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Basketball-Wechsel in NBA : Darum wollten die Lakers Dennis Schröder unbedingt

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„Ehrgeizig und mutig“: Dennis Schröder beeindruckte die Lakers. Bild: dpa

Dennis Schröder wechselt nach Los Angeles. Die Begrüßung der neuen und sehr viel berühmteren Mannschaftskollegen beim NBA-Champion ist ziemlich aufgekratzt. Besonders einer freut sich auf den Deutschen.

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          Die Sporthalle neben dem Konferenzzentrum in Downtown Los Angeles ist keine Arena wie jede andere. In einem normalen Winter tragen hier gleich drei Spitzenmannschaften des amerikanischen Ligasports ihre Heimspiele aus. Das Vorzeigeteam war schon immer nur eines: die Los Angeles Lakers, die in diesem Sportpalast fünf ihrer insgesamt 17 NBA-Meisterschaften erringen konnten und damit die Eishockeymannschaft der Los Angeles Kings und die Basketball-Konkurrenz der Los Angeles Clippers in den Schatten stellten.

          Hoch unter dem Dach in der Südostecke der Arena befindet sich das markanteste Zeichen für die Erfolgsgeschichte des Klubs, der seine Spieler traditionell in Gold und Purpur kleidet: Da hängen große Stoffbahnen mit den ausrangierten Trikotnummern der berühmtesten Lakers: darunter Wilt Chamberlain (13), Magic Johnson (32), Kareem Abdul-Jabbar (33), Shaquille O’Neal (34), Jerry West (44), der Mann, dessen Silhouette das NBA-Logo ziert, und seit seinem Rücktritt 2017 die beiden Nummern, mit denen Kobe Bryant gespielt hat, der Anfang des Jahres tödlich verunglückt war: die 8 und die 24. Die 17, die Dennis Schröder zu seinem Markenzeichen zu stilisieren versucht, gehört also noch nicht dazu.

          Die Begrüßung seiner neuen und sehr viel berühmteren Mannschaftskollegen klang ziemlich aufgekratzt. Kapitän LeBron James etwa schickte dem Neuen am Donnerstag via Instagram gleich eine Art von Ritterschlag. Schröder sei ein „totaler Hund“, der nun Mitglied „eines ganzen Rudels“ werden würde, das Anfang Oktober in der Quarantäneblase von Orlando Meister geworden war. James ist der Mittelpunkt des Teams, im Jahr 2018 verpflichteten ihn die Lakers für eine Gehaltsgarantie von 153 Millionen Dollar und einen Vertragszeitraum von vier Jahren.

          Er ist einer der besten und selbstbewusstesten Basketballspieler der Geschichte, der auch Einfluss auf die Personalpolitik nimmt. James war so etwas wie der Architekt des Schröder-Wechsels. „LeBron mag sein Spiel“, verriet Sportjournalist Brian Windhorst, ein LeBron-Intimus: „Er wollte schon eine ganze Weile mit ihm spielen.“ Ein Tauschgeschäft mit Oklahoma City hätte es „fast schon vor einem Jahr“ gegeben.

          Dazu kam es nicht. Und ganz gewiss nicht, weil, wie der deutsche Nationalspieler vor ein paar Tagen dem Basketball-Podcast von Magenta Sport sagte: Er „wollte nie zu Lakers, zu den Clippers, zu den ganzen Namen, die es gibt, die meine Agenten angerufen haben“. Das Sagen über den Transfer hatte Thunder-Chef Sam Presti. Und der wartete einfach so lange, bis er mit anderen Klubs pokern konnte, die ebenfalls Interesse am 27 Jahre alten Spielmacher hatten.

          Am 22. Dezember soll die neue NBA-Saison beginnen. „Wenn man an die Quarantäneblase zurückdenkt und an das, was wir dort erreichen konnten, dann muss man sagen, was dort zur Kernidentität unseres Teams geworden ist: unglaublich harter, ehrgeiziger, mutiger, defensiv ausgerichteter Basketball. Und das ist wirklich der Kern der Spielweise von Dennis“, sagt Lakers-Manager Rob Pelinka. Schröder lieferte zuletzt in Oklahoma City seine beste Saison seit seinem Wechsel in die NBA 2013 ab.

          Mit einem Punkteschnitt von 18,9 pro Spiel, 4,0 Assists und 3,6 Rebounds pro Partie hätte er gut und gerne die Auszeichnung „bester sechster Mann“ verdient gehabt, mit der NBA-Profis geehrt werden, die mit Energie und Tatendrang im Laufe des Spiels von der Bank kommen, um die zweite Garnitur des Gegners lahmzulegen. Pelinka war nicht der Einzige, dem das auffiel. Aber er war der Zielstrebigste, als es darum ging, sich diesen Spieler auch zu sichern.

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          Auch für Schröder könnte etwas herausspringen. Nicht nur ein neuer Vertrag, der seinen Status als grundsoliden NBA-Profi (zurzeit 15,5 Millionen Dollar pro Saison) zementiert. Sondern auch ein oder zwei Titel, die für Typen wie LeBron James das Maß aller Dinge sind. Damit wäre Schröder nach Dirk Nowitzki, der 2011 mit den Dallas Mavericks Meister wurde, der zweite deutsche Basketballspieler, der es in den NBA-Olymp geschafft hätte. Was gut ist für die Lakers, ist schlecht für das Nationalteam. Denn wenn Schröder im Sommer 2021 in den Play-offs der NBA kämpft, will sich das deutsche Team für Olympia qualifizieren – womöglich ohne Schröder.

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