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NBA-Spieler Wagner : „Er hat gerade gelernt, wie man ein Fahrrad fährt“

  • Aktualisiert am

Moritz Wagner beim Draft. Bild: USA TODAY Sports

Lange hatte er sich gedulden müssen, nun ist Lakers-Profi Moritz Wagner in der NBA angekommen. Ganze zehn Punkte steuert der Rookie beim Sieg über Phoenix bei – und ließ seine Mitspieler ausflippen.

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          Sogar „King James“ verneigte sich. Moritz Wagner war zwar schon im Sommer von den Los Angeles Lakers gedraftet worden, doch angekommen ist Deutschlands große Basketball-Hoffnung beim Glamour-Klub der NBA erst am Sonntagabend. „Er hat gerade gelernt, wie man ein Fahrrad fährt. Das war der Moment, wir sind begeistert“, sagte Superstar LeBron James, der selbst erst seit der laufenden Saison für die Kalifornier spielt. „Yeah, wir waren begeistert, sehr begeistert.“

          Dabei hatte Wagner beim 120:96 (61:46) gegen die Phoenix Suns nur das getan, wofür er vom 16-maligen Champion bezahlt wird. Der Center soll Punkte machen, und dies war ihm bei seinem vierten Einsatz nun endlich zum ersten Mal gelungen – mit zunächst zwei Freiwürfen. Als der erste im Ring gelandet war, waren nicht nur die mehr als 19.000 Fans im Staples Center, darunter der zweimalige Oscar-Preisträger Denzel Washington, begeistert. Coach Luke Walton meinte: „Wenn ein Rookie seine ersten Punkt macht, ist das immer aufregend.“

          Tyson Chandler flippte vor der Lakers-Bank aus, und JaVale McGee donnerte sein weißes Handtuch auf den Boden. Ekstase pur am Rande des Spielfeldes. „Ich habe ihre Reaktion gesehen, das war ein cooler Moment für mich“, sagte Wagner anschließend in der Kabine. Dort war der junge Deutsche bei den Journalisten ein gefragter Mann, war er doch soeben erst zu einem echten Laker geworden. Gegen die Suns, die mit vier Siegen und 19 Niederlagen das schlechteste Team der gesamten Liga bleiben, erzielte der 21 Jahre alte Berliner in seinen zehn Minuten Spielzeit im Schlussviertel zehn Punkte sowie drei Rebounds und machte damit gleich besonders auf sich aufmerksam. Er verwandelte zwei von drei Dreiern und gab einen Assist. Bester Werfer der Lakers war indes Kyle Kuzma mit 23 Punkten.


          So viel Lob war Wagner dann noch nicht geheuer, schüchtern stellte er sich den Fragen der Reporter und erzählte dabei auch von seinen Startschwierigkeiten, als er wegen einer Knöchel- und Knieverletzung Teile der Vorbereitung verpasste. „Das war eine schwere Zeit für mich, frustrierend“, sagte der frühere Collegespieler, der mit den Michigan Wolverines bei der „March Madness“ erst im Finale gestoppt worden war.

          Mit glänzenden Vorstellungen hatte er sich bei den Scouts in die Notizblöcke gespielt. Hoffnungsvoll meldete er sich beim NBA-Draft an und wurde von den Lakers an 25. Position gezogen. Doch von der „Wolke sieben“ (Wagner) ging es zunächst einmal bergab. Keine Einsatzzeiten, kaum Hoffnung. Erst Mitte November durfte er erstmals ran. Für Wagner eine harte Zeit. „Du willst raus und gewinnen“, sagte der 2,11 Meter große Hüne, in dem viele schon – trotz unterschiedlicher Positionen – den Nachfolger von Dirk Nowitzki gesehen haben wollen.

          Wichtig für ihn war es, nicht die Geduld zu verlieren und weiter an sich zu arbeiten. „Ich habe nur von Tag zu Tag gedacht, das hat sich ausgezahlt“, sagte Wagner, der zwischenzeitlich auch beim Farmteam in der G-League, den South Bay Lakers, Erfahrung sammeln konnte und dort mit einem Punkteschnitt von 18 überzeugte. Wie es für ihn weitergeht, ist offen. Ob ihn Cheftrainer Luke Walton künftig auch in engen Spielen einsetzt, steht in den Sternen. Und so denkt Wagner weiter von Tag zu Tag. Wie es nun weiterginge, wurde er gefragt. Die knappe Antwort: „Morgen früh um neun ist Training.“

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