand-Slam-Titel und acht weitere Trophäen, darunter nie zuvor erreichte sechs bei der Serie der Masters 1000er-Turniere. Ein einziges Mal landete er nicht im Finale, gleich zu Beginn des Jahres in Doha, danach zog er seine Kreise mit der Souveränität, der Übersicht und der punktgenauen Präzision eines Falken.

          Beeindruckende Zahlen nach 88 Spielen in elf Monaten: Djokovic sammelte 16.585 Punkte in der Weltrangliste und damit annähernd doppelt so viele wie der an Nummer zwei stehende Andy Murray (8945). Und so viel Preisgeld, als habe er dreimal den Super Jackpot im Lotto geknackt, insgesamt 21.592.125 Millionen Dollar.

          Er selbst sagt, das sei das beste Jahr seiner Karriere gewesen, es war ohne Zweifel eines der erfolgreichsten Jahre der Geschichte des Profitennis, auf einer Ebene mit Roger Federers Erfolgen 2005 und 2006. Also konnte die ITF nur diesen einen Schluss ziehen und Novak Djokovic zum fünften Mal zu ihrem Weltmeister küren. In dieser Rubrik steht jetzt nur noch einer vor ihm, der Amerikaner Pete Sampras, Weltmeister der ITF in den Jahren 1993 bis 1998.

          Zu Beginn des Jahres schnappte er Andy Murray (rechts) den Pokal bei den Australian Open weg.

          Natürlich stecken in diesen 88 Spielen in elf Monaten auch jede Menge Emotionen. Als Djokovic Ende Januar bei den Australian Open im Finale gegen Andy Murray spielt, ist die Spannung selbst 13.000 Kilometer entfernt kaum zu ertragen; die Auseinandersetzung mit all ihren Kontern und Haken erinnert in vielen Passagen an einen Boxkampf zweier Schwergewichtler. Weil sie es daheim in Monte Carlo nicht mehr aushält, geht Jelena Djokovic mit dem drei Monate alten Sohn Stefan spazieren, während Daddy in Melbourne die entscheidenden Wirkungstreffer setzt und wieder den Titel gewinnt. Er sei in einer Phase seines Lebens angekommen, sagt er ein paar Wochen danach, in der er ständig nach neuer Inspiration suchen müsse, aber das sei mit der Hilfe des Juniors nicht schwer.

          „Seit ich Vater bin, könnte ich mir keine größere und bessere Motivation wünschen, als für meinen Jungen zu spielen und ihn um mich zu haben. Ich versuche, jeden Moment des Zusammenseins mit ihm und seiner Mutter zu genießen. Und ich versuche, diese Liebe in mein Leben einzubauen und auf den Platz hinauszutragen. Meine Gedankenwelt ist weiter sehr stark auf den Sport ausgerichtet, aber ich würde sagen, dass ich jetzt eine neue Kiste voller Sauerstoff habe, die mich noch besser spielen lässt.“ Als er nach dem Sieg in der Rod Laver Arena seinen Schläger ins Publikum wirft, sind Jelena und der Sohn längst vom Spaziergang zurück. Daddy hat’s wieder geschafft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kulissen wie diese am Grundlsee ziehen Urlauber normalerweise in Scharen nach Österreich. 280.000 Menschen leben dort direkt vom Tourismus.

          Tourismus in Österreich : Urlaub nach der „Ischgl-Lektion“

          Ferien in Österreich: Das verspricht Erholung zwischen Bergen und Seen. Doch in der Corona-Krise zeigt das Geschäftsmodell seine Risiken. Warum das Land die Gäste aus Deutschland nun so dringend braucht.
          Wer will, wer hat noch nicht? Rekruten der Bundeswehr nehmen am 20. Juli 2009 vor dem Reichstagsgebäude in Berlin an einem öffentlichen Gelöbnis teil.

          Reaktionen auf Högl-Vorschlag : Wehrpflicht? Nein, danke!

          Die Wehrbeauftragte will eine Debatte über die Wiedereinsetzung. Dafür erntet sie heftige Kritik. Die Verteidigungsministerin schlägt einen Freiwilligendienst vor – ohne Högl zu erwähnen.

          Sommer-Transfermarkt : Eine ganz klare Ansage des FC Bayern

          Mit Leroy Sané gab es einen Millionen-Einkauf. Wie geht es nun weiter beim FC Bayern auf dem Transfermarkt? Karl-Heinz Rummenigge gibt Einblicke in die Münchner Planungen – vor allem mit Blick auf Kai Havertz.
          Das jüdische Leben in Deutschland hat sich gewandelt: Bild vom Richtfest eines jüdischen Campus in Berlin

          Jüdische Studien : Wir stören

          Nach Jahren der Öffnung und Blüte sind die Jüdischen Studien heute wieder Zielscheibe des Antisemitismus. Beobachtungen zu ihrer kurzen Geschichte in Deutschland. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.