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Schimpftirade von NBA-Trainer : „Trump ist ein seelenloser Feigling“

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„Wir haben einen pathologischen Lügner im Weißen Haus“: Trainer Gregg Popovich. Bild: AP

Das Verhältnis vieler amerikanischer Sportler zum Weißen Haus hat sich unter Donald Trump rapide verschlechtert. Nun lässt ein NBA-Trainer seiner Wut mit deutlichen Worten freien Lauf.

          Gregg Popovich, Basketballtrainer der San Antonio Spurs, hat nach jüngsten Äußerungen Donald Trumps seiner Wut über den amerikanischen Präsidenten freien Lauf gelassen. „Dieser Mann ist ein seelenloser Feigling, der nur dadurch groß zu werden glaubt, dass er andere schlechtmacht“, sagte Popovich der amerikanischen Zeitschrift „The Nation“. „Wir haben einen pathologischen Lügner im Weißen Haus, intellektuell, emotional und psychologisch ungeeignet für dieses Amt, und die ganze Welt weiß es“, sagte Popovich. Wer mit ihm zusammen- oder für ihn arbeite, solle sich schämen – und wer von ihnen nichts gegen ihn unternehme, erst recht, sagte Popovich.

          Die Kritik des NBA-Trainers entzündete sich an Trumps jüngsten Einlassungen zum angeblichen Umgang seiner Amtsvorgänger mit gefallenen amerikanischen Soldaten. Trump hatte gesagt, die Präsidenten vor ihm hätten die Angehörigen getöteter Militärs nicht oder nur sehr selten kontaktiert. Das ist erwiesenermaßen eine Falschaussage. Gefragt, ob er die Angehörigen von Soldaten kontaktiert habe, die vor zwei Wochen in Niger getötet wurden, sagte Trump, er werde das gelegentlich tun. Popovich sagte zu Trumps Kommentaren, tiefer könne man nicht sinken.

          Das Verhältnis vieler amerikanischer Sportler zum Weißen Haus hat sich unter Trump rapide verschlechtert. Teammitglieder wollen nicht zu Ehrungen kommen, Superstars verschiedener Disziplinen kritisieren Trump harsch, im American Football brodelt der Streit um Proteste während des Abspielens der Nationalhymne weiter.

          Der deutsche Super-Bowl-Gewinner Sebastian Vollmer will derweil in der Debatte um die Kniefall-Proteste in der amerikanischen Football-Liga NFL keine Partei ergreifen. „Das ist ein sehr heikles Thema“, sagte der 33-Jährige, der im Frühjahr nach sieben Jahren bei den New England Patriots seine Football-Karriere beendete, der Deutschen Presse-Agentur. „Traditionell haben viele Sportler ihre Plattform benutzt, um Dinge zu ändern oder ein Gespräch anzuregen, das passiert hier jetzt ja auch“, sagte Vollmer.

          Die ursprüngliche Protest von Spieler Colin Kaepernick habe sich mit dem Niederknien während der Nationalhymne speziell gegen Polizeigewalt gerichtet. „Mittlerweile sind es hunderte Spieler, die das machen und jeder hat so ein bisschen seine eigene Agenda“, meinte Vollmer. „Es ist schwer, als Fan nachzuvollziehen, wogegen oder wofür demonstriert wird.“ Am vergangenen Samstag hatte sich auch die Berliner Fußballspieler von Hertha BSC mit einem Kniefall dem Protest symbolisch angeschlossen und darauf gemischte Reaktionen erhalten.

          Der durch seine Proteste gegen Diskriminierung bekannt gewordene Kaepernick reichte Beschwerde gegen die NFL ein. Im Kurznachrichtendienst Twitter bestätigte Kaepernicks Anwalt Mark Geragos den Vorgang. Der Spieler beklagt, wegen seiner Proteste heute ohne Verein dazustehen. Sein Anwalt sprach davon, dass Sportler vor solch abgekartetem Verhalten geschützt werden müssten. „Colin Kaepernicks Ziel ist und bleibt, einfach von der Liga, für die er auf höchstem Niveau gespielt hat, fair behandelt zu werden und auf das Football-Feld zurückzukehren“, schrieb Geragos.

          Kaepernick hatte 2016 als Quarterback der San Francisco 49ers ein Zeichen gegen Polizeigewalt setzen wollen und kniete während des Spielens der Nationalhymne nieder. Andere Spieler auch in anderen Sportarten schlossen sich an. Die Proteste flammten auch in der neuen Saison auf – sehr zum Ärger von Präsident Trump, der diese Form des Protestes als unpatriotisch verurteilt.

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