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Neuer Name für Football-Klub : Die „Washington Redskins“ sind Geschichte

  • Aktualisiert am

Washingtoner Fans stehen – noch mit altem Logo – bei einem Spiel gegen die Green Bay Packers im Dezember 2019. Bild: AFP

Anfang Juli gab der Football-Klub aus Washington bekannt, den Namen „Redksins“ ablegen zu wollen. Nun hat das Team seinen neuen Namen bekanntgegeben. Der kommt nicht überall gut an.

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          Die Washington Redskins aus der amerikanischen Football-Profiliga NFL legen mit sofortiger Wirkung ihren Namen ab und treten in der neuen Saison übergangsweise als Washington Football Team an. Das gab der Klub am Donnerstag in einer Mitteilung bekannt. Die Franchise hatte zuletzt bereits die Änderung ihres viel kritisierten Klubnamens angekündigt und entschied sich nun für eine Zwischenlösung.

          Mit dem Schritt verschafft sich Washington Luft für die Suche nach einem neuen Namen. Offenbar war den Verantwortlichen die Zeit vor dem Auftaktspiel am 13. September gegen die Philadelphia Eagles zu kurz. Bis zum ersten Saisonspiel soll die Bezeichnung Redskins („Rothäute“) nirgends mehr zu lesen sein. Die Teamfarben Burgunderrot und Gold bleiben unangetastet, der Twitter-Account wurde bereits umgestellt.

          Bei den Fans kam die Idee nicht gut an. „Das ist ein Witz“, schrieb ein User bei Twitter, ein anderer kommentierte: „Ein inkompetentes Team macht das, was es am besten kann.“ Ein weiterer fragte: „Und das ist wirklich das Beste, was euch eingefallen ist?“

          Verschwinden wird auch das Redskins-Logo, es zeigt einen Indianer im Profil. Zuletzt hatte der Klub bekannt gegeben, dass Mehrheitseigentümer Daniel Snyder und Headcoach Ron Rivera bereits an einem neuen Namen und einem neuen Design arbeiten.

          Auch die „Cleveland Indians“ denken über neuen Namen nach

          Auch in der kanadischen Football-Liga entschieden sich die Edmonton Eskimos für eine Namensänderung. Wie die Washingtoner Mannschaft setzt man bei den Kanadiern vorerst auf eine Zwischenlösung. Bis man einen neuen Namen gefunden habe, wolle der Club EE Football Team und Edmonton Football Team heißen.

          Nicht nur im Football werden derzeit Klubnamen infolge der anhaltenden Proteste gegen Rassismus und Diskriminierung in den Vereinigten Staaten hinterfragt. Auch die Cleveland Indians aus der Major League Baseball (MLB) denken über eine Änderung des seit 1915 bestehenden Klubnamens nach. Klubbesitzer Paul Dolan sagte am Donnerstag, dass er darüber mit führenden Köpfen der indianischen Gemeinschaft sprechen möchte.

          Er wolle die Sicht seiner Gesprächspartner „besser verstehen“, so Dolan, auch Spielern, Fans, Partnern und Angestellten möchte er zuhören. Das Klublogo mit dem Indianer „Chief Wahoo“ hatten die Indians nach der Saison 2018 abgelegt.

          In der Öffentlichkeit hatte vor allem Washingtons Stadionsponsor Fedex für neuen Schwung in der Debatte gesorgt. Der Geldgeber, dessen Vorstandschef Frederick Smith einer der Minderheitseigentümer des Teams ist, hatte die Redskins in einem Schreiben Anfang Juli dazu aufgefordert, sich von dem Namen zu trennen. Weitere Sponsoren folgten dem Aufruf, der Ausrüster Nike und die Handelsketten Walmart, Target und auch Amazon nahmen Trikots und weitere Fanartikel aus ihren Angeboten. Danach kündigte das Team eine „gründliche Überprüfung“ des Namens an.

          Präsident Donald Trump war darüber so verärgert, dass er sich auf Twitter äußerte. Auch, dass das Baseball-Team der Cleveland Indians über eine neue Bezeichnung nachdenkt, gefällt ihm nicht: „Sie benennen Teams aus STÄRKE, nicht aus Schwäche, aber jetzt sehen die Washington Redskins & Cleveland Indians, zwei sagenumwobene Sport-Franchise-Unternehmen, so aus, als würden sie ihre Namen ändern, um politisch korrekt zu sein.“

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