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Handball-EM der Frauen : Den Sieg bis zur letzten Minute vor Augen

  • -Aktualisiert am

Hinein ins Getümmel: Xenia Smits versucht, sich gegen Aniko Kovacsics aus Ungarn durchzusetzen. Bild: dpa

Die deutschen Handball-Frauen verlieren nach einem spannenden Spiel knapp gegen Ungarn. Damit haben sie den Einzug ins Halbfinale nicht mehr in der eigenen Hand.

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          Den Rückenwind aus dem Spanien-Spiel mitnehmen und damit auch Ungarn besiegen – das war die Devise der deutschen Handball-Nationalmannschaft der Frauen gewesen. Am Freitagabend hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) die Spanierinnen nach rauschartiger erster Halbzeit 29:23 besiegt. Am Sonntagnachmittag gegen die stärkeren Ungarinnen war die Partie ungleich zäher. Die Deutschen hatten Mühe, Fahrt aufzunehmen, waren beim 10:12 zur Pause aber gut dabei und wirkten bei der 24:23-Führung in der 57. Minute, als hätten sie das Momentum auf ihrer Seite. In Ballbesitz hätte Bundestrainer Henk Groeners Mannschaft zwei Tore Vorsprung herauswerfen können.

          Doch in einem nervenaufreibenden Finale fehlte es den deutschen Frauen an Nervenstärke und Abwehrhärte, um für die zweite Überraschung des Turniers nach dem Sieg zum Auftakt gegen Norwegen zu sorgen. Noemi Hafra traf fünf Sekunden vor Schluss zum 26:25-Endstand für Ungarn. Der letzte deutsche Angriff versandete. „Das ist natürlich sehr enttäuschend. Das ganze Spiel war eng“, sagte Kapitänin Julia Behnke: „Dann so ein Tor am Ende zu bekommen, auch Abpraller, die nicht in unsere Hände fallen, sondern zu schnellen Gegentoren führen, ist natürlich sehr ärgerlich.“ Durch die erste Niederlage in der Hauptrunde der Europameisterschaft in Frankreich braucht Groeners Team nun fremde Hilfe, um im abschließenden Hauptrunden-Spiel am Mittwochabend (21 Uhr) gegen die Niederlande noch Chancen zu haben, durch einen Sieg das Halbfinale in Paris zu erreichen.

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          Die Ungarinnen begannen stark und führten nach elf Minuten 5:1. Doch die deutsche Abwehr mit Emily Bölk und Julia Behnke im Mittelblock bekam Zugriff aufs Spiel, und vorn traf Alina Grijseels nach 21 Minuten zur ersten Führung, 8:7. Blanka Biro im ungarischen Tor brachte die Hände und Füße zunächst jedoch öfter an den Ball als Dinah Eckerle. Doch je länger die zweite Halbzeit lief, desto besser kämpfte sich die neuformierte DHB-Auswahl bei ihrem ersten großen Turnier in dieser Zusammensetzung ins Spiel. Vor allem Linkshänderin Alicia Stolle half den Deutschen mit ihren neun Toren aus dem rechten Rückraum. Auch vom Kreis kam nun von Julia Behnke wieder mehr Gefahr.

          Absetzen konnte sich Deutschland aber nie, weil die Ungarinnen vor allem von außen trafen. Überhastet suchte Grijseels in der 57. Minute beim Stand von 24:23 für Deutschland den Kreis; Ungarn schnappte sich den Ball und traf wieder zum Ausgleich. Als Xenia Smits in der 58. Minute zum 25:24 traf, wirkte wenigstens ein Punkt so gut wie sicher. Doch nach dem Ausgleich hatte Emily Bölk bei einem ihrer wenigen Würfe Pech und traf 20 Sekunden vor Schluss den Pfosten, dass es knallte. Der Siegtreffer der Ungarinnen traf die kämpferisch überzeugenden Deutschen schwer. Trotz einiger Pfosten- und Lattentreffer, falscher Entscheidungen im Angriff und großer Mühe mit der offensiven ungarischen Deckung hatte Groeners Team den großen Erfolg bis zur Schlussminute in den Händen.

          Klar ist, dass bei einem Sieg am Mittwoch gegen die Niederlande wenigstens Rang drei in der Gruppe herausspringen würde, gleichbedeutend mit der Berechtigung zur Teilnahme am Spiel um Platz fünf am Finalwochenende in Paris: Dafür lohnt es sich allemal zu kämpfen.

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