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Nach dem Tod von Rene Herms : Witwe vermisste Unterstützung durch Verband

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Rene Herms wird am 26. Januar in Pirna beerdigt Bild: AP

Nach dem Tod ihres Mannes hat Stefanie Herms erstmals über die schwierigen Lebensumstände des Leichtathleten gesprochen: „So lange René gut gerannt ist, da war er der tolle Sportler. Als er aber in Schwierigkeiten steckte, da wurde ihm der Rücken gekehrt.“

          Mit aufwühlenden und bitteren Worten hat die Witwe des unter ungeklärten Umständen gestorbenen Mittelstrecken-Läufers René Herms erstmals über die schwierigen Lebensumstände der Familie und eine vom Scheitern bedrohte Sportler-Karriere gesprochen. In einem Interview der „Sächsischen Zeitung“ beklagte Stefanie Herms vor allem die mangelnde Unterstützung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in schwierigen Zeiten. „So lange René gut gerannt ist, da war er der tolle Sportler. Als er aber in Schwierigkeiten steckte, mit Problemen zu kämpfen hatte und Hilfe gebraucht hätte, da wurde ihm der Rücken gekehrt“, sagte die 24 Jahre alte Physiotherapeutin.

          DLV-Präsident Clemens Prokop habe zwar ein Kondolenzschreiben geschickt, „ansonsten habe ich vom Verband noch nichts gehört“, meinte Stefanie Herms, die in einem Fitness-Studio in Hannover arbeitet. Dabei hätte ihr Mann „nur etwas Unterstützung gebraucht: Für Trainingslager, für richtige Rennen. Wenn er reden wollte, war keiner da. Zuletzt flog René sogar aus dem B-Kader.“ Der mehrfache deutsche Meister habe in den letzten zwei Jahren - ohne WM (2007) und Olympia-Nominierung (2008) - praktisch „fast alles verloren, was ihm ein problemloses Training ermöglicht hätte“.

          Die Prämien vom Ausrüster blieben aus

          Die meisten Kondolenzbekundungen nehme sie als ehrliche Meinungen. „Mir kommen immer wieder die Tränen“, sagte Stefanie Herms. „Warum muss einer erst sterben, damit sein Wert gesehen wird?“, hätte ihr Mann angesichts der vielen herzlichen und tröstenden Worte gefragt. Leider gebe es aber auch „einige heuchlerische Kommentare von Leuten, die sich profilieren wollen“.

          Als die großen sportlichen Erfolge ausblieben, sei auch die finanzielle Situation immer kritischer geworden, verriet Stefanie Herms. „Wir sind wegen der Miete sogar von Pirna nach Lohmen gezogen, da kamen wir 200 Euro günstiger. René standen im Grunde zuletzt rund 500 Euro im Monat vom Verband zur Verfügung“, sagte die Witwe. Ihr Mann habe sich deshalb Geld geliehen, einen Kredit aufgenommen, um die Rechnungen zu bezahlen. „Ich weiß jetzt noch nicht, wie hoch die Schulden sind. Zuletzt blieben ja auch die Prämien vom Ausrüster aus, die leistungsbezogen waren oder für die René hätte Deutscher Meister werden müssen“, sagte Stefanie Herms. Ihr Mann hatte schon angefangen, „Sachen von sich im Internet zu verkaufen“.

          Mit dem Obduktionsergebnis ist indes „gegen Ende dieser Woche“ zu rechnen. Dies sagte der Dresdner Oberstaatsanwalt Christian Avenarius am Montag. „Die feingeweblichen Untersuchungen gehören zum Programm einer jeden Obduktion. Das dauert etwas länger“, erklärte der Jurist. Der Leichnam, der am 10. Januar in Lohmen gefunden wurde, war am vergangenen Freitag obduziert worden. René Herms wurde nur 26 Jahre alt. „Er bekommt eine würdige Bestattung am 26. Januar in Pirna. Das ist er uns wert, selbst wenn wir Kredite aufnehmen müssen“, kündigte Stefanie Herms an.

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