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NBA : „In der Umklammerung eines Bären“

  • Aktualisiert am

Manches ging daneben bei Nowitzki und Dallas Bild: AP

Die Dallas Mavericks haben zu Beginn der Viertelfinalserie bei den San Antonio Spurs die Überraschung verpaßt. Trotz langer Führung unterlag das Team von Dirk Nowitzki und kassierte damit in den NBA-Play-offs die erste Niederlage.

          Nach der Basketball-Lehrstunde in Sachen Nervenstärke bei NBA-Meister San Antonio Spurs war Dirk Nowitzki gefrustet. „Wir haben gut genug gespielt, um die Partie zu gewinnen, aber wir haben es nicht getan. Wir hätten Spiel eins gewinnen müssen“, sagte der Superstar der Dallas Mavericks nach dem ärgerlichen 85:87 im ersten Viertelfinale der „Best-of-seven“-Serie.

          Statt die Gunst der Stunde zu nutzen und dem Titelverteidiger eine vielleicht schon vorentscheidende Heimniederlage zu verpassen, zeigten die Mavericks nach einer starken Vorstellung dreieinhalb Minuten vor Schluß wieder einmal Nerven. Sie vergaben die letzten sechs Würfe und zwei von vier Freiwürfen. Auch der sonst so treffsichere Nowitzki war im letzten Viertel nicht ganz auf der Höhe: Nur zwei seiner 20 Punkte erzielte der Nationalspieler in der entscheidenden Phase.

          Nowitzkis entscheidender Lapsus

          Sekunden vor dem Ende unterlief ihm zudem der entscheidende Lapsus. Sein Paß quer über das Feld auf Jerry Stackhouse wurde abgefälscht. In Bedrängnis vergab der Flügelspieler dann die Siegchance. Die Schuld für den mißlungen Spielzug nahm jedoch Dallas-Coach Avery Johnson auf sich. „Es war mein Fehler.“

          Dampier (r.) trifft für Dallas, Duncan kann es nicht verhindern

          Gerade weil es ein Spiel der verpaßten Möglichkeiten war, geht Dallas optimistisch in das zweite Duell der beiden Texas-Teams in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. „Es war sicher nicht unser bestes Spiel, aber wir waren nah dran. Darauf läßt sich aufbauen“, analysierte Johnson und stellte fest. „Die Spurs haben uns mit ihrer unbequemen Defensive zugesetzt. Es ist, als ob man in der Umklammerung eines Bären steckt.“

          Nash wieder „wertvollster Spieler“

          Ausgelaugt von der anstrengenden Erstrunden-Serie gegen Sacramento, rettete sich der angeschlagene Titelverteidiger nach nur 36 Stunden Pause mit knallharter Defensive und Routine über die Runden. Vor allem Nowitzki bekam diese aggressive Hautnah-Variante der persönlichen Betreuung durch den bissigen Bruce Bowen zu spüren. „Ich weiß, ich werde in dieser Serie kaum freie Sicht zum Korb haben und 35 Punkte im Schnitt kann ich mir auch abschminken“, sagte Nowitzki, der mit 14 Rebounds wenigstens bester Mavs-Rebounder war.

          „Wir können, müssen und werden sicher noch wesentlich besser spielen“, meinte Spurs-Center Tim Duncan, mit 31 Punkten und 13 Rebounds überragender Akteur auf dem Platz, „dieser Erfolg gibt uns einen großen mentalen Vorteil.“ Der Kampf um die Basketball-Vormachtstellung in Texas wird nicht zuletzt im Kopf entschieden. Auch wenn die Mavericks in der regulären Saison von vier direkten Duellen zwei gewannen, bleiben die Spurs ihr Angstgegner. „Es ist schade, daß wir mit ihnen in der gleichen Conference und somit nie an Nummer eins gesetzt sind und Heimvorteil haben, aber da müssen wir jetzt durch“, sagte Nowitzki.

          Bei der Wahl zum „Wertvollsten Spieler“ der NBA (MVP) belegte er mit 544 Punkten Platz drei hinter Jungstar LeBron James (Cleveland Cavaliers/688). Zum wertvollsten Spieler wurde wie im Vorjahr Nowitzkis ehemaliger Teamkollege Steve Nash von den Phoenix Suns mit 924 Punkten gewählt.

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