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Handy-Pausen in Teamsitzung : „Das ist Profi-Football und kein Kindergarten“

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Kennt die Schwächen seiner Spieler: Kliff Kingsbury Bild: Picture-Alliance

Der junge NFL-Coach Kliff Kingsbury reagiert auf die geringe Aufmerksamkeitsspanne seiner Spieler und führt Handy-Pausen ein. Der professionelle Beobachter Steven A. Smith kommentiert fassungslos.

          Headcoach Kliff Kingsbury geht in der Football-Profiliga NFL ganz neue Wege und führt bei den Arizona Cardinals ausdrücklich für Twitter, Instagram oder andere Plattformen regelmäßige „Handy-Pausen“ in Teammeetings ein. Der frühere College-Trainer will die Besprechungen alle 20 oder 30 Minuten unterbrechen, damit seine Profis ihre Social-Media-Kanäle bespielen können.

          „Wenn man sieht, dass sie mit den Händen zucken und mit den Beinen wackeln, weiß man, dass sie sich um Social Media kümmern müssen. Also lassen wir sie machen, damit sie danach im Meeting wieder neuen Fokus haben“, sagte der 39-Jährige.

          Die Aufmerksamkeitsspanne bei jungen Leuten sei kurz. „Man muss 20 Minuten durchziehen, ihnen dann eine Pause geben und sie zurückholen“, sagte Kingsbury, der im Januar für die neue Saison engagiert worden war. „Wir wollen sichergehen, dass sie voll bei der Sache sind.“

          Der berühmte Sportjournalist Steven A. Smith reagierte fassungslos auf die Ankündigung. „Hier geht es um Profi-Football. Das ist kein Kindergarten. Toiletten-Pausen sind okay, aber warum zur Hölle braucht man Handy-Pausen?“, so Smith: „Das ist unprofessionell und kindisch. Viel Erfolg damit. Es wird nicht funktionieren.“

          Kingsbury war Anfang Januar von den Cardinals verpflichtet worden und mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet worden. „Mein ganzes Leben dreht sich um Football“, sagte Kingsbury damals zu azcardinals.com

          Er coachte zuvor nur im College Football. Von 2013 bis 2018 fungierte er als Headcoach der Texas Teach University. Als Spieler stand der 1979 geborene Kingsbury zwischen 2003 und 2007 bei mehreren NFL-Clubs unter Vertrag, ohne allerdings größeren Eindruck zu hinterlassen. Zuvor hatte er in der College-League NCAA mehrere Passrekorde aufgestellt.

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