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Wegen Angriff auf Ukraine : Startet die NHL ohne russische Spieler?

  • -Aktualisiert am

Noch ist unklar ob der Russe Yakov Trenin in Europa auf dem Eis stehen wird. Bild: AP

Vor dem Spiel der Nashville Predators gegen die San Jose Sharks in Prag gibt es Unstimmigkeiten. Die russischen Eishockeystars sind in Europa nicht erwünscht. Trotzdem ist die NHL entspannt.

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          Es soll eine große Wiedersehensparty werden. Nachdem die nordamerikanische Eishockeyliga NHL wegen der Corona-Pandemie zwei Jahre lang auf Spiele in Übersee verzichtet hat, kommt sie nun wieder nach Europa. Erst mit Testspielen in Deutschland und der Schweiz, dann steigt der offizielle Saisonstart zwischen den Nashville Predators und den San José Sharks am 7. und 8. Oktober in der tschechischen Hauptstadt Prag.

          Das hat Tradition, seit den 1930er-Jahren gab es mehr als 100 Auftritte von NHL-Teams außerhalb von Nordamerika. Doch nun gerät der sportliche Teil in den Hintergrund. Wie die kanadische „Associated Press“ berichtet, sind russische Spieler wegen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine in Prag nicht willkommen.

          Forderung nach Ausschluss

          „Wir können bestätigen, dass das tschechische Außenministerium einen Brief an die NHL geschickt hat, um darauf hinzuweisen, dass derzeit weder die Tschechische Republik noch jeder andere Staat in der Schengen-Zone Visa an russische Spieler zur Einreise in unser Hoheitsgebiet ausstellen sollte“, sagte der stellvertretende Außenminister Martin Smolek gegenüber AP. Damit folge man den EU-Sportministern, die ein Verbot für russische Athletinnen und Athleten bei Sportveranstaltungen in der EU empfohlen hätten.

          Eine treibende Kraft hinter der Ansage des tschechischen Außenministeriums soll Dominik Hašek sein. Der ehemalige Weltklasse-Torhüter, selbst 16 Jahre in Nordamerika aktiv, fordert seit Monaten den Ausschluss aller Russen aus der NHL. Das verneinte die Liga aber. Zwar brach sie als Reaktion auf den Krieg ihre Geschäftsbeziehungen mit Russland ab, einzelne Spieler wurden davon jedoch ausgenommen.

          Auch Alexander Barabanov, russischer Staatsbürger von den San Jose Sharks, könnte von einem fehlenden Visum betroffen sein.
          Auch Alexander Barabanov, russischer Staatsbürger von den San Jose Sharks, könnte von einem fehlenden Visum betroffen sein. : Bild: AP

          Diese würden die NHL und ihre Teams repräsentieren, nicht Russland, sagte Ligachef Gary Bettman. Zudem beklagte Spielerberater Dan Milstein Diskriminierungen und Morddrohungen gegen russische Eishockeystars – obwohl die sich gar nicht zum Krieg äußerten.

          Die Ausnahme ist Torjäger Alexander Owetschkin von den Washington Capitals, der bis heute ein Bild von sich und Präsident Wladimir Putin in seinem Instagram-Profil hat. Nachdem er sich bei einer Pressekonferenz weder von Putin noch vom Krieg distanziert hatte, ging Hašek ihn scharf an, nannte ihn einen „feigen Speichellecker“ und „Lügner“. Im April schrieb Hašek dann auf Twitter: „Das NHL- Spiel in Prag sollte ein Fest des Welteishockeys sein und keine Werbung für russische Verbrechen in der Ukraine.“

          Im Ligabüro der NHL ist die Lage dennoch entspannt. Er habe „keine Sorge“, dass russische Spieler nicht nach Prag reisen und spielen dürften, sagte Liga-Vize Bill Daly. Sein Glück: Es kommen ohnehin maximal drei für die Reise infrage – und das sind keine Stars wie Owetschkin. Für San Josés Manager Mike Grier steht dennoch fest: „Wir sind ein Team. Entweder spielen wir alle oder keiner.“

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