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NBA-Finalsieg mit Dallas : Dirk Nowitzki auf dem Gipfel

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Dabei spitzte sich die Auseinandersetzung zwischendurch mehrfach zu. Die Spieler der Miami Heat, eine All-Star-Auswahl mit Ausnahmetalenten wie LeBron James (21 Punkte), Dwyane Wade (17) und Chris Bosh (19), die bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 mit der amerikanischen Auswahl die Goldmedaille gewonnen hatten, waren hochmotiviert zum Heimspiel angetreten. Besonders der zuletzt überraschend schwache LeBron James schien sich viel vorgenommen zu haben und eröffnete den Punktereigen für seine Mannschaft.

In der steil aufragenden, einem Hexenkessel gleichenden Halle hofften 20.000 mit ohrenbetäubender Musik aufgepeitschte Fans, dass ihre Mannschaft den 2:3-Rückstand nach Spielen aufholen und eine siebte Partie erzwingen würde. Die Spannung erreichte im zweiten Viertel beim Stand von 40:42 ihren ersten Höhepunkt, als nach einem Zusammenstoß mitten auf dem Parkett in einer Auszeit ein Handgemenge zwischen DeShawn Stevenson, dem streitlustigsten Mavericks-Spieler, und Udonis Haslem von den Heat ausbrach, in das sich auch andere Spieler einmischten.

„Mir gingen die Minuten nicht schnell genug vorbei“

Die negative Energie verflog jedoch wieder, vor allem, weil Miamis Trainer Erik Spoelstra sein Team auf eine Taktik eingeschworen hatte, die dessen ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Er ließ seine Spieler Tempo machen, um die Mavericks zu Fehlern zu verführen und sie am Ende wohl auch konditionell zu überfordern. In den ersten Spielen hatte Miami noch versucht, das Spiel von Dallas zu ersticken. Doch mit dem Tempospiel scheiterte Miami schon am vergangenen Donnerstag in Dallas.

Und so kam es auch am Sonntag. Zumal Nowitzki im vierten Viertel die gewohnte Wurfpräzision wiederfand und mit seinen Treffern den Vorsprung von Dallas hielt. Sechs Minuten vor dem Ende führten die Mavericks mit zehn Punkten. „Mir gingen die Minuten nicht schnell genug vorbei“, sagte der beste Basketballprofi Europas, der am Sonntag 33 Jahre alt wird und der in Dallas zwölf Jahre seinem Traum nachlief: „Ich hätte schon gerne die Uhr auf null gestellt. Aber das ist natürlich gefährlich. Sechs Minuten ist eine Menge Zeit. Da kann noch viel passieren.“

„Denk an null sechs. Das Ding holen wir uns heute.“

Zwischendurch hatten ihm seine Mannschaftskollegen immer wieder gut zugeredet, angesichts der anfänglich katastrophal schwachen Ausbeute bloß nicht mental aus dem Geschehen auszusteigen: „Du bist ein zu guter Schütze und ein zu guter Spieler, als dass du diese Dinger immer weiter verwirfst“, riefen sie ihrem Kapitän zu. Jason Terry, Leidensgenosse von 2006, als Dallas gegen Miami das Finale (2:4) verlor, ließ nicht locker: „Denk an null sechs“, sagte er, „Das Ding holen wir uns heute.“

Terry, der sich im vergangenen Sommer den Meisterschaftspokal auf den rechten Arm tätowieren ließ, hielt das gute Stück wenig später in den Händen. Nowitzki stand derweil nicht der Sinn nach langen Erklärungen zum Verlauf einer Karriere, in der er trotz herber Rückschläge nie den Mut verloren hatte. Nur so viel bot er als Hinweis an: „Vielleicht wären wir nie wieder so weit gekommen, wenn wir nicht 2006 diese Enttäuschung erlebt hätten. Vielleicht wären Jason Terry und ich nie so als Mannschaft zusammengeschweißt worden.“

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