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Basketball in der NBA : Schröder wie einst Nowitzki

Schneller Junge: Schröder ist nicht mit Nowitzki zu vergleichen - aber zum großen Sprung könnte es reichen. Bild: dpa

Basketballprofi Dennis Schröder hat nach Startschwierigkeiten in der NBA den Weg ins Team der Atlanta Hawks gefunden: Mit harter Arbeit und viel Hunger. Doch der Vergleich mit dem deutschen Superstar ist schwierig.

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          Er lebt mittlerweile in einem Townhouse mitten in Atlanta. Zehn Minuten braucht Dennis Schröder mit dem Auto zur Halle der Hawks, Basketball aber bekommt er auch nach den Spielen, nach dem Training nicht aus dem Kopf. Also setzt er sich vor die Konsole, spielt NBA 2k, wählt die Atlanta Hawks aus und zockt. „Irgendwann habe ich die Lust verloren“, sagt der Deutsche. Denn der animierte Dennis Schröder beherrschte keine Dunks, er konnte nicht abspringen, den Ball durch den Ring stopfen und sich danach am Brett festhalten. „Also musste ich beweisen, dass ich es kann“, sagt der Einundzwanzigjährige. Und das tat er. Die Macher von NBA 2k haben der Spielfigur Schröder inzwischen ein Update verpasst, und auch in der Realität hat Schröder längst ein höheres Leistungsniveau erreicht.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Am Samstagabend (Ortszeit) siegte er mit den Hawks in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga 105:75 gegen die Charlotte Hornets. Schröder stand siebzehn Minuten auf dem Parkett, erzielte zwölf Punkte. „Die Jungs haben sich wirklich reingehauen“, sagte Trainer Mike Budenholzer danach. Er gilt als großer Förderer von Schröder, der Entwicklung des Deutschen tut es gut: 49 Partien mit im Schnitt 13 Minuten Spielzeit und 3,7 Punkten machte Schröder in seiner ersten Saison in der NBA. In diesem Jahr stand er bei 14 von 15 Spielen der Hawks auf dem Parkett, spielte dabei durchschnittlich 16,5 Minuten, erzielte 8,4 Punkte und lieferte 2,8 Assists. Hinter dem Amerikaner Jeff Teague, mit acht Millionen Dollar Jahresgage einer der Topverdiener im Team, ist Schröder aufgestiegen zum Aufbauspieler Nummer zwei.

          „Da war viel Wunschdenken dabei“

          Anruf in Berlin bei Ademola Okulaja, der seit knapp vier Jahren als Manager und Berater von Schröder auftritt. Was sagt er zum Aufstieg seines Schützlings? Erst einmal nichts. Stille. Luftholen. Dann: „Ich glaube, es ist typisch deutsch, dass man einen jungen Mann in die NBA schickt und denkt, er könne schnell zum Superstar avancieren“, sagt Okulaja der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Da war viel Wunschdenken dabei, manch einer hat geglaubt, dass Dennis genauso wird wie Dirk - aber beide sind nicht zu vergleichen.“ Dirk Nowitzki und Dennis Schröder sind derzeit die einzigen gebürtigen Deutschen in der besten Basketball- Liga der Welt. Der eine, 36 Jahre alt, steht vor dem Ende seiner Karriere; der andere, 21 Jahre alt, will in dieser Saison den Sprung ins Establishment der Liga schaffen. „Ich habe mich verbessert, und ich will noch besser werden“, sagt Schröder.

          Er gilt als Supertalent seines Sports. Mit elf Jahren begann er in Braunschweig mit Basketball. Mit Freunden warf er auf einem Freiplatz beim Prinzenpark in Braunschweig auf den Korb und wurde von einem Talentscout entdeckt. Er rückte auf in die Nachwuchsmannschaft des Bundesliga-Klubs, machte immer wieder Extra-Einheiten neben dem normalen Training. Mit siebzehn wurde er Junioren-Nationalspieler, kurz danach stand er zum ersten Mal in der Bundesliga auf dem Feld. Schröder wurde zum auffälligsten Spieler in Braunschweig - und wollte mehr. Im Frühjahr des vergangenen Jahres wurde er eingeladen zum Nike Hoop Summit, einer Art Talentmesse der besten Nachwuchsspieler der Welt. Schröder spielte 29 Minuten, erzielte 18 Punkte und gab sechs Vorlagen zu einem Korb. Schon im folgenden Sommer wurde er von den Atlanta Hawks verpflichtet.

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