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Nach antisemitischer Attacke : „Jüdische Stars“ weiter auf Tour

Trotz antisemitischer Attacke: Die Betreiber der Ausstellung wollen weitermachen. Bild: Helmut Fricke

In Bochum wird eine Ausstellung, die an jüdische Sportler erinnert, Ziel einer antisemitischen Attacke. Trotz des Schadens soll die Tournee weitergehen.

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          Die Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geht davon aus, dass der offenkundig antisemitischen Angriff auf die Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ in Bochum am 9. November keine Auswirkungen auf die Tournee der Ausstellung im kommenden Jahr haben wird. Olliver Tietz, der Geschäftsführer der Stiftung, sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Es wird weitergehen. Wir stecken bereits mitten in den Planungen für das kommende Jahr. Bislang sind noch keine Verträge geschlossen, aber es gibt Interessenten.“

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Die Ausstellungsobjekte, lebensgroße Kunststofffiguren, die Lebens- und Leidensgeschichten herausragender jüdischer Sportler darstellen, sind auch in der Vergangenheit schon beschädigt worden. In Bochum war die Zerstörung der Figuren von Lilli Henoch sowie Alfred und Gustav Felix Flatow allerdings offenkundig antisemitisch motiviert, nachdem die Figur von Walther Bensemann beschädigt sowie die Stele der Flatow-Cousins schon zuvor mit antisemitischen Parolen beschmiert worden war, weshalb sie durch die Stadt Bochum, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und den DFB öffentlich gemacht wurde.

          Auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit, sagte Tietz, sei im Ausstellungsbudget, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, von der Kulturstiftung des DFB und dem jeweiligen Ausstellungsort bestritten wird, ein Budget für Reparaturen vorgesehen. Der in Bochum verursachte Schaden liegt ersten Schätzungen zufolge bei unter 5000 Euro.

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