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NBA : Kobe Bryant führt Lakers zum Titel

  • -Aktualisiert am

Titel Nummer vier und wertvollster Spieler: Lakers-Star Kobe Bryant auf dem Höhepunkt seiner Karriere Bild: REUTERS

Die Los Angeles Lakers sind zum 15. Mal NBA-Meister. Die Kalifornier gewannen das fünfte Finalspiel bei den Orlando Magic mit 99:86 und kamen somit zum entscheidenden Sieg in der Endspielserie. Randale überschatteten die Meisterfeier.

          Als die Los Angeles Lakers vor sieben Jahren zum bisher letzten Mal die Meisterschaft der National Basketball Association (NBA) errungen hatten, richtete ihnen die Stadtverwaltung eine opulente Siegesparade aus. Die Spieler fuhren in offenen roten Doppeldeckerbussen durch die Straßen, die von rund 500.000 Menschen gesäumt wurden. Ob es auch diesmal eine solche Feier geben wird, nachdem das Team am Sonntagabend im fünften Spiel der Finalserie gegen die Orlando Magic wieder den Titel gewann, steht noch nicht fest. Die Kommune leidet angesichts der vor allem in Kalifornien spürbaren Wirtschaftskrise unter Sparzwang und musste bereits Angestellte entlassen.

          Da wirken die rund eine Million Dollar für eine solche Open-Air-Party eher unpassend. Stadträtin Jan Perry, in deren Wahlkreis die Halle der Lakers liegt, sagte vor ein paar Tagen: „Wir können uns diese Kosten nicht leisten.“ Zudem gab es schon nach dem Spiel am Sonntag Ausschreitungen in Los Angeles. Mehrere tausend Fans hatten nach Spielschluss die Lakers-Arena gestürmt. Dabei attackierten Randalierer Polizisten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern.

          Bryant und Jackson bauen sich ihre Denkmäler

          Vermutlich werden sich die Politiker angesichts der Begeisterung der Anhänger des populärsten Basketballklubs Amerikas auch diesmal nicht lumpen lassen. Es gibt schließlich eine Menge zu feiern nach dem insgesamt 15. Titelgewinn der Lakers. Vor allem zwei Männer, die sich mit dem 99:86-Sieg, dem vierten in der fünften Begegnung der Finalserie, selbst ein Denkmal setzten. Zum einen den mit Abstand besten Spieler im Team, Kobe Bryant, der zum ersten Mal in seiner Rolle als Führungsfigur die goldene „Larry O'Brien Championship Trophy“ gewann - seine anderen drei Titel waren zu einem erheblichen Teil das Verdienst seines damaligen Mannschaftskollegen Shaquille O'Neal. Und dann Trainer Phil Jackson, der zum zehnten Mal in seiner Karriere ein Team zur Meisterschaft führte. Damit schob er sich auf den ersten Platz der ewigen Bestenliste aller Coaches.

          Wertvollster Spieler: Kobe Bryant

          Die Achse Bryant-Jackson hatte jahrelang schlecht funktioniert. Als der hochtalentierte Ballkünstler hinter den Kulissen den Abgang von Shaquille O'Neal, seinem Rivalen um den Ruhm, betrieben hatte, gab der Trainer den Posten auf. Dreimal hatte er mit den Lakers schon den Titel errungen. Er zog sich in die Einsamkeit seiner Ranch in Montana zurück und schrieb ein Buch, das den doppeldeutig Titel „Die letzte Saison“ trug. Ein Kernsatz seiner Thesen: Bryant sei schlichtweg untrainierbar.

          Pau Gasol als zweiter Erfolgsgarant

          Nach Jacksons Rückkehr wurde das Verhältnis besser, aber Bryant war trotzdem nicht zufrieden. So inszenierte er im Sommer 2007 wieder eine kleine Revolte. Er setzte die Clubspitze mit dem Ultimatum unter Druck: Man möge ihn entweder an eine anderes Team abgeben oder aber Verstärkung besorgen. Die Lakers-Verantwortlichen, die einst mit sehr viel Courage den damals erst Siebzehnjährigen als rohen Diamanten verpflichtet hatten, fanden auch diesmal einen Weg: Sie holten Pau Gasol von den Memphis Grizzlies, hinter Dirk Nowitzki der beste Europäer in der Liga. Der trotz seiner 2,13 Meter sehr bewegliche und treffsichere Spanier passte sich geschickt ins Team ein und gab dem Alleskönner Bryant endlich wieder eine Anspielstation unter dem Korb. So entwickelte sich Bryant vom eigenwilligen Dribbler zum Spielgestalter mit Blick fürs Ganze und wurde auf diese Weise noch gefährlicher.

          Am Sonntag genoss er den neuerlichen Erfolg denn auch mit einem Blick auf Jackson. „Es ist schon lange her, dass er ein Champagnerbad genossen hat“, sagt er nach dem Spiel. „Ich habe dafür gesorgt, dass wir ihn in der Umkleidekabine ziemlich zugeschüttet haben. Er hat seine Brille abgenommen, den Kopf zurückgelegt und alles in sich aufgesaugt.“ Diese Aktion zeigte denn auch, dass sich die Anhänger der Lakers keine Sorgen machen müssen, dass der Mann mit der Nummer 24 in diesem Sommer von einer Klausel in seinem Vertrag Gebrauch machen und sich einen neuen Klub suchen könnte. Finanziell wäre das ohnehin nicht lukrativ. Der Kontrakt aus dem Jahr 2004 brachte ihm in der abgelaufenen Saison 21,2 Millionen Dollar ein, womit er zu den Spitzenverdienern in der NBA gehört. Für die beiden kommenden Jahre sind 23 und 24,8 Millionen Dollar avisiert.

          Der Club könnte allerdings Stützen wie Trevor Ariza und Lamar Odom verlieren, die als sogenannte Free Agents die Chance haben, sich einen anderen Arbeitgeber zu suchen, wenn sie mit dem Angebot der Lakers nicht zufrieden sind. Gleichzeitig zwingt die Salary Cap, die die Lohnsumme pro Klub begrenzt, das Management zur Mäßigung. Eben nicht nur die Politiker.

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