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Mutmaßlicher Schach-Betrüger : Großmeister lebenslang gesperrt

  • Aktualisiert am

Schach als Massenbeschäftigung: auch beim königlichen Spiel wird geschummelt. Bild: Reuters

Der armenische Schach-Großmeister Petrosjan soll unerlaubte Zugvorschläge genutzt haben, weist die Vorwürfe aber zurück. „Seit zwanzig Jahren spiele ich Internetschach auf 15 Websites und immer fair.“

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          Großmeister Tigran Petrosjan ist lebenslang für die größte Schach-Plattform gesperrt worden. Der 36 Jahre alte Armenier soll in den Playoffs der internationale Schachliga PRO Chess League betrogen haben. Seinem Team, den Armenia Eagles, wurde der Titel der Plattform „Chess.com“ und zudem 20.000 Dollar Preisgeld aberkannt. Stattdessen wurden die Saint Louis Arch Bishops, die praktisch dem amerikanischen Nationalteam entsprechen, zum Meister erklärt. Die als Favorit gehandelten Amerikaner hatten im Finale klar gegen die Armenier verloren.

          Petrosjan, der mit Armenien 2008 und 2012 die Schacholympiade gewonnen hat und seit langem zu den besten dreißig Blitzschachspielern der Welt zählt, weist die Vorwürfe zurück. „Es gibt keine Beweise. Seit zwanzig Jahren spiele ich Internetschach auf 15 Websites und immer fair.“ Wegen sicherer Internetverbindungen habe er vom Büro eines Freundes aus gespielt, vorschriftsmäßig seinen Bildschirm geteilt und sich dreißig Minuten vor jeder Partie vor seiner Webcam aufgehalten, sagte der nach dem gleichnamigen Weltmeister der Jahre 1963 bis 1969 benannte Profi.

          Normalerweise werden die Playoffs vor Livepublikum ausgetragen. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurde die in Norwegen geplante Veranstaltung online gespielt. Statistische Vergleiche zwischen der Übereinstimmung von Petrosjans Zügen mit denen starker Computer in der jeweiligen Stellung hätten ergeben, dass er während dem Halbfinale am vorigen Freitag und dem Finale am Sonntag unerlaubte Zugvorschläge genutzt haben soll, hieß es. Fehlerfrei war sein Spiel indes nicht. Petrosjans fünf Siege, ein Remis und zwei Niederlagen sind besser als erwartet, aber kein außergewöhnliches Ergebnis.

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