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Eishockey in der NHL : Chicago Blackhawks gewinnen Stanley Cup

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Der Schwede Johnny Oduya feiert den Sieg seiner Chicago Blackhawks. Bild: AP

Eine geschichtsträchtige Meisterschaft der Chicago Blackhawks: Den dritten NHL-Titel seit 2010 sichert sich der Stanley-Cup-Champion gegen Tampa Bay Lightning zuhause – im Epizentrum der Eishockey-Emotionen.

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          Nach der Schlusssirene warfen sie Helme, Handschuhe und Schläger auf das Eis. Hinter dem Tor ihres Schlussmannes Corey Crawford freuten sich die gestandenen Männer der Chicago Blackhawks in ihren roten Trikots und mit ihren Vollbärten wie kleine Kinder.  Zum sechsten Mal hatten sie Minuten zuvor den Stanley Cup gewonnen. Mit 2:0 setzte sich das Traditionsteam am Montag im sechsten Finalspiel der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL gegen Tampa Bay Lightning durch und entschied die Endspielserie mit 4:2 für sich.

          „Das fühlt sich gar nicht echt an, sondern wie ein Traum. Je öfter wir Meister werden, desto schöner ist es“, sagte Jonathan Toews. Er war bereits der Kapitän, als die Blackhawks 2010 und 2013 den Titel gewannen. Doch diese Meisterschaft war anders, besonders und geschichtsträchtig. Endlich mal konnte Chicago die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt daheim gewinnen. Zuletzt war ihnen das am 12. April 1938 gelungen. Damals hieß der Präsident der Vereinigten Staaten noch Franklin D. Roosevelt.

          „Wir wollen den Titel unbedingt“

          Der Club ist mit seinen drei Titeln in den vergangenen sechs Jahren genauso erfolgreich wie seit der Vereinsgründung 1926 bis 2010. Die Kommentatoren des übertragenden Fernsehsenders NBC sprachen sogleich von einer „Dynastie“ und von „Hockey-Historie“, während aus den Lautsprecherboxen des United Center der Queen-Klassiker „We are the champions“ dröhnte.

          In den 90er Jahren war die Arena die Heimat des besten Basketball-Teams der Welt, als Michael Jordan mit den Chicago Bulls von 1996 bis 1998 der Titel-Hattrick in der NBA gelang. Nun ist der Beton-Klotz jedoch schon seit Jahren das Epizentrum der Eishockey-Emotionen. „Wir wachsen und reifen immer weiter und wollen den Titel einfach unbedingt. Für diese Momente spielen wir Eishockey – und für diese großartigen Fans hier in Chicago“, meinte Toews.

          Fans, die ihr Glück kaum fassen können: Chicago ist wieder Meister

          Tampa musste sich in der zweiten Finalserie der Vereinsgeschichte erstmals geschlagen geben. „Ich denke, es hat nicht viel gefehlt und wir hätten gefeiert. Es war eine ganz enge Serie“, sagte Torhüter Ben Bishop. Mit 2:1-Siegen hatte der Club aus Südflorida geführt. Doch dann schaffte Chicago genau das, was bereits 2013 in den Endspielen gegen Dennis Seidenberg und die Boston Bruins gelungen war – drei Siege nacheinander zur Krönung.

          Duncan Keith traf am Montagabend in der 38. Minute im Nachsetzen zum 1:0. Der Verteidiger wurde auch zum wertvollsten Spieler (MVP) der Playoffs gewählt. Der zweite Blackhawks-Treffer von Patrick Kane fünf Minuten vor dem Ende war die Entscheidung und zugleich das einzige Mal in den Endspielen, dass ein Team mit mehr als einen Treffer vorne lag. „Wir wollten uns diese Chance, vor unseren Fans den Titel zu holen, nicht entgehen lassen. Das fühlt sich unreal an, ich will gar nicht vom Eis runter“, sagte Kane, der im Alter von 26 Jahren nun schon zum dritten Mal Meister ist.

          Kimmo Timonen hingegen musste 40 Jahre, zwei Monate und 28 Tage alt werden, um erstmals den Stanley Cup küssen zu dürfen. Der finnische Verteidiger war zu Saisonbeginn noch in Diensten der Philadelphia Flyers, seine sportliche Zukunft jedoch aufgrund von Blutgerinnsel in Lunge und im rechten Bein ungewiss. Ende Februar wechselte Timonen nach Chicago und wurde nun nach 16 NHL-Jahren und 1213 Spielen Meister.

          „Komm' und hol' ihn dir, Kimmo“, schrie sein Kapitän Toews als er den Stanley Cup von Liga-Commissioner Gary Bettman bekam, ihn kurz in die Höhe reckte und anschließend als erstem Timonen überreichte. „Ich bin erleichtert und glücklich. Ich bin zurück aufs Eis gekommen, um noch einmal eine Chance auf den Titel zu haben“, meinte der Routinier sichtlich überwältigt nach dem letzten Spiel seiner Karriere.

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