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Nachtrag zur Tour de France : Sieben B-Proben von Landis positiv

  • Aktualisiert am

Floyd Landis: Verfahrensfehler und Laborschlampereien? Bild: AFP

Bei dem unter Dopingverdacht stehenden Radprofi Floyd Landis sollen gleich sieben nachträgliche Tests von Proben bei der Tour de France 2006 auffällig sein. Mit verfeinerten Verfahren sei künstliches Testosteron nachgewiesen worden.

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          Für Tour-de-France-Sieger Floyd Landis wird der Druck immer größer: Bei dem unter Dopingverdacht stehenden Radprofi waren nach Informationen der „L' Equipe“ mehrere B-Proben positiv. Wie die französische Sportzeitung am Montag auf ihrer Webseite berichtete, sollen gleich sieben nachträgliche Tests bei der Frankreich-Rundfahrt 2006 auffällig gewesen sein. Die von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada in Paris in Auftrag gegebenen Tests hätten Spuren des synthetischen Testosterons ergeben. Der 31 Jahre alte Landis bestreitet weiter alle Doping-Vorwürfe. Ihm droht eine zweijährige Sperre und die Aberkennung des Tour-Sieges.

          Die Usada hatte in dem Dopingverfahren gegen den Tour-Sieger Landis' Urinproben testen lassen, deren A-Proben im Juli vorigen Jahres zunächst keinen Befund ergaben. Das Anti-Doping-Labor Châtenay Malabry testete diese Proben nun erneut mit ausgefeilteren Methoden. Landis hatte diese nachträglichen Tests mit juristischen Mitteln zu verhindern versucht, ein Schiedsgericht erlaubte die Untersuchungen jedoch. Die nachträglichen Tests der B-Proben hatten das gleiche Ergebnis wie der eine Test, in dem Landis nach der 17. Etappe der Tour 2006 Testosteron-Doping nachgewiesen worden war.

          Landis: Verfahrensfehler und Laborschlampereien

          Wie die „L' Equipe“ weiter berichtet, wurde bei sieben Proben im verfeinerten Verfahren künstliches Testosteron nachgewiesen. Pierre Bordry von der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD wollte den Bericht nicht bestätigen. Die Analysen seien anonym durchgeführt worden und die Ergebnisse seien noch nicht bekannt, sagte er. Die nachträglichen Analysen der Landis-Proben waren mittels Massenspektrometer durchgeführt worden. Mit diesem ist der Nachweis sehr kleiner Substanzmengen möglich. Bei der ersten Analyse der Urinproben im vorigen Sommer konnte mit dem ungenaueren Testosteron- /Epitestosteron-Verhältnis keine Manipulation nachgewiesen werden.

          Bei der Untersuchung in Paris waren jeweils zwei Vertreter von Landis und der Usada anwesend. Der Amerikaner beteuert seine Unschuld und hat Verfahrensfehler sowie Laborschlampereien wie falsche Beschriftung und eine mögliche Verunreinigung von Proben für das erste Testergebnis verantwortlich gemacht. Am 14. Mai ist eine Landis-Anhörung bei der Usada geplant. Wegen des schwebenden Verfahrens hat er bereits seinen Teilnahme- Verzicht für die diesjährige Tour erklärt.

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