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NFL-Profi DeAndre Hopkins : Warum ein Football-Star ganz Amerika erstaunt

Vorbereitet für die Zukunft: DeAndre Hopkins Bild: AFP

Schlaflos in Arizona: DeAndre Hopkins ist einer der besten Wide Receiver der gesamten NFL. Wegen ihm steht derzeit die amerikanische Sportwelt kopf – aus einem ganz bestimmten Grund.

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          In den vergangenen Wochen hat DeAndre Hopkins kaum geschlafen. Zur Ruhe gekommen ist er, wenn überhaupt, durch Meditation. Das ist ungewöhnlich für einen, der schon als Kind so ruhig und introvertiert war, dass er in großer Zahl Schnuller durchgekaut hat, statt zu schreien. „Nuk“ wird er deshalb heute genannt, der Football-Profi der Arizona Cardinals, in Anlehnung an eine bekannte Marke von Babyartikeln. Doch Hopkins’ Schlaflosigkeit hatte einen Grund.

          Der Wide Receiver arbeitete einen neuen Vertrag für sich aus, ohne Agenten, ohne professionelle Berater. Nacht um Nacht saß er da, schlug Fachbegriffe in Büchern nach, feilschte an den Konditionen, versuchte seinen eigenen Wert zu beziffern. Das beachtliche Ergebnis: zwei weitere Jahre beim NFL-Team aus Glendale mit einem finanziellen Gesamtvolumen von 54,5 Millionen Dollar, davon 42,75 Millionen Dollar (etwa 36 Millionen Euro) als Garantiesumme. Allein 27,25 Millionen Dollar erhält der 28-Jährige als sogenannten Unterschriftsbonus, als Handgeld quasi, direkt überwiesen.

          Kein Zuckerschlecken

          Als der Deal vor wenigen Tagen bekanntwurde, stand die amerikanische Sportwelt kopf. Nicht nur weil Hopkins seinen neuen Vertrag weitestgehend selbst mit seiner Franchise ausgehandelt hat. Cardinals-Geschäftsführer Steve Keim bezeichnete die intensiven Gespräche später als „nahezu einzigartig“ und „alles andere als ein Zuckerschlecken“. Hopkins würde damit auch zum bestbezahlten Spieler der National Football League, der nicht auf der zentralen und deshalb hochdotierten Quarterback-Position eingesetzt wird, lauteten die Schlagzeilen.

          Doch die Sache hat einen Haken: Diese Annahme gilt nur vom Vertragsbeginn 2023 an. Bis dahin hat der Spitzenathlet, für viele einer der besten Wide Receiver der gesamten Liga, ohnehin noch einen Dreijahresvertrag in Arizona, wohin er erst kürzlich von den Houston Texans gewechselt ist. Dabei verdient Hopkins im Schnitt 13,3 Millionen Dollar pro Jahr, addiert mit den möglichen Gesamteinnahmen aus seinem neuen Vertrag ergibt sich so ein durchschnittliches Jahresgehalt von etwa 18,9 Millionen Dollar über die nächsten fünf Jahre. Und schon ist Hopkins nicht mehr der Spitzenverdiener, bis 2023 dürften in der kapitalgetriebenen NFL ohnehin noch höher dotierte Verträge anderer Spieler verhandelt werden.

          Hopkins aber, der seinen Vater durch einen Verkehrsunfall im frühesten Kindesalter verlor und dessen dann alleinerziehende Mutter später bei einem Säureanschlag beinahe vollständig erblindete, sei es nicht um maximalen Ertrag gegangen, das betonte er immer wieder: „Ich wollte die Sache einfach selbst in die Hand nehmen. Zeigen, dass man Dinge selbst erledigen kann.“ Später, nach seiner Zeit als Profi, wolle er weiter im Football-Geschäft bleiben und sich hauptberuflich um Vertragsangelegenheiten kümmern. Da sei es jetzt eben „der richtige Zeitpunkt gewesen, all das zu lernen, was ich später hoffentlich einmal wissen muss“. Am vergangenen Sonntag startete Hopkins mit den Cardinals gegen den Vorjahresfinalteilnehmer San Francisco 49ers in die neue NFL-Saison. Hopkins überragte – und Arizona gewann 24:20.

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